Dr Sex

03. September 2018 11:51; Akt: 05.09.2018 09:47 Print

«Soll ich mich aus ihrem Leben zurückziehen?»

Aus heiterem Himmel hat Merlins Freundin Schluss gemacht. Jedoch möchte sie weiterhin kollegialen Kontakt.

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Sie will keine Beziehung mehr, sondern nur kollegialen Kontakt: Jetzt muss der Mann eine klare Ansage machen. (Bild: Kosamtu)

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Frage von Merlin (34) an Dr Sex: Nach über sieben Jahren Singleleben lernte ich im letzten Dezember eine Frau kennen. Am Anfang war alles tipptopp. Und bis vor kurzem verbrachte ich jedes Wochenende bei meiner Liebsten. Aber letzten Sonntag machte sie Schluss und jetzt sollen wir nur noch gute Kollegen sein.

Sie meinte, dass sie einer Partnerschaft nicht gerecht werden könne, denn neben ihrer Selbstständigkeit und ihrer Weiterbildung bleibe keine Zeit für eine Beziehung. Und sie wolle mich nicht auf der Warteposition verharren lassen. Ihre Gefühle mir gegenüber seien aber immer noch die gleichen und sie wolle mich in ihrem Leben nicht missen.

Ich muss hier noch erwähnen, dass ihre letzte Partnerschaft einige Verletzungen hinterlassen hat, die sie bewogen, in eine Therapie zu gehen. Jetzt ist der Ball bei mir und ich muss entscheiden, ob ich Kontakt will. Aber ich bin total verunsichert. Macht es Sinn, dranzubleiben, oder wäre es besser, mich ganz aus ihrem Leben zurückzuziehen?

Antwort von Dr Sex

Lieber Merlin

Deine Ex- und nun nur noch gute Freundin, scheint nicht nur ziemlich klare und wie mir scheint auch etwas rigide Vorstellungen von einer Beziehung zu haben, sondern auch wenig von Verständigungsprozessen zu halten. Denn so, wie es in deiner Beschreibung tönt, hat sie Schluss gemacht, ohne dich vorher auch nur einmal zu fragen, was du denkst.

Ohne eine Diagnose stellen oder die Frau pathologisieren zu wollen: Sie scheint ein eher selbstbezogener Mensch mit hohen Ansprüchen an sich zu sein. Zudem offenbart sie mit ihrem Verhalten hohe moralische Ansprüche und damit verbunden eine Tendenz, das eigene sowie das Verhalten anderer Menschen als richtig oder falsch zu bewerten.

Ob ihre Haltung und ihr Handeln auf die Erfahrungen zurückzuführen sind, die sie in der letzten Beziehung gemacht hat, kann ich nicht wirklich beurteilen – einen Zusammenhang gibt es aber wahrscheinlich schon, denn für gewöhnlich verändern Menschen nach unangenehmen Beziehungserlebnissen ihre Haltung und ihr Verhalten.

Konkret bedeutet dies meist, dass sie Umstände meiden, die auch nur im Entferntesten an die als schmerzhaft abgespeicherte Situation erinnern – mit der Folge, dass das Vermeidungsverhalten selbst, das ja zu einer mehr oder weniger starken Isolation oder gar Einsamkeit führt, eine erneute Verletzung generiert.

Wichtig scheint mir, dich nicht zu sehr an ihr und ihren Wünschen zu orientieren, sondern für dich selbst klarzumachen, was du willst. Dass du dich in sie verliebt, danach in einer Liebesbeziehung mit ihr zusammengelebt hast und auch nie Zweifel an dieser Art des Zusammenseins hattest, zeigt eigentlich klar, was deine Position in dieser Geschichte ist.

Nun einfach einen Kompromiss anzubieten, der primär ihren Vorstellungen entspricht – vermutlich mit der versteckten Hoffnung, dass sie es sich dann irgendwann doch wieder anders überlegen wird, macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Naheliegender scheint mir, eine klare Ansage zu machen.

Eine solche könnte auch den Vorschlag beinhalten, die Angelegenheit mithilfe einer Paarberaterin oder eines Paarberaters zu analysieren und erst danach über das weitere Vorgehen zu beschließen. Alles Gute!

(L'essentiel/wer)

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