Behörde warnt

26. Februar 2021 07:45; Akt: 26.02.2021 07:46 Print

Betrüger wollen teuren Fake-​​Impfstoff verkaufen

Die Anti-Betrugsbehörde der EU schlägt Alarm: Immer mehr Betrüger versuchen mit nicht vorhandenem Impfstoff das große Geld zu machen.

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Auf dem leer gefegten Markt für Corona-Impfstoffe beobachten EU-Ermittler immer mehr Betrügereien. Vermittler hätten Regierungen in den vergangenen Wochen insgesamt 900 Millionen Dosen Impfstoff für 12,7 Milliarden Euro angeboten, erklärte die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Dubiose Angebote erhielten auch die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen, lehnten aber ab.

Die 27 EU-Staaten hatten vereinbart, Corona-Impfstoff gemeinsam über die EU-Kommission in Brüssel beschaffen zu lassen. Derzeit sind die aus den Gemeinschaftsverträgen gelieferten Mengen aber überall in der EU knapp. Die Hersteller begründen das mit der erst langsam steigenden Produktion.

«Wir sehen eine wachsende Zahl von Betrügereien und Fake-Angeboten im Zusammenhang mit Impfstoffen», teilte die Olaf-Pressestelle mit. Die Anti-Betrugs-Behörde hat nach eigenen Angaben Informationen von vielen Regierungen bekommen über Vermittler, die versuchten, große Mengen von in der EU zugelassenen Vakzinen zu verkaufen. Die Hinweise hätten stark zugenommen, seit Olaf vor solchen Betrugsversuchen gewarnt habe.

«Obskure Angebote»

Ziel der Betrüger sei es, die Behörden zu einer großen Anzahlung für die Geschäfte zu bewegen und sich dann mit dem Geld abzusetzen. Dieselbe Betrugsmasche sei im vergangenen Jahr auch bei Schutzkleidung angewendet worden. «Die Vermittler stehen für opportunistische Firmen, die bis vor kurzem inaktiv waren oder mit ganz anderen Gütern gehandelt haben», erklärte der Sprecher weiter. Sitz der Firmen sei oft außerhalb der EU, sie seien deshalb schwer zu identifizieren. Olaf setze auf Informationsaustausch über suspekte Geschäfte und habe alle EU-Staaten gebeten, solche Angebote zu melden.

EU-Beamte hatten die Summe der dubiosen Angebote noch am Donnerstagmorgen auf 400 Millionen Dosen beziffert. Abends nannte dann Olaf die aktualisierte Zahl. «Wir nennen das Geisterimpfstoffe, also irgendwelche mehr oder weniger obskuren Angebote, die auch schon an viele Staats- und Regierungschefs wohl gegangen sind», hieß es aus Kreisen der EU-Kommission. Niemand wisse genau, ob es sich um echten Impfstoff handele. Es könne auch «Salzwasser in kleinen Fläschchen» sein.

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. K am 26.02.2021 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele Köche verderben den Brei. Dann sieht man nur noch"Scharze Aldler auf schwarzen Grund"

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  • M. K am 26.02.2021 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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