Freitag, der 13.

13. November 2020 10:46; Akt: 13.11.2020 11:17 Print

Wer hat Angst vorm bösen «Unglückstag»?

Weshalb gilt Freitag der 13. als Unglückstag? Wir gehen der Sache auf den Grund: Immerhin wollen wir besonders in diesem Jahr noch mehr Pech auf jeden Fall vermeiden...

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Ein schlechtes Omen und Unglück soll dieser Tag beinhalten. Warum eigentlich? (Bild: Bojanmirkovic)

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Es gibt viele Unglücks-Aberglauben: So sollen schwarze Katzen, unter einer Leiter durchlaufen, Salz verschütten, zerbrochene Spiegel und noch vieles mehr wahrhafte Pechbringer sein. Besonders schlimm: Freitag, der 13. In jedem Jahr gibt es mindestens einen, aber höchstens drei Freitage, die auf den 13. des Monats fallen. Eigentlich eine überschaubare Zahl und dennoch fühlen wir uns an diesen Tagen geradezu vom Pech verfolgt. Tatsächlich gibt es sogar einen Begriff für die Angst vor diesem ganz speziellen Tag: Paraskavedekatriaphobie definiert eine irrationale Angst, wodurch sich der Betroffene nicht einmal aus dem Bett traut oder geplante Termine absagt. Doch warum ist eben dieser Tag mit einem solchen Unbehagen verbunden?

Beginnen wir einmal mit dem Freitag an sich: Der Freitag ist für Christen generell ein trauriger Tag. Die Kreuzigung fiel auf einen Freitag, sowie schon viel früher aus der Bibel überliefert, die Vertreibung aus dem Paradies von Adam und Eva. Für Katholiken ist dieser Tag also eher mit Leid und Unheil verbunden. Das ging so weit, dass Kinder, die an einem Freitag geboren wurden, als «Unglückskinder» gebrandmarkt waren.

Die Zahl 13 – da sind sich beinahe alle einig – bringt sowieso Unglück. Nur einige wenige benennen gerade diese Zahl als ihre Lieblingszahl – ob aus Überzeugung oder aus Provokation sei hier in den Raum gestellt. Das sogenannte «Teufelsdutzend», also 12+1 soll nämlich Chaos bringen und wirkt unrund. In der Bibel sowie auch in Märchenbüchern hat die 13 einen äußerst negativen Beigeschmack. Alles, das wir als positiv oder neutral kennen, endet mit der Zahl zwölf: Zwölf Apostel, zwölf gute Feen (an alle, die die Märchenstunde zu Kindheitstagen verschlafen haben: die 13. Fee war die Böse) zwölf Monate, zwölf Stunden und so weiter. Ich denke, ihr versteht die Überlegung: 12 ist gut, 13 ist böse.

Schlechtes Omen durch Verbindung von Freitag und Zahl 13 verdoppelt ?

Man könnte also annehmen, dass die Summe vom «bösen» Freitag und der «bösen» Zahl 13 das schlechte Omen verdopple. Dabei ist in Wirklichkeit gar nicht soviel Schlimmes an einem Freitag dem 13. passiert. Wir werden euch in Folge mal eine kleine Liste aufstellen, um das Ganze besser zu veranschaulichen.

Und bevor ihr losschreit: Ja, der Freitag, der 13. vom März hat für uns alle auch weiterhin einen bitteren Nachgeschmack. Mit der Gewissheit des kommenden Lockdowns aufzustehen, war wahrscheinlich für niemanden ein tolles Erlebnis und sollte auch den ein oder anderen in seinem Glauben an das Böse verstärkt haben. Und genau deshalb versuchen wir jetzt mal die Angst vor dem heutigen Tag ein wenig zu lindern.

Diese signifikanten Dinge sind an einem Freitag, den 13. passiert.

1. Das Ende des Tempelordens

Im Oktober 1307 befahl der französische König Philipp IV. die Verhaftung aller Mitglieder des Tempelordens.

2. Heinrich der VIII. lässt Frau köpfen

Am Freitag, den 13. Februar 1542, ließ Heinrich der VIII. seine fünfte Ehefrau, Katharina Howard, in London köpfen. Naja okay, der gute Mann hatte generell einen Fable für die Guillotine... Das sollte man demnach auch nicht zwingend dem Datum anlasten.

3. Die Geburt des Hexenmeisters

Nathan Bedford Forrest wurde am 13. Juli 1821 geboren. 1867 wurde er zum ersten «Grand Wizard» des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan gewählt.

4. Der amerikanische Börsencrash

Der amerikanische Börsencrash vom Oktober 1929, der auch in Europa eine schlimme Krise auslöste, war bei uns eigentlich nur durch die Zeitverschiebung an einem Freitag dem 13. Das eigentliche Ereignis fand am Donnerstag zuvor statt, ging aber trotzdem als «schwarzer Freitag» in die Geschichte ein.

5. Bomben auf die Monarchie

Am 13. September 1940 wurde der Buckingham-Palast von deutschen Truppen bombardiert. Glücklicherweise ohne größere Schäden anzurichten oder Menschenleben zu kosten.

6. Fidel Castro ergreift die Macht

Am 13. Februar 1959 übernahm der kommunistische Revolutionsführer Fidel Castro endgültig die Kontrolle auf Kuba.

Natürlich sind dies alles Ereignisse, die man absolut nicht schönreden kann. Dennoch bleibt die Liste an schlimmen Ereignissen am Freitag, den 13. recht überschaubar. In diesem Sinne: Hoffentlich könnt ihr nun etwas beruhigter in den heutigen Tag starten! Bleibt aber auch trotz Erleichterung weiterhin vorsichtig. Denn auch Corona fürchtet sich nicht vor dem «Unglückstag».

Solltet ihr aber weiterhin vom Pech bringenden Kalendertag überzeugt sein, dann teilt uns eure Argumente dafür gerne in den Kommentaren mit.

(L'essentiel/tine/ga/lm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Love am 13.11.2020 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles sind Abergläubisch wegen der Zahl 13. Aber keiner gibt sein 13. Monatsgehalt zurück. Seltsam, oder?

  • Freitag, der Tag nach dem 12. am 14.11.2020 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe niemals Etwas auf Freitag, den 13 dattiert. Wäre doch ein guter Wahltermin. Mal sehen wie dann die Wahlen ausgehen würden. Aber politische Nieten u. Diktatoren kämen selbst dann an die Macht.

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  • Freitag, der Tag nach dem 12. am 14.11.2020 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe niemals Etwas auf Freitag, den 13 dattiert. Wäre doch ein guter Wahltermin. Mal sehen wie dann die Wahlen ausgehen würden. Aber politische Nieten u. Diktatoren kämen selbst dann an die Macht.

  • Love am 13.11.2020 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles sind Abergläubisch wegen der Zahl 13. Aber keiner gibt sein 13. Monatsgehalt zurück. Seltsam, oder?