Doktor Sex

20. Juli 2018 15:27; Akt: 20.07.2018 15:30 Print

«Er besteht darauf, mich beim Sex zu schlagen!»

Lisas neue Bekanntschaft hat seltsame Vorlieben. Stimmt mit ihm etwas nicht?

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Lisas Sexpartner offenbart Seiten, die sie rätseln lassen. (Bild: Universal Pictures)

Zum Thema

Frage von Lisa (34) an Doktor Sex: Ich lernte kürzlich einen sympathischen, humorvollen und offenen Mann kennen. Er gefiel mir und wir landeten in einer Affäre. Da habe ich Seiten von ihm gesehen, die mich rätseln lassen. Wir hatten keinen Geschlechtsverkehr, machten aber heftig rum. Dabei versohlte er mir den Po, schlug mich auf die Brüste und fingerte mich überall.

In mich eindringen wollte er aber nicht, und ich durfte ihn auch nicht oral befriedigen – er mich aber schon. Ich hatte durchaus Spaß an der Sache und fragte daher auch nicht weiter nach. Nun schlug er mir neulich vor, meinen Po mit einem Gürtel zu schlagen und dazu zu wichsen.

Im Schlafzimmer ist er total dominant, außerhalb eher der nette Kumpel von nebenan. Worum geht es bei solchen Männern? Möchten sie Macht ausüben? Die Frau erniedrigen? Warum törnt ihn das alles an? Gefalle ich ihm nicht, dass er keinen Geschlechtsverkehr mit mir möchte? Für mich ist das alles neu, und ich bin überfordert.

Antwort von Doktor Sex

Liebe Lisa

Sexspiele, bei denen eine andere Person dominiert wird oder sich jemandem unterwirft, gehören in die Kategorie BDSM. Diese Abkürzung steht für «Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism». Dahinter verbergen sich vielfältige, meist sexuelle Verhaltensweisen, die unter anderem spielerische Bestrafungen, das Zufügen von Lustschmerz oder Fesselungen beinhalten können.

Manchen ist in diesem Zusammenhang der Begriff Sadomasochismus geläufig, der sich aus Sadismus und Masochismus zusammensetzt. Sadisten verschafft es Lust, über andere Menschen Macht auszuüben. Im Gegensatz dazu erregt Masochisten die unterwürfige Hingabe an den Sexualpartner. Manchen Menschen genügen sanfte Formen, andere gehen buchstäblich bis aufs Blut.

Dass du überfordert bist vom Verhalten des Mannes und insbesondere vom Spanking – so werden die Schläge mit der flachen Hand oder Gegenständen auf das entblösste Gesäss bezeichnet –, kann ich verstehen. Er hat dich ja offenbar weder darüber informiert, dass er auf solche Spiele steht, noch dir erläutert, worum es ihm dabei geht oder was er empfindet und dass es dabei Regeln gibt, die gemeinsam festgelegt werden.

Alfred Kinsey hat in den 1950er-Jahren herausgefunden, dass manche Menschen Vorlieben haben, die zwar von der gängigen Sexualmoral abweichen, bei denen es sich aber weder um psychische Störungen noch um Krankheiten handelt. Dazu gehören auch die erwähnten BDSM-Praktiken. Aber für Herrn und Frau Durchschnitt sind Menschen, die auf etwas schräge Sexpraktiken stehen, auch heute noch «pervers» und «abartig».

Ich denke, du solltest mit deinem Sexkumpel reden und ihn auf seine Vorlieben ansprechen. Frage ihn auch, ob für ihn Sex ausschließlich mit Dominanz und Unterwerfung zu tun hat und warum er keinen Geschlechtsverkehr mit dir haben will. Danach kannst du entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen du diese Sexbeziehung weiterführen willst.

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(L'essentiel/wer)

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