Dr. Sex

09. Juli 2018 09:36; Akt: 09.07.2018 13:09 Print

«Ich denke an Sex mit einem anderen Mann!»

Silvia ist eigentlich glücklich. Trotzdem kommt ihr ein anderer Mann emotional gefährlich nahe. Kann das gut gehen?

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Trotz Freund: Silvia geht ein Kollege nicht mehr aus dem Kopf.

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Frage von Silvia (23) an Dr. Sex: Mein Freund und ich sind seit zwei Jahren ein glückliches Paar. Ich habe jedoch einen Kollegen, den ich schon länger kenne. In letzter Zeit fühle ich mich immer mehr zu ihm hingezogen. Und oft erwische ich mich bei Gedanken, die über das hinausgehen, was man mit Freunden so macht.

Ich habe mit meinem Partner über meine Fantasien geredet. Er macht sich aber keine Sorgen deshalb. Ich möchte auch wirklich mit ihm zusammen sein. Gleichzeitig will ich aber auch meinen Kollegen nicht verlieren, da ich ihn als Person sehr schätze und er mir ans Herz gewachsen ist.

Ich bin sehr aufgewühlt und manchmal zweifle ich an mir und der Liebe zu meinem Freund. Ist es möglich, dass eine Partnerschaft unter solchen Voraussetzungen bestehen bleiben kann? Und wie soll ich mit den Gefühlen zu meinem Kollegen umgehen, damit sie die Paarbeziehung nicht gefährden?

Antwort von Dr. Sex:

Liebe Silvia,

dass du auch noch andere Menschen sympathisch findest oder wie deinen Kollegen jemand anderen sehr gern magst, ist kein Anlass zur Sorge. Und auch die Gedanken, die «über das hinausgehen, was man mit Freunden so macht» – ich nehme an, du meinst sexuelle Fantasien –, sind normal. Freue dich, dass sich dein Partner darüber keinen Kopf macht.

Unsere Gedanken führen ein Eigenleben. Sie kommen und gehen wie die Wolken am Himmel. Entscheidend ist, ob man ihnen Nahrung gibt – also sich ihnen zuwendet, sie weiterdreht und damit quasi noch Benzin ins Feuer gießt – oder ob man sie einfach vorbeiziehen lässt, ohne Energie hineinzugeben.

Dies gilt auch für deine Fantasien. Behandle sie wie einen Film, der gerade im Kopfkino läuft. Schau ihn dir einfach an. Und wenn dir Spaß macht, was da gerade gezeigt wird, darfst du die Vorstellung ruhig auch genießen. Schreibe aber nicht am Drehbuch weiter und übernimm auch nicht die Regie. Lass es einfach geschehen – und gut ist.

So lässt du den Spannungsausgleich zu, der durch solche Fantasien zwischen Bewusstsein und Unbewusstem – zwischen der Traumwelt und der Realität, geschaffen wird. Dass sich die Bilder nicht an moralischen Konventionen orientieren, muss dich nicht weiter kümmern. In der Welt, in der sie entstehen, gelten diese Gesetze nicht.

Wichtig ist, dass man seine Fantasien nicht mit Wünschen verwechselt. Vom Tagesbewusstsein aus betrachtet, laufen in den Köpfen mancher Menschen ziemlich «schräge» Geschichten ab. Aber sich beispielsweise vorzustellen, von jemandem zum Sex gezwungen zu werden, bedeutet nicht, dass man dies tatsächlich erleben möchte.

Wenn du die nötige Distanz zu deinen Gedanken wahrst und dir auch immer wieder bewusst machst, was du wirklich von Herzen willst, wird es problemlos möglich sein, die Beziehung mit deinem Freund unter diesen Umständen weiterzuführen. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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