Doktor Sex

22. März 2021 12:25; Akt: 22.03.2021 12:31 Print

«Ich lande immer bei den falschen Männern!»

Stephanie tut sich schwer beim Kennenlernen von Männern. Nun gibt es eine neue Bekanntschaft, aber plötzlich droht alles an Missverständnissen zu scheitern. Was kann sie tun?

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Stephanie (30) ist verzweifelt: «Ich fürchte, bei ihm nur eine von vielen zu sein – was soll ich tun?» Doktor Sex weiß Rat. (Bild: Pexels.com)

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Frage von Stephanie (30) an Doktor Sex

Ich hatte bisher noch keine Beziehung. Da ich lange schüchtern war und wenig Selbstvertrauen hatte, machte ich mich auch nie auf die Suche. Angebote erhielt ich zwar und war auch schon verliebt. Aber es klappte nie. Oder dann landete ich bei den falschen: unreife Männer, die mir nicht die Tiefe und spirituelle Reife bieten konnten, die ich suche.

Nun habe ich einen zehn Jahre älteren Mann kennengelernt. Er steht mit beiden Beinen im Leben. (Was ich von mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht behaupten kann). Ich mag ihn sehr! Wir waren erst nur Freunde, dann etwas mehr. Seit Corona und der damit verbundenen physischen Trennung, gab es aber viele Missverständnisse per Whatsapp und ich war wohl auch etwas unnahbar.

Wir haben uns nun schon eine Weile nicht mehr gesehen, möchten uns aber wieder treffen, um alles zu klären. Gleichzeitig macht mir das auch Angst – gerade weil ich noch nie in einer Beziehung war und keine Erfahrung mit solchen Klärungen habe. Ich zweifle an mir und an dem, was ich geben kann – was eigentlich verdammt viel wäre. Zudem befürchte ich, für ihn nur eine von vielen zu sein. Was soll ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Stephanie,

das absolut perfekte Gegenüber für eine Beziehung existiert nicht. Immer gibt es mehr oder weniger ausgeprägte Abweichungen vom gewünschten Idealzustand. Dies hat Vor- und aber eben auch Nachteile.

Ein Vorteil ist – zumindest für diejenigen, die sich vom Leben mehr wünschen als nur Konsum –, dass man sich nicht einfach mit dem Lieblingsmenschen in ein selbst geschaffenes Paradies zurückziehen kann, sondern aktiv mit sich und der Welt, wie sie sich einem präsentiert, arbeiten muss.

Letzteres trifft übrigens auch auf den von dir erwähnten Bereich der Spiritualität zu. Sich in diesem Feld zu schulen, bedeutet nämlich nicht primär, es sich auf einem Mediationskissen oder mit einem Buch bequem zu machen, sondern sich mit unbequemen Lebensumständen auseinander zu setzen, um so den subtilen Ego-Konzepten auf die Spur zu kommen.

Dass du noch keine Beziehungserfahrung hast, ist kein Grund, dich vor der Klärung zu fürchten. Du hast in deinem bisherigen Leben nämlich sicher bereits Konflikte ausgetragen und geklärt. Auf diese Erfahrungen kannst du auch im vorliegenden Fall zurückgreifen.

Dem Prinzip «Störungen haben Vorrang» folgend, empfehle ich dir, zuerst deine Befürchtung zu klären, wonach du im Leben dieses Mannes nur eine von vielen Frauen bist. Ich vermute nämlich dass sie dazu geführt hat, dich in die Unnahbarkeit zu flüchten.

Sollte sie sich bewahrheiten, erübrigen sich wohl weitere Gespräche. Sollte sich jedoch herausstellen, dass deine These falsch ist, dürfte es Sinn machen, von deiner Wahrheit auszugehen und dem Mann offen und ehrlich davon zu berichten. Dazu gehört auch, wie du dich aufgrund der mangelnden Beziehungserfahrung fühlst.

Neben dem klärenden Gespräch mit diesem Mann, sehe ich noch eine zusätzliche Möglichkeit, die unterstützend sein könnte: Dich mit fachlicher Begleitung mit deinem Selbstwertgefühl auseinander zu setzen. Alles Gute!

(L'essentiel/Bruno Wermuth)

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