Doktor Sex

16. Oktober 2019 13:54; Akt: 16.10.2019 14:10 Print

«Weil ich schwanger bin, will er keinen Sex mehr!»

Seit Orna ein Kind erwartet, hat sich ihr Partner körperlich und emotional zurückgezogen. Was ist los mit ihm?

storybild

Das Thema Sex kann während der Schwangerschaft zu einem Problem werden. (Bild: Kjekol)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Frage von Orna (35) an Doktor Sex: Ich bin im fünften Monat schwanger und mein Mann will keinen Sex mehr mit mir. Er sagt, er habe Angst, dass dabei das Ungeborene verletzt werden könnte. Dies kann ich verstehen, jedoch vermute ich, dass es noch andere Gründe gibt.

So schaut er mich zum Beispiel auch nicht mehr so an, wie er das früher getan hat. Und er gibt mir weder Zärtlichkeiten noch Küsse. Auf der körperlichen Ebene läuft einfach rein gar nichts mehr.

Ich fühle mich ungeliebt. Und es macht mich fertig, immer abgewiesen zu werden. Wie wird das wohl erst nach der Geburt sein? Ich will doch keine Ehe ohne Sex! Betrügen würde ich ihn niemals, denn ich liebe ihn über alles. Was kann ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Orna

Eine Schwangerschaft hat Veränderungen zur Folge. Die zwei Menschen, die sich bisher nur als Beziehungspartner kannten, werden plötzlich in die Elternrolle katapultiert. Dies ist für manche eine Herausforderung. Nicht selten sind die neun Monate nicht nur Vorfreude auf die Geburt, sondern auch eine Zeit mehr oder weniger ausgeprägten Leidens.

Ich vermute, dass auch dein Partner etwas davon abbekommt. Die möglichen Hintergründe für sein Verhalten sind vielfältig. Seine Biografie kann ebenso ein Grund sein wie seine Vorstellungen von der Vater- bzw. Mutterrolle. Vielleicht ist es aber auch einfach nur ein diffuses Unbehagen gegenüber der neuen Situation und der Frage, wie er die neue Rolle neben allen schon bestehenden auch noch bewältigen soll.

Und genauso wie bei ihm werden wohl auch bei dir biografische Prägungen oder Rollenerwartungen getriggert. Deine Vorstellungen, Hoffnungen und Erwartungen treffen also auf seine und das Resultat ist ein komplexer und potenziell explosiver Mix. Die daraus entstehenden Spannungen kann man aber zum Glück durch vorbehaltslos ehrliche Gespräche weitgehend neutralisieren.

Geh deshalb auf deinen Mann zu und sprich ihn auf dein Erleben an. Teile ihm mit, wie du dich fühlst und lasse ihn vor allem wissen, was du brauchst. Indem du ihn an deinen Bedürfnissen teilhaben lässt, entsteht überhaupt erst die Möglichkeit für ihn, diese zu erfüllen. Auch während einer Schwangerschaft gilt nämlich: Beziehungspartner- und -partnerinnen können nicht hellsehen.

Dass der Sex in dieser Zeit zum Problem werden kann, liegt nahe. Es sind nicht selten auch die Männer, die in der Schwangerschaft keinen Sex mehr wollen. Neben der Angst davor, dadurch Wehen auszulösen, befürchten manche von ihnen, dass dem Kind Schaden zugefügt werden könnte. Der Embryo ist in der Gebärmutter aber bestens geschützt. Ihm kann beim «normalen» Liebesspiel der Eltern also nichts passieren.

Wichtig ist auch hier, miteinander im Gespräch zu sein, sowohl während der Schwangerschaft als auch danach. Und sich gegenseitig über die auftauchenden Wünsche zu informieren. Lust auf Sex zu haben, ist legitim. Jedoch gilt es immer wieder aufs Neue, zu klären, wie diese unter den aktuellen Umständen gerade befriedigt werden kann. Alles Gute euch!

(L'essentiel/wer)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.