Dr Sex

06. Februar 2019 13:21; Akt: 06.02.2019 13:25 Print

«Kann Polygamie auf Dauer funktionieren?»

Tomy ist fasziniert von der Möglichkeit, Sex mit mehreren Menschen zu haben. Aber so ganz traut er der Sache doch nicht.

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Tomy (36) ist fasziniert von der Polygamie. Er würde sie gern ausprobieren, zugleich hat er aber auch Bedenken. (Bild: Kiss me again/Sony)

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Frage von Tomy (36) an Dr Sex: Immer mehr Frauen ziehen eine Freundschaft Plus einer monogamen Partnerschaft vor – manche führen sogar mit mehreren Partnern eine solche Beziehung, leben also polygam. In der Theorie fasziniert mich dieses Lebensmodell, aber ich kann mir die praktische Umsetzung nicht wirklich vorstellen.

Wie soll das auf Dauer funktionieren? Wird es nicht irgendwann kompliziert werden, spätestens dann, wenn Gefühle ins Spiel kommen? Bestimmt wird eine der beteiligten Personen eifersüchtig. Zudem müssten ja alle die Möglichkeit haben, mehrere Partner zu haben. Das führt doch ins totale Chaos!

Letztlich müssen mehrere Menschen ihre Emotionen sehr stark kontrollieren, damit die ganze Sache nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Und irgendwie sind in diesem Modell alle gleich wichtig füreinander. Aber hat nicht jeder Mensch den Wunsch, für jemand anderes der oder die Wichtigste zu sein?

Antwort von Dr Sex

Lieber Tomy

Was für eine Frage – schon der Einstieg ist herausfordernd. Deine Formulierung suggeriert, dass es sich bei den geschilderten Phänomenen um Fakten handelt. Tatsache ist aber, dass du einfach deine subjektive Wahrnehmung als solche verkleidest. Es geht also nur um eine Behauptung, um etwas, von dem du glaubst, dass es so sei.

Trotzdem finde ich dein Anliegen interessant, denn es dürfte tatsächlich eine ziemliche Herausforderung sein, so transparent und offenen Herzens sich selbst und andere Menschen zu teilen.

Um dieses Modell zufriedenstellend im Alltag leben zu können, braucht es in erster Linie Mut und den Wunsch, Vielfalt nicht nur ertragen, sondern freudig auskosten zu wollen. Auch eine gute Portion Differenzverträglichkeit dürfte hilfreich sein, denn so zu leben entspricht überhaupt nicht dem, worauf die meisten Menschen als Kinder vorbereitet werden.

Bestimmt kommt es auch in dieser Beziehungsform zu Schwierigkeiten – genauso, wie dies auch in monogamen Beziehungen der Fall ist. Sie werden einfach eine andere Qualität haben und entsprechend sind andere Fähigkeiten im Umgang damit erforderlich. Und selbstverständlich wird sich der eine oder die andere verlieben. So what? Das geschieht ja sowieso dauernd – Singles genauso wie Personen, die in einer Beziehung leben oder verheiratet sind.

Faszination und Anziehung kümmern sich halt einen Deut um Ideen und Konzepte vom richtigen Leben. Das wäre aber eigentlich auch kein Problem, wollten Menschen nicht alles gleich für die Ewigkeit festlegen und konservieren. Es ist genau, wie du schreibst: Da ist stets der Wunsch, wichtig zu sein.

Dieser ist die Folge eines von Ängsten geprägten Erziehungsstils, der Kinder klein macht und in der Abhängigkeit von Autoritäten gefangen hält. Es sind die sich daraus ergebenden Zweifel am eigenen Wert und an der eigenen Selbstwirksamkeit, die letztlich zu diesem Wunsch führen, für jemand anderes das Wichtigste zu sein – weil man nie gelernt hat, frei zu sein und sich selbst zu lieben.

Ich denke, es ist eine große Herausforderung, so zu leben, denn man ist wirklich gezwungen, sich und die Welt völlig anders zu denken – ja geradezu neu zu erfinden. Aber warum nicht? Denn zu versuchen, ungestillte Sehnsüchte durch Konsum zu bewältigen, scheint mir jedenfalls keine echte Alternative zu sein. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cluny am 12.02.2019 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Araber haben mehrere Frauen und somit auch mehr Probleme.

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  • Cluny am 12.02.2019 16:30 Report Diesen Beitrag melden

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