Selbstdiagnostik

26. Juli 2020 14:55; Akt: 26.07.2020 14:55 Print

Vorsichtig vor Dr. Google!

Nur zu gern tendiert man dazu, Krankheitssymptome bei Google einzutippen. Was eigentlich zur Beruhigung gedacht war, entpuppt sich aber schnell mal als das absolute Gegenteil.

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Die Fülle an medizinischen Ratgebern im Internet ist enorm. Die Recherche schadet aber manchmal mehr, als sie nützt. Denn leichte Schmerzen im Unterleib können nach einer kurzen Google-Suche schnell mal zu selbst diagnostiziertem Darmkrebs führen – in den meisten Fällen natürlich ein fataler Fehlschluss.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich Probanden nach einer Google-Recherche in Bezug auf ihre allgemeine Gesundheit schlechter fühlten als noch vor der Suche. Problematisch sind hierbei aber nicht nur Seiten, die gravierende Krankheitsbilder beschreiben. Auch Ratgeber mit eher moderaten Auskünften über Symptome können die gefährliche Spirale der Selbstdiagnostik vorantreiben.

Recherche verursacht Schmerzen

In den schlimmsten Fällen kann solches Verhalten zu psychosomatischen Schmerzen führen, du bildest dir die Schmerzen sozusagen entsprechend deiner Selbstdiagnose ein. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen und die Informationsfülle des Internets kann bei den Betroffenen noch mehr Stress hervorrufen, als dies das eigentliche Anliegen tut. Zusätzlich erhöht dies auch die Gefahr, sich in dieser Selbstdiagnose zu verbeißen und andere Ursachen nicht mehr zu berücksichtigen.

Anstatt dir dank endlosen Internetrecherchen schlaflose Nächte zu bereiten, ist es ratsam, die Symptome möglichst genau zu registrieren, zu beobachten und gegebenenfalls zu notieren. Versuche, dich auch bei der Lokalisierung des Problems möglichst auf Körperregionen zu beschränken und nicht voreilig auf Organe zu schließen, denn vor allem hier kann man sich täuschen. So können beispielsweise Muskelverspannungen im Rückenbereich Schmerzen in der Herzregion verursachen – ein drohender Herzinfarkt, auf welchen Dr. Google verweist, kann also eine vorschnelle Fehldiagnose mit fatalen Folgen sein.

Abklärungen nötig

Wer im Internet eine Antwort sucht, findet diese auch. Und genau hier liegt das eigentliche Problem: medizinisch gesehen gibt es nicht auf jede Frage eine Antwort. Nicht selten sind komplexe, medizinische Abklärungen bei diversen Spezialisten nötig, die dann auch nicht zwingend zielführend sind. Die Erkenntnis, dass nicht für jedes Leiden eine geeignete Pille oder Operation existiert, ist für die Handhabung jedes medizinischen Problems essenziell.

Bei schlimmeren Leiden solltest du also auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, der dich gegebenenfalls auch an einen Spezialisten überweisen kann. Selbstverständlich können sich auch Ärzte irren, und deren Meinung ist nicht über alles erhaben. Deshalb ist es in jedem Fall klug, die Meinung eines Mediziners kritisch zu hinterfragen und nachzuhaken, wenn du etwas nicht verstehst oder eine Entscheidung nicht nachvollziehen kannst.

Wichtig ist die Kommunikation. Im Gegensatz zu einer Internetseite, die eine Handvoll Symptome auflistet (die ohnehin fast auf jedes Leiden zutreffen), bietet dir ein Arzt aufgrund seiner Kompetenz die richtige Diagnose und kann dich mit einer persönlichen Behandlung in die geeignete Richtung weisen.

(L'essentiel/Raphael Knecht)

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