Dr Sex

31. Juli 2019 09:28; Akt: 31.07.2019 09:40 Print

«Statt mit mir zu reden, begann er eine Affäre!»

Livias Mann ging fremd. Nun ist er ausgezogen. Aber die Trennung erweist sich als schwierig. Und auch der 5-jährige Sohn macht Probleme. Was tun?

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Frage von Livia (43) an Dr Sex: Nach 14 Jahren Beziehung hat mein Mann mich betrogen und über ein Jahr lang ein Doppelleben geführt. Statt mit mir zu reden, worum ich ihn öfter gebeten hatte, begann er einfach eine Affäre! Als ich davon erfuhr, habe ich mich sofort getrennt. Anfangs kam er bei seiner Liebhaberin unter, jetzt hat er eine eigene Wohnung in unserer Nähe.

Wir haben zwei Kinder, 16 und 5 Jahre alt. Die Ältere bekommt alles mit und kann ziemlich gut damit umgehen. Der Kleinere jedoch leidet ziemlich. Er fühlt sich vom Papa im Stich gelassen und klammert sich extrem an mich. Auch will er nicht mit seiner Schwester zusammen zu ihm gehen.

Mein Mann gibt mir die Schuld an allem und ist absolut nicht kooperativ was die Regelung der Finanzen sowie des Sorgerechts angeht. Ich habe mir nun eine Anwältin genommen. Wie soll ich damit umgehen, dass mein Sohn nicht zu seinem Vater möchte? Er glaubt, ich sei es, die dies verhindert. Dabei versuche ich doch, den Jungen davon zu überzeugen, mit seiner älteren Schwester mitzugehen!

Antwort von Dr Sex

Liebe Livia

Sich als Paar achtsam und bewusst zu trennen, ist nicht einfach. Sind auch noch Kinder mit im Spiel, ist die Herausforderung entsprechend größer. Gelingt es den Erwachsenen nicht, die Paar- und Elternebene klar auseinanderzuhalten, sind es letztlich immer die Kinder, die den Preis dafür bezahlen müssen.

Auch ihr scheint diese Rollen durcheinanderzubringen. Aber wer genau seine Verantwortung nicht wahrnimmt oder schuld ist in einer bestimmten Situation, spielt für mich im Moment absolut keine Rolle. Denn es ist offensichtlich, dass euer Jüngster leidet, und das sollte eigentlich genügen, um vernünftig zu werden!

Mit Verlaub: Wie muss man unterwegs sein, um nicht zu merken, dass ein 5-jähriges Kind auf Gedeih und Verderb der Willkür – um nicht zu sagen Dummheit – seiner Eltern ausgeliefert ist?

Um nicht ein falsches Bild entstehen zu lassen: Ich bin nicht der Meinung, dass Eltern den Kindern zuliebe zusammenbleiben sollten. Im Gegenteil: Es ist menschlich, am Projekt Familie zu scheitern und sich darum neu zu organisieren oder allenfalls auch zu trennen. Aber bitte nicht so, wie ihr das gerade macht!

Statt euch Unterstützung zu holen, die eurem Sohn zugutekommt, streitet ihr lieber noch ein wenig über eure unterschiedlichen moralischen, rechtlichen und organisatorischen Überzeugungen. Oder dann appellierst du an die Vernunft des Jungen und versuchst ihn zu überzeugen, mit seiner Schwester zu seinem Vater zu gehen.

Genug! Meldet euch auf der lokalen Erziehungsberatung und organisiert für euch eine Mediation und/oder eine Paarberatung. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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