Dr. Sex

13. August 2018 14:15; Akt: 13.08.2018 14:34 Print

«Ich finde ihn sexuell nicht mehr attraktiv!»

Nath hat seit zwölf Jahren einen Freund, aber seit drei Jahren läufts im Bett nicht mehr. Wie kann sie die Beziehung retten?

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Eine Beziehung ist kein Ding, das man beliebig formen und gestalten kann wie ein Stück Holz oder eine Skulptur. (Bild: iStock)

Zum Thema

Frage von Nath (29) an Dr. Sex: Mein Freund und ich sind seit zwölf Jahren ein Paar. Wir verstehen uns super und haben die gleiche Wellenlänge. Aber seit drei Jahren läuft es im Bett nicht mehr. Ich bin der Grund, denn ich finde ihn sexuell nicht mehr anziehend und habe nie Lust. Es tut mir so leid, denn dies nagt an seinem Selbstvertrauen. Er wünscht sich, dass ich ihn so begehre wie er mich – auch nach all den Jahren.

Wenn ich mit ihm Sex habe, dann nur aus Pflichtgefühl. Ich habe sogar Schmerzen dabei, da ich keine Erregung empfinde und deshalb nicht feucht werde. An ihm liegt es nicht, denn er macht alles, was mich grundsätzlich anmacht. Wir haben schon vieles versucht – Sex an einem anderen Ort, Pillenwechsel oder Gleitgel. Aber nichts hilft. Eine offene Beziehung oder Affären kommen für uns aber nicht infrage.


Als kürzlich ein Arbeitskollege mit mir flirtete, waren das Kribbeln und die sexuelle Lust aber voll da. Ich hätte sofort loslegen können. Das alles lässt mich an mir zweifeln. Aber ich möchte nicht ohne meinen Freund leben. Er ist wundervoll und ich liebe ihn. Jedoch kann es das ja auch nicht schon gewesen sein. Ich meine: Adieu Sexleben mit nicht mal 30 Jahren? Wie kann ich unsere Beziehung retten?

Antwort von Dr. Sex

Liebe Nath

Eine Beziehung ist kein Ding, das man beliebig formen und gestalten kann wie ein Stück Holz oder eine Skulptur. Sie nimmt daher auch nicht einfach eine den Wünschen und Vorstellungen der beteiligten Menschen entsprechende Gestalt an – auch dann nicht, wenn sie sich extrem bemühen und in alle erdenklichen Richtungen verbiegen.

Das Gelingen einer Beziehung hängt auch nicht von einer möglichst genauen Passung der Partner ab – also beispielsweise davon, ob sie genau gleiche Interessen und Bedürfnisse haben. Und es geht auch nicht darum, sich einander gegenüber nach bestimmten, bereits im Voraus festgelegten Regeln möglichst «richtig» zu verhalten.

Menschen sind verschieden und jede Form von Begegnung zwischen ihnen ist ein Experiment. Man lässt sich auf etwas gänzlich Neues ein und was sich dabei zeigen und wie die Interaktion sein wird, ist nicht vorhersagbar. Das ist gut so, denn es führt dazu, immer wieder Neues lernen, sich selbst verändern und weiterentwickeln zu können.

Es versteht sich aber von selbst, dass dies nicht möglich ist, ohne gelegentlich zu stolpern oder allenfalls gar zu scheitern und dabei – so wie du und dein Partner es gerade erleben – mit Unsicherheiten, Ängsten, Selbstzweifeln, Verletzungen, seelischem Schmerz, Hilflosigkeit und Ohnmacht in Kontakt zu kommen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Du kannst deine Beziehung nicht retten! Du kannst dich nur ganz auf sie einlassen – auf das, was sich darin zeigt. Im Moment ist es deine fehlende Lust und der Schmerz, den dies für dich und deinen Partner zur Folge hat. Und die Erkenntnis, dass es einfach ist, beim Flirt mit einem Fremden Lust zu verspüren.

Es ist naheliegend, aber wenig sinnvoll, diese unangenehmen Gefühle und Emotionen nun möglichst schnell loszuwerden. Nachhaltiger könnte sein, zu akzeptieren, dass alles Weltliche vergänglich ist – und dein Leben und deine Beziehung entsprechend neu auszurichten. Was dies im Detail bedeuten könnte, musst du mit dir und deinem Partner zusammen herausfinden, denn eine Patentlösung gibt es dafür nicht. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Veritas am 14.08.2018 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi gutt dass ech als männlechen Ur-Lëtzebuerger déi Problemer net kennen, ëmmer eleng, Kollegen ginn all an de Puff,Fraen sinn all schonn mat méi verméigenden Nei-Letzebuerger zesummen, mir sinn halt déi läscht vun eiser Zort.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Veritas am 14.08.2018 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi gutt dass ech als männlechen Ur-Lëtzebuerger déi Problemer net kennen, ëmmer eleng, Kollegen ginn all an de Puff,Fraen sinn all schonn mat méi verméigenden Nei-Letzebuerger zesummen, mir sinn halt déi läscht vun eiser Zort.