Premiere

10. April 2019 15:01; Akt: 10.04.2019 15:04 Print

Gleich gibts das erste Foto eines Schwarzen Lochs

Die Sache ist riesig: An weltweit sechs Pressekonferenzen wollen Astronomen in Kürze das erste Foto eines Schwarzen Lochs präsentieren.

Livestream der Europäischen Kommission. (Video: Youtube/European Commission)

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Wenn Forscher bereits Wochen im Voraus Einladungen an die Medien verschicken, wenn sie zeitgleiche Pressekonferenzen in Brüssel, Shanghai, Taipeh, Tokio, Santiago de Chile und Washington organisieren, wenn ein EU-Kommissar höchstpersönlich die Veranstaltung eröffnet – dann muss etwas ganz Großes bevorstehen.

Und tatsächlich. Es geht um nichts Geringeres als das allererste Foto eines Schwarzen Lochs. Verfolgen Sie die Pressekonferenz direkt aus Brüssel ab 15.00 Uhr im Livestream oben.

Licht wird verschluckt

Alles, was es bisher von Schwarzen Löchern zu sehen gab, waren künstlerische Darstellungen. Niemand hat je eines direkt gesehen. Denn diese Objekte saugen alle Materie an wie ein gigantischer Staubsauger. Nicht einmal Licht kann der Anziehungskraft eines Schwarzen Lochs entkommen. Und wo es kein Licht gibt, gibt es kein Bild.

Oder vielleicht doch? Ein solches Foto zu machen, ist das Ziel des 2017 gestarteten Projekts Event Horizon Telescope (EHT). Dabei handelt es sich um einen Verbund aus acht riesigen Radioteleskopen, die über den Globus verteilt sind – Hawaii, Arizona, Spanien, Mexiko, Chile und am Südpol. Ihre Aufgabe: Den sogenannten Ereignishoriziont abzubilden.

Mit einem Trick zum Bild

Der Ereignishorizont (auf Englisch: «event horizon») ist das, was Schwarze Löcher umhüllt. Und dieser wiederum lässt sich beobachten. Der Kniff ist: Das Schwarze Loch nicht selbst ins Visier zu nehmen, sondern sein Umfeld.

Schwarze Löcher faszinieren Astronomen seit Jahrhunderten. Indirekte Methoden belegten die Existenz der «Allesfresser» zweifelsfrei. Im Zentrum des Schwarzen Lochs konzentriert sich dessen gesamte Maße in einem einzigen Punkt mit unendlich hoher Dichte und unendlich starkem Gravitationsfeld, einer «Singularität».

Zwei Kandidaten

Das EHT soll nun erstmals das Unsichtbare sichtbar machen. Im April 2017 wurden sie auf zwei Schwarze Löcher an weit auseinander liegenden Stellen im Universum ausgerichtet: Sagittarius A* (kurz Sgr A*) im Zentrum unserer Galaxie und das weitaus größere Schwarze Loch in der Riesengalaxie M87 (Messier 87).

Sgr A* hat einen Durchmesser von rund 44 Millionen Kilometern und eine Maße von etwa 4,1 Millionen Sonnenmassen. Was sich riesig anhört, nimmt sich von der Erde und damit aus 26.000 Lichtjahren (245 Billionen Kilometern) Entfernung jedoch wie ein Golfball auf dem Mond aus.

In M87 lauert dagegen ein Schwerkraftmonster von der 1500-fachen Größe, aber es ist weitaus ferner; allerdings gleichen sich Größe und Entfernung aus. Experten und Wettbüros tippen auf Sgr A* als Bild-Kandidat, wegen des Lichtsmogs der Milchstraße auf dem Weg zu M87.

Forscher wollen das Bild eines schwarzen Lochs auch zur Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins nutzen. Gibt es Lücken oder Fehler? Bisher hielt sie allen Prüfungen stand.

(L'essentiel/jcg/sda)

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