Dr. Sex

21. August 2019 07:56; Akt: 21.08.2019 07:57 Print

«Mein Freund hat ein Orgasmusproblem!»

Tabeas neuer Freund experimentiert damit, seinen Höhepunkt zu steuern – mit unerwünschten Folgen.

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Zwischen fünf und zehn Prozent der Männer haben Probleme mit dem Orgasmus. (Bild: iStock/Katarzynabialasiewicz)

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Frage von Tabea (23) an Dr. Sex: Ich habe vor einiger Zeit einen Mann kennengelernt, und vor kurzem hatten wir auch das erste Mal Sex. Er ist wirklich heiß auf mich, hat kein Problem, eine Erektion zu bekommen und hart zu bleiben. Jedoch sagte er mir schon am Anfang, dass er, wenn er den Orgasmus hinauszögere, danach häufig nicht mehr kommen könne.

Neulich nun hatten wir Oralsex. Dieser hat ihm sehr Spaß gemacht. Dabei hat er den Orgasmus aber hinausgezögert, weil er erst noch richtigen Geschlechtsverkehr mit mir haben wollte. Den hatten wir dann auch, jedoch konnte er dabei nicht mehr zum Höhepunkt kommen.

Ich habe ihm dann vorgeschlagen, in Zukunft jeweils gleich zu kommen, wenn er spürt, dass er nahe am Orgasmus ist. Und die Zeit danach mit anderen Praktiken zu überbrücken, bis er weitermachen kann. Kommt es oft vor, dass Männer Schwierigkeiten haben, zum Orgasmus zu kommen? Woran liegt dies? Und kann Frau da vielleicht etwas nachhelfen?

Antwort von Dr. Sex

Liebe Tabea

Orgasmusstörungen kommen bei Männern sehr viel weniger häufig vor als bei Frauen. Trotzdem sind sie gar nicht so selten. Studien legen nahe, dass zwischen fünf und zehn Prozent der Männer Probleme mit dem Orgasmus haben. Häufiger als der fehlende Orgasmus ist aber die vorzeitige Ejakulation – also der Höhepunkt, der früher als gewünscht eintritt.

Meist wird der ausbleibende Orgasmus als persönliches Versagen empfunden. Und auch die Partnerinnen und Partner fühlen sich oft mitverantwortlich, da sie denken, als Liebhaber(in) nicht gut genug und in der Lage zu sein, ihr Gegenüber sexuell anzuturnen und zu befriedigen. Dies hat Auswirkungen auf die Beziehung.

Orgasmusprobleme beim Mann haben – je nach Art der Störung – ganz unterschiedliche Ursachen. Ein Grund für den ausbleibenden Orgasmus sind häufig Gewohnheiten in Zusammenhang mit der Selbstbefriedigung. Viele Männer lernen nämlich, mit einer hohen Spannung im Körper und mittels der sich vor- und zurückbewegenden Hand zu onanieren.

Da beim Geschlechtsverkehr sowohl Spannung wie auch Druck nicht in derselben Weise aufgebaut und aufrechterhalten werden können, ist es entsprechend schwieriger, zum Orgasmus zu kommen.

Auch bei deinem Freund ist es wahrscheinlich eine Spannung, die zum Auslöser für die nachfolgende Orgasmusstörung wird. Um den Orgasmus zu kontrollieren, wird unter anderem auch die Beckenbodenmuskulatur angespannt. Damit sich diese danach aber nicht verkrampft, ist es wichtig, sie später auch wieder bewusst zu entspannen.

Am besten geht dies, indem man den Geschlechtsverkehr kurz unterbricht und bewusst in den Beckenbodenbereich ein- und ausatmet. Hilfreich ist zudem auch, beim Geschlechtsverkehr die sogenannte Beckenschaukel anzuwenden. Mehr zu diesem Thema findest du auf der Webseite von Lilli.ch.

Hilfreich dürfte für deinen Freund sein, wenn du ihn dabei unterstützt, beim Sex bewusst zu atmen, beispielsweise, indem du dies auch tust. Und da die Anwendung der Beckenschaukel bei beiden Geschlechtern positive Auswirkungen auf die Beweglichkeit hat und die Empfindungsfähigkeit stärkt, könnt ihr diese zusammen üben und dann auch beim Sex anwenden. Viel Spaß dabei und alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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