Dr Sex

05. September 2018 08:56; Akt: 05.09.2018 09:47 Print

«Seit wir Sex hatten, ist er sehr ambivalent!»

Noelle ist im Sportverein einem älteren Mann sexuell nähergekommen. Mehr als eine Affäre will er aber nicht. Soll sie trotzdem dranbleiben?

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Bei einem großen Altersunterschied muss man besonders genau hinschauen.

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Frage von Noelle (27) an Dr Sex: Ein Kollege aus dem Sportverein (50) und ich sind uns nähergekommen. Seit wir das erste Mal miteinander Sex hatten, verhält er sich sehr widersprüchlich. Zum einen sagt er, dass wir die Sache wegen des Altersunterschieds beenden sollten. Zum anderen schreibt er mir aber eindeutige Nachrichten und wie sehr er mich will.

Wenn wir uns sehen, können wir kaum die Finger voneinander lassen und am Ende landen wir meist im Bett. Wir haben schon mehrmals darüber gesprochen, haben Erwartungen geklärt und unsere Zukunftsperspektiven offengelegt. Ich habe ihm auch klar gesagt, dass es für mich so stimmt und er mich weder ausnutzt noch verletzt.

Ich weiß, dass er nie verheiratet war und seine letzte Beziehung mehr als zwei Jahre zurückliegt. Ich will die Affäre nicht beenden, da es für mich so stimmt. Ich weiß aber nicht, wie ich sein Verhalten einschätzen soll. Braucht er mehr Sicherheit von mir, um uns nicht den Todesstoß zu geben? Oder kann ich sonst etwas tun?

Antwort von Dr Sex

Liebe Noelle

Manche Männer gegen 50 finden Gefallen daran, Frauen für sich zu begeistern, deren Vater sie sein könnten. Dabei vergessen sie aber meist, dass der Altersunterschied auf Dauer nicht ohne Wirkung bleiben wird und die materiellen Güter, die sie den jungen Frauen bieten können, auf Dauer nicht ausreichen werden, um sie glücklich zu machen.

Klar, man kann sich auch mit einem Altersunterschied von mehr als 20 Jahren auf jemanden tiefer einlassen. Jedoch ist es unter dieser Voraussetzung noch wichtiger als sonst, genau hinzuschauen und die Dinge beim Namen zu nennen. Denn ihr seid zu unterschiedlichen Zeiten sozialisiert worden und daran ändern weder schöne Worte noch die Liebe etwas.

Richtig herausfordernd werden Beziehungen, wenn die hormonell bedingte Blindheit der alltäglichen Ernüchterung weicht. Und dies ist spätestens nach einem Jahr der Fall. Es macht daher Sinn, nichts zu überstürzen und die Sache ruhig anzugehen. Sonst könnte es für euch beide nämlich plötzlich ein böses Erwachen geben.

Vielleicht ist dies ja der Grund, weshalb dein Lover sich eher zurückhaltend gibt und nicht wirklich Anstalten macht, eure Affäre aktiv in eine Beziehung zu verwandeln. Dass er trotzdem immer wieder rückfällig wird, zeigt, dass er sich seiner Sache wohl nicht so ganz sicher und deshalb verführbar ist.

Wichtig scheint mir, dass ihr flexibel bleibt und euch nun nicht in den offenbar eindeutig bezogenen Positionen fix einrichtet. Vermutlich hast auch du Argumente, die gegen eine Vertiefung der Affäre – oder gar für deren Ende sprechen. Und genauso wird er wohl Gründe haben, die nahelegen, dranzubleiben.

Indem ihr beide Möglichkeiten in euch selbst zulässt, vermeidet ihr, euch in Streitereien darüber zu verlieren, wer denn nun Recht hat. Ob abbrechen oder weitergehen die bessere Wahl ist, werdet ihr aber niemals im Gespräch herausfinden können. Letztlich wird es also sowieso einen mutigen Entscheid brauchen. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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