Corona in China

01. August 2021 13:04; Akt: 01.08.2021 13:12 Print

«Die schwersten Ansteckungen seit Wuhan»

Nach einem Ausbruch am Flughafen der Metropole Nanjing breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus in China weiter aus. Betroffen ist auch Peking.

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Es sei ein Flug aus Russland gewesen, der in Nanjing die neuste Ansteckungswelle mit dem Coronavirus losgetreten habe, berichten chinesische Staatsmedien am Freitag. Flughafenmitarbeiter hätten sich angesteckt, als sie die Kabine eines Fluges aus Moskau gereinigt hätten, schreibt die chinesische «Global Times» unter Berufung auf Behörden in Nanjing weiter.

Dabei «haben sie sich höchstwahrscheinlich nicht strikt an geltende Hygienevorschriften gehalten». Peking rügte das Management des Flughafens: Ein Disziplinarorgan der Kommunistischen Partei erklärte, es gebe dort «Probleme, wie mangelnde Überwachung und unprofessionelles Management».

Nachdem die ersten Infektionen vergangene Woche bei Flughafen-Mitarbeitern aus der Neun-Millionen-Metropole nachgewiesen wurde, seien jetzt mindestens 200 Infektionen in fünf chinesischen Provinzen gemeldet. Auch die chinesische Hauptstadt Peking ist betroffen. Insgesamt handle es sich um «die schwersten Ansteckungen im Inland sei Wuhan», so die «Global Times». In der chinesischen Stadt Wuhan ist das Coronavirus erstmals aufgetreten.

Zweifach Tests angeordnet

Im Gegensatz zu früheren Ausbrüchen, die in der Regel auf einige wenige Städte beschränkt waren, kam es in Nanjing an einem stark frequentierten internationalen Flughafen zu den Ansteckungen: «Überregionale Passagiere brachten das Virus bald ins ganze Land, unter anderem in die südwestchinesische Provinz Sichuan und die nordostchinesische Provinz Liaoning», so die Zeitung weiter.

Die Behörden rufen jetzt dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten. Zudem verhängten sie wieder strenge Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus Nanjing, wo sich die gesamte Bevölkerung seit der vergangenen Woche gleich zweimal auf das Virus testen lassen muss.

«Starker psychologischer Einfluss auf Öffentlichkeit»

Die «unerwartete und umfangreiche» Ansteckungswelle hat einen starken psychologischen Einfluss auf die Öffentlichkeit», hält die «Global Times» fest. Tatsächlich hat sich das Leben in China, wo im Dezember 2019 weltweit die ersten Infektionen mit dem neuen Virus entdeckt worden waren, seit gut einem Jahr wieder weitgehend normalisiert.

Die Behörden verfolgen dabei eine strenge «Null-Covid-Politik»: Bei Ausbrüchen wird sofort mit Massentests, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverfolgung und Quarantäne reagiert. Auch gelten scharfe Beschränkungen für Einreisende, die mindestens zwei Wochen in eine Quarantäneeinrichtung müssen.

Geimpft oder nicht?

Die stark ansteckende Delta-Variante hat die Behörden zuletzt jedoch mehrfach an ihre Grenzen gebracht. So hatte es in den vergangenen Wochen bereits lokale Ausbrüche der Variante in den südchinesischen Provinzen Guangdong und Yunnan gegeben.

Seither mehren sich auch in China Stimmen, welche die Wirksamkeit der chinesischen Impfstoffe in Frage stellen. Auch wenn die Behörden relativ schnell ermitteln konnten, dass offenbar ein Flug aus Moskau die ansteckende Delta-Variante des Coronavirus in die Metropole Nanjing brachte – offiziell konnten sie bislang nicht herausfinden, wer unter den Neuerkrankten geimpft war und wer nicht.

(L'essentiel/gux)

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