Dr. Sex

28. August 2019 11:41; Akt: 28.08.2019 18:26 Print

«Ich stehe auf Doktorspiele, er nicht!»

Alina hat einen Fetisch, den sie gern mit ihrem neuen Partner ausleben möchte. Aber so ganz einfach gestaltet sich dies nicht. Was tun?

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Beim Sex loszulassen, ist für manche Menschen grundsätzlich schwierig. (Bild: Tatchai)

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Frage von Alina (35) an Dr. Sex: Seit sechs Monaten habe ich einen gleichaltrigen Partner. Wir verstehen uns prima und auch der Sex mit ihm ist sehr schön. Schon seit längerer Zeit habe ich einen Fetisch für Doktorspiele. Diesen möchte ich nun auch gern mit meinem neuen Partner ausleben.

Er traute sich jedoch bisher noch nicht, als Patient in ein Rollenspiel einzusteigen. Darum treffe ich mich weiterhin mit einem befreundeten Paar in einem authentischen Klinikraum mit Gynäkologenstuhl und allem Drum und Dran. Mein Freund kommt manchmal mit. Aber bisher war er immer nur Zuschauer.

Ich frage mich, wie ich ihn dazu bringen könnte, dass er auch mitmacht. Wir haben es auch schon ein paarmal mit entsprechendem Filmmaterial versucht. Aber auch da ist der Funke bisher einfach nicht übergesprungen. Ich möchte ihn nicht verlieren, weil ich ihn liebe und mir eine Zukunft mit ihm wünsche. Danke für deine Tipps!

Antwort von Dr. Sex

Liebe Alina

Sexspiele, bei denen eine Person dominiert wird oder sich einer anderen unterwirft, gehören in die Kategorie BDSM. Die Abkürzung steht für «Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism». Dahinter verbergen sich vielfältige sexuelle Praktiken, die unter anderem Unterwerfung, Bestrafungen, das Zufügen von Lustschmerz oder Fesselungen beinhalten. Auch die von dir erwähnten Doktorspiele gehören dazu.

Es scheint mir wichtig, in Zusammenhang mit deiner Frage darauf hinzuweisen, dass es für manche Menschen ganz grundsätzlich eine Herausforderung ist, beim Sex loszulassen und sich ganz hinzugeben. Allein schon deshalb ist es verständlich, wenn dein Partner von deiner Einladung überfordert ist und sich zurückhält.

Bei mir melden sich ab und zu Paare, bei denen die sexuellen Wünsche und Bedürfnisse sich sehr stark unterscheiden. Im Gespräch mit diesen stellt sich dann heraus, dass es moralische Konzepte, Scham und letztlich die Schwierigkeit ist, dies alles angemessen zu kommunizieren, die dazu führen, dass man keine einvernehmliche Lösung findet. Ich denke, auch bei euch spielen alle diese Aspekte eine Rolle – zumal ihr euch ja zudem auch noch nicht so lange kennt.

Bei Doktorspielen kommt erschwerend hinzu, dass sie sich an einer Alltagssituation orientieren, die für die meisten Menschen maximal weit entfernt ist von sexueller Lust und wohl eher mit Abneigung, Unsicherheit oder gar Angst in Verbindung gebracht wird. Auch diesen Aspekt solltest du beachten, wenn du versuchst, deinen Freund bezüglich deiner Vorliebe auf andere Gedanken zu bringen. Vielleicht wäre es einfacher, nicht als Patient mitzuspielen, da er so das Geschehen besser kontrollieren könnte.

Letztlich dürften es aber lösungsorientierte Gespräche sein, die deinen Freund bestenfalls dazu bringen können, sich im vertrauten Rahmen allein mit dir und in möglicherweise kleinsten Schritten auf ein Experiment einzulassen. Sucht also nicht nach dem, was ihn hindert, sondern (er-)findet zusammen Lösungen anhand der Frage: Was brauchst du – oder was kann ich tun –, damit es dir möglich wird, dich ein klein wenig einzulassen?

Falls er sich auch so nicht auf deine Vorliebe einlassen kann oder will, musst du dies unbedingt und vollumfänglich akzeptieren. Denn eine Beziehung einzugehen bedeutet nicht, alle seine Grenzen fallen zu lassen und der Partnerin oder dem Partner zuliebe alles zu tun. Viel Glück und alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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