Dr. Sex

09. März 2020 20:39; Akt: 09.03.2020 20:53 Print

«Bin ich vielleicht lesbisch?»

Paula ist lustlos, jedenfalls dann, wenn es um ihren Freund geht. Beim Sex mit sich selber schaut sie Pornos mit Frauen. Und dabei kommt sie voll in Fahrt.

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Wenn bei Paula ein Dildo ins Spiel kommt, turnt sie das ab. (Bild: Oleg Elkov)

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Frage von Paula (30) an Dr. Sex: Ich habe seit drei Jahren eine Beziehung. Der Sex ist schwierig, auch wenn ich meinen Freund sehr sexy finde. Ich habe kaum mehr Lust. Sein Begehren fühlt sich unangenehm an und ich verkrampfe mich.

Früher hatte ich oft Sex, weil ich dachte, dass der Mann dann gut von mir denkt und dass es gut für die Beziehungen ist, regelmäßig Sex zu haben. Das ist heute zum Glück nicht mehr so.

Wenn ich keinen Druck verspüre, habe ich schon Lust. Manchmal schaue ich dann Lesbenpornos. Meine Erregung ist dabei aber ganz anders als mit meinem Freund. Ich mag es, dass es dort viel weniger grob zu- und hergeht. Wenn ein Dildo ins Spiel kommt und es um Penetration geht, turnt mich das ab.

Auf der Straße fallen mir nur Männer auf, und ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie in eine Frau verliebt. Trotzdem frage ich mich langsam, ob ich vielleicht lesbisch bin. Was denkst du?

Antwort von Dr. Sex

Liebe Paula

Die sexuelle Orientierung eines Menschen, also ob er hetero-, bi- oder homosexuell ist, erkennt man nicht in erster Linie daran, mit wem jemand Sex hat. Entscheidend ist vielmehr, von wem man sich emotional angezogen fühlt und in wen man sich verliebt.

Was das angeht, bestehen bei dir ja offenbar keine Zweifel. Ich denke daher nicht, dass du lesbisch bist. Jedoch – und dies ist für mich der zentrale Punkt – scheinst du noch auf der Suche zu sein nach dir und deiner individuellen Sexualität.

Die meisten Menschen haben zu Beginn ihres Beziehungs- und Sexlebens nur ein geringes Bewusstsein über sich selbst, das eigene Frau- oder Mann-Sein sowie die eigenen Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit sich selbst und anderen.

Was du erlebst, gehört zum Prozess der Selbstfindung. Damit dieser stattfinden kann, braucht es ein Gegenüber, mit dem zusammen man nach dem Prinzip Versuch und Irrtum ausprobieren kann, was man mag – oder eben nicht.

Dass die unterschiedlichen Vorlieben und Abneigungen, die dabei sichtbar werden, für die Beteiligten herausfordernd sein können, versteht sich von selbst. Wichtig ist daher, sorgfältig miteinander umzugehen und Unklarheiten in Gesprächen zu bereinigen.

In seltenen Fällen führt dieser Prozess zur Erkenntnis, dass man die Bedürfnisse, die man hat, trotz größter Bemühungen nicht mit dem Partner oder der Partnerin zusammen befriedigen kann. Meist ist es aber möglich, gemeinsam Lösungen zu finden. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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