Dr. Sex

07. Januar 2021 12:10; Akt: 07.01.2021 12:15 Print

«Ich will nicht länger nur Sexobjekt sein»

Liv ist verunsichert, da sie sich in ihren ersten körperlichen Begegnungen mit Männern nicht als Mensch sondern als Sexobjekt fühlte. Was kann sie tun, damit dies anders wird?

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Liv ist verunsichert. Sie glaubt, dass sie von Männern nur als Sexobjekt wahrgenommen wird. Sie fragt sich, wie sie das ändern kann. Dr. Sex weiß Rat. (Bild: pexels.com)

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Frage von Liv (21) an Dr. Sex:

Ich (21) hatte bisher noch keine Beziehung, aber zwei intime Begegnungen mit Männern. Der erste hat ungefähr drei Jahre mit mir gespielt, es war eine On-Off-Sache. Im Endeffekt hat dies meine Haltung bezüglich Sex und Intimität zerstört. Der Sex war mir lästig, aber ich musste ihn aushalten, um dann (vielleicht) eine andere Art von Nähe zu bekommen.

Mit dem zweiten Mann lernte ich etwas anderes kennen, die Sache ging aber sehr schnell zu Ende. Aus den beiden Erfahrungen ziehe ich den Schluss, dass ich von Männern nur als Sexobjekt gesehen werde. Ich kann deshalb auch keinem mehr vertrauen. Gleichzeitig möchte ich das aber gar nicht und sehne mich nach Liebe und Zweisamkeit.

Ich habe das Gefühl, es gebe für mich keine Möglichkeit mehr, jemals eine gesunde Beziehung zu führen, da ich so verletzt bin. Wie kann ich diese Verletzung überwinden? Und wie soll ich mich als Frau verhalten, damit Männer mich primär als Mensch interessant finden und nicht nur als Sexobjekt sehen?

Antwort von Dr. Sex

Liebe Liv

In einer intimen Beziehung verletzt zu werden, kann in der Seele Wunden hinterlassen und großes emotionales Leiden nach sich ziehen. Aber solche Schäden können heilen. Und es ist möglich, sich aus diesen Verstrickungen zu lösen und ein Leben zu leben, das nicht von der Verletzung bestimmt wird.

Um dies zu erreichen, bedarf es der bewussten Auseinandersetzung mit dem Erlebten – idealerweise in Begleitung einer Fachperson.

Die individuellen Ziele und Inhalte eines solchen Prozesses können aufgrund der spezifischen Qualität und Intensität dessen, was die Menschen in der Vergangenheit erlebt haben, sehr verschieden sein.

Eine grundsätzliche Idee ist aber, alle Therapien gemeinsam zu verbinden: Der begleitete Mensch soll durch den Prozesses fähig werden, bewusster mit dem umzugehen, was er erlebt hat und worauf er anfänglich mehr oder weniger lang mit Verdrängung reagierte.

Für dich dürften es aus meiner Sicht zwei Themen sein, die unter die Lupe zu nehmen Sinn machen: Einerseits dein Mensch und Frau-Sein sowie das sich daraus ergebende Konzept von Sexualität, andererseits die Art, wie du in Beziehungen Grenzen ziehst und aufrecht hältst.

Alle anderen Aspekte – also auch die Frage, wie du von Männern primär als Mensch und nicht nur als Sexobjekt gesehen werden kannst – werden sich in diesem Kontext automatisch zeigen. Alles Gute!

(L'essentiel/Bruno Wermuth)

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