Dr Sex

16. Juli 2018 11:43; Akt: 16.07.2018 11:45 Print

«Hilfe, meine Vulva ist überempfindlich!»

Clara steht auf das Liebesspiel mit ihrem Freund. Aber ihr Körper spielt nicht so mit, wie sie dies gerne hätte. Was tun?

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Clara ist im Intimbereich hochsensibel, sie empfindet leichte Berührungen zum Teil als störend. (Bild: Vladimirfloyd)

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Frage von Clara (27) an Dr Sex: Ich liebe den Sex mit meinem Freund und bin sehr glücklich in unserer Beziehung. Dennoch stört mich eine Sache an meinem Körper: Ich bin hochsensibel im Intimbereich. Leichte Berührungen empfinde ich sehr stark und zum Teil sogar als störend. Schmerzen habe ich aber nicht.

Dies führt dazu, dass das Timing beim Sex genau stimmen muss, sonst ist bei mir schnell alles wieder vorbei und ich bin überreizt. Deshalb kann ich zum Beispiel nach einem Orgasmus nicht weitermachen, da auch nur die leichteste Berührung zu viel ist. Manchmal bin ich auch bereits beim Vorspiel so empfindlich, dass ich keinen Sex mehr haben möchte.

Das macht die Sache für uns schwierig und frustrierend. Meinem Freund ist es wichtig, dass ich genauso Spaß habe wie er, und manchmal kann er mich nicht verstehen. Ich versuche es ihm zu erklären, aber eigentlich kann ich es mir selbst nicht erklären. Was stimmt mit mir nicht? Was kann ich dagegen tun? Gibt es andere, denen es so geht?

Antwort von Dr Sex

Liebe Clara

Auch wenn es möglicherweise etwas seltsam tönt, da diese Übersensibilität im Intimbereich für dich vor allem Leiden bedeutet, möchte ich deine differenzierte und stark ausgeprägte Empfindsamkeit als etwas würdigen, was grundsätzlich positiv ist. Es gibt nämlich viele Frauen, die ihr Geschlechtsorgan kaum spüren und dies als Problem beklagen.

Du schreibst nichts darüber, ob diese Überempfindlichkeit schon immer vorhanden war oder ob sie neueren Datums ist. Aus medizinischer Sicht solltest du daher abklären, ob diesem Phänomen nicht beispielsweise eine Entzündung zugrunde liegt. Am besten meldest du dich dafür zu einer Untersuchung bei deiner Gynäkologin an.

Neben den technischen Möglichkeiten, auf die ich noch zu sprechen komme, gibt es auch eine medikamentöse Variante, um die Sensibilität etwas zu dämpfen. Dabei handelt es sich um ein Lokalanästhetikum in Form eines Sprays. Männer, die an vorzeitigem Samenerguss leiden, benutzen es, um die Empfindsamkeit der Eichel etwas zu reduzieren.

Wenn du einen solchen Spray ab und zu nutzen möchtest – beispielsweise an Tagen, wo es dir wichtig ist, den Sex ungestört genießen zu können –, kannst du dich in einer Apotheke über das rezeptfrei erhältliche Produkt informieren. Ein Nachteil wäre, dass damit aber auch die Empfindungsfähigkeit des Penis deines Freundes beeinträchtigt würde.

Langfristig ist die Nutzung eines Anästhetikums sicher keine Lösung. Es scheint mir daher wichtig, dass du mit deinem Partner zusammen herauszufinden versuchst, wie und wo Berührungen für dich angenehm sind – oder zumindest weniger intensiv. Denkbar ist auch, beim Vorspiel den Intimbereich ganz auszulassen.

Es gibt nämlich auch dann immer noch genügend erogene Körperzonen – beispielsweise die Brüste mit den Brustwarzen, die Innenseiten der Oberschenkel oder den Bereich rund um den Anus bis zum Damm. Falls du durch deren Berührung nicht genügend feucht wirst, könnt ihr vor dem Geschlechtsverkehr einfach etwas Gleitmittel verwenden.

Beim Oralsex könntet ihr zudem ein sogenanntes Dental Dam benutzen. Dabei handelt es sich um eine Folie aus Latex, die beim Küssen und Lecken auf die Vulva gelegt wird. Solche Lecktücher werden normalerweise zum Schutz vor einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Infektionen verwendet. Auch sie sind in Apotheken erhältlich. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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