Dr Sex

12. Dezember 2018 12:35; Akt: 12.12.2018 12:38 Print

«Der Sohn meines Freundes stört extrem!»

Heidis Freund hat ein Kind. Was ihr zunächst Freude machte, wird nun zunehmend zum Problem und führt auch zu Spannungen in der Beziehung. Was tun?

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Heidi (32) hat jetzt Probleme damit, wenn der Sohn ihres Freundes bei ihnen ist. Sie ist sich nicht sicher, ob das wirklich mit dem Kleinen zu tun hat. (Bild: Monkeybusinessimages/iStock)

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Frage von Heidi (32) an Dr Sex: Ich habe seit einem Jahr einen Freund, der ein Kind hat. Wir wohnen auch schon zusammen. In den ersten Monaten hatte ich kein Problem damit, seinen Sohn (8) jedes zweite Wochenende bei uns zu haben. Aber seit den Sommerferien stört es mich sehr, wenn der Kleine da ist. Ich freue mich überhaupt nicht auf ihn und kann es manchmal nur schwer verbergen.


Ob dies daran liegt, dass ich eifersüchtig auf seine Exfrau bin, oder ob ich wirklich mit dem Sohn Mühe habe, ist für mich nicht klar. Ich möchte keine eigenen Kinder. Zudem könnte er auch keine mehr zeugen. Aus meiner Sicht hat man kein eigenes Leben mehr, wenn man Kinder hat – alles dreht sich nur noch um sie, und sie zu betreuen, kostet enorm viel Nerven und Energie.

Ich habe mit meinem Freund darüber gesprochen und gesagt, dass ich mir mehr Zeit für mich nehmen möchte, wenn der Kleine da ist. Dies hat ihn verletzt und er versteht es nur schwer, da am Anfang ja alles super war. Er denkt, dass sein Kontakt zu seiner Ex mein eigentliches Problem sei. Kommt das irgendwann wieder, dass ich seinen Sohn mag und vermissen werde?

Antwort von Dr Sex

Liebe Heidi

In einer Beziehung zu sein, in der eines oder mehrere von unterschiedlichen Eltern stammende Kinder leben, die aus der aktuellen oder einer früheren Beziehung der Partner hervorgegangen sind, stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Der Umgang damit erfordert Fingerspitzengefühl und hohe kommunikative Kompetenzen.

Wer sich – wie du – in einen Mann mit Kind verliebt, hat diesen nicht wie in einer klassischen Liebesbeziehung am Anfang für sich allein. Mehr oder weniger oft sind die Kinder zu Besuch und als Stiefmutter muss man erst einen Platz in dieser Konstellation (er-)finden. Meist ist auch die Ex als leibliche Mutter der Kinder ebenfalls noch präsent.

Für manche Frauen fühlt sich diese Situation dann an, als ob der Platz neben dem Partner, auf den sie berechtigterweise Anspruch erheben, schon besetzt wäre. Und es ist naheliegend, dass sie darauf mit Wut und Aggression reagieren. Meist werden die Emotionen auf die Kinder gerichtet, obschon sie definitiv nicht verantwortlich sind für die komplizierte Situation.

Manche Männer neigen dazu, vor diesen Problemen die Augen zu verschließen. Oft haben sie den Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen und versuchen, an den Wochenenden etwas davon zu kompensieren. Von der neuen Partnerin wird dabei erwartet, dass sie ihre Bedürfnisse zurückstellt und mitspielt. Das kann auf Dauer aber nicht funktionieren.

Häufig fühlen sie sich als Frau vom Partner abgelehnt und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Sie sind hin- und hergerissen zwischen Rücksichtnahme – schließlich sind sie zuletzt in das bereits bestehende Familiensystem gekommen – und dem Ärger, dass sie ihre Rolle als Partnerin «ihres» Mannes und die Beziehung mit ihm nicht frei gestalten können.

Auch bei euch sind diese Dynamiken im Gang und ich denke daher, dass ihr in dieser komplexen Situation Begleitung braucht – sowohl als Paar als auch in euren unterschiedlichen Elternrollen. Ob sich dadurch bei dir wieder die alten Gefühle für den Sohn deines Partners einstellen werden, weiß ich nicht. Jedoch kann im Prozess zumindest eine echte Chance entstehen, um wieder Schritte in seine Richtung zu machen und das Problem an der Wurzel zu packen. Viel Glück!

(L'essentiel/wer)

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