«Tschüss, Mama»

22. Oktober 2021 15:10; Akt: 22.10.2021 16:27 Print

Das hinterlassen Covid-​​Tote auf den Intensivstationen

Das Gesundheitsamt von Piacenza in Italien hat Hunderte von Gegenständen von Covid-Erkrankten, die nach deren Zeit auf den Intensivstationen liegen blieben, gesammelt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

938 Menschen starben zwischen Februar und Juni dieses Jahres an Covid-19 auf den Intensivstationen von Krankenhäusern im italienischen Piacenza. Das Pflegepersonal ist nach dem Tod eines Patienten oder einer Patientin angewiesen, die persönlichen Gegenstände des Verstorbenen an die Angehörigen weiterzugeben. Eine Brille, Schuhe und Kleider, ein Brief, das Handy, Fotos, ein Portemonnaie oder ein Necessaire. Alles wird in Säcke eingepackt und bei der Gesundheitsdirektion abgegeben, damit Verwandte die Gegenstände abholen können.

500 Säcke wurden im Laufe des vergangenen Frühlings gesammelt. Wie «Corriere della Sera» berichtet, seien rund 70 Prozent der emotionalen Wertgegenstände von Angehörigen identifiziert und abgeholt worden. Doch 60 Säcke liegen noch in den Büros der Gesundheitsdirektion von Piacenza, ohne dass jemand die persönlichen Gegenstände reklamiert.

Wer waren Giovanni und Pasqualina?

Nun hat die Behörde einen emotionalen Appell auf Facebook lanciert und Fotos einiger Objekte veröffentlicht. Da finden sich etwa die goldenen Eheringe von Giovanni und Pasqualina. Die Goldringe haben die Namen und dasselbe Datum eingraviert. Der Schmuck war auf einer Intensivstation gefunden worden, das Paar muss zur selben Zeit eingeliefert worden sein.

«Wir haben versucht, alle Personen mit diesen Namen ausfindig zu machen, die während der Corona-Notlage in die Krankenhäusern eingeliefert worden waren. Aber als wir einige Verwandte kontaktierten, konnten wir kein Paar finden, das in jenem Jahr geheiratet hatte», sagt Elisabetta Tinelli von der Rechtsabteilung. Tinelli vermutet, dass es sich vielleicht um einen verstorbenen Patienten oder einer Patientin handeln könnte, der die Ringe seiner Eltern mitbrachte, als er eingeliefert wurde. «Es bleibt ein Rätsel», so die Anwältin.

«Tschüss Mama, pass auf dich auf»

Wer einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf hat und um sein Leben kämpfen muss, hat oftmals keine Zeit, um sich von seiner Familie zu verabschieden. Patienten und Patientinnen müssen oft ins Koma versetzt werden, um intubiert zu werden, ohne dass sie ihre Liebsten umarmen können. Wenn Krankenhausbesuche nicht erlaubt sind, ist eine schriftliche Mitteilung die einzige Möglichkeit, etwas für die besorgten Angehörigen zu hinterlassen.

Unter den herrenlosen Gegenständen hat das Pflegepersonal ein Foto gefunden, auf dem drei Personen zu sehen sind. Dazu ein Brief: «Tschüss Mama, pass auf dich auf, bis bald.» Bis heute ist unklar, ob der Patient oder die Patientin genesen und aus dem Krankenhaus entlassen wurde. «Es wäre so oder so wichtig, einen Verwandten ausfindig zu machen, um ihm oder ihr das Foto zu geben, das sicherlich Symbol für einen sehr bedeutsamen Moment ist», sagt die Juristin des Gesundheitsamtes.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J'aime ma famille am 22.10.2021 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Courage aux familles. Triste époque. Bonne santé à tous

  • Brigitte am 22.10.2021 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man diese Aufnahmen sieht und besonders den Brief liest, muss man einfach nur heulen. Es ist schlimm, dass Schwurbler diese Pandemie noch immer nicht ernst nehmen.

    einklappen einklappen
  • JOHNNY am 25.10.2021 04:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Grand Maître Un vacciné peut aussi infecter les autres, donc ça sers à rien!

Die neusten Leser-Kommentare

  • JOHNNY am 25.10.2021 04:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Grand Maître Un vacciné peut aussi infecter les autres, donc ça sers à rien!

  • JOHNNY am 25.10.2021 04:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Oma78 Och e Geimpften kann en aneren Ustiechen, Impfung déngt dem Selbstschutz!!

  • JOHNNY am 25.10.2021 04:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ChB Daer hutt jo awer matkritt, dass e trotz Impfung de Virus ka kreien a weidergin? Firwat dann impfen? Impfen dengt dem Selbstschutz. (An jo, ech hat de Corona schon an hun ewei dei aner 98% iwwerlieft) Main ganze Frendeskrees, leisst sech net impfen. Meng Mam mecht dat elo, awer net aus Iwwerzeegung mee weinst dem Drock a vir hier Fraiheet remzekreien. Ech sin keen Impfgeigner, just en Impfverweigerer. Jiddereen daerf aus fraien Stécker sech impfe loossen, awer keen daerf gezwonge ginn!

  • @ArmHannes am 24.10.2021 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieviele sterben durch den Grippe-,,Influenza-,TB-,oder einem anderen Virus. Corona ,Corona Geimpfte können auch das Virus weitergeben oder durch die Impfung sterben. Der Druuck der auf die Bevölkerung zur Impfung ausgeübt wird zum Wohle der Phsrmaindustrue ist nicht normal.

  • ChB am 24.10.2021 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle Impfgegner! Sowie @ Johnny! Kannste dann och matt dengem Gewessen äusmachen, dass de ee vun denger Famill/Frendeskrees um Gewessen hues, matt denger Décisioun, dech nett impfen ze lossen? Kéinnt jo vläit deng eegen Mamm/Papp/Schwester/Brudder, oder ee beschte Frend treffen. Fannen dass dat eng immens egoistesch Décisioun ass. A wanns de a friem Länner an d’Vakanz fiers, dann muss ett awer d’Impfung sin……! Ett kéinnt ee jo soss irgendeng Krankheet oprafen! Traureg an egoistesch!!!

    • Kalimero Nero am 25.10.2021 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      @ChB "Kannste dann och matt dengem Gewessen äusmachen, dass de ee vun denger Famill/Frendeskrees um Gewessen hues, matt denger Décisioun, dech nett impfen ze lossen?" Et as jo sou dat seng Famill oder sei Frendeskrees hoffentlech geimpft as. Also ass jo kee Problem do dei kennen zwar den Corona erwechen awer net dorun stiewen also wou Leit dann de Problem.

    • eng geimpften Knouter am 26.10.2021 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Kalimero Nero, den Problem lait dorun dass et Lait ginn dei sech net impfen KENNEN lossen, oder keng Antikierper obbauen, dei laiden och un den Impfgeigner

    einklappen einklappen