Astrazeneca

04. März 2021 15:56; Akt: 04.03.2021 16:13 Print

Erstmals Impfstoff-​​Export aus der EU gestoppt

Italien hat im Rahmen der Exportkontrolle der Europäsichen Union erstmalig die Auslieferung einer Viertelmillion Impfdosen verhindert. Die Lieferung sollte an Australien gehen.

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Seit der eingeführten Exportkontrolle der EU ist erstmals eine Lieferung von Impfstoff an einen Drittstaat gestoppt worden. (Bild: DPA/Hannibal Hanschke)

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Erstmals ist die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt worden. Italien verhinderte die Lieferung von 250.000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien, wie EU-Kreise am Donnerstag bestätigten. Zuerst hatte die «Financial Times» darüber berichtet.

Grundlage ist ein Ende Januar eingeführtes System zur Exportkontrolle. Danach müssen Pharmakonzerne, die Lieferverpflichtungen für die EU haben, Ausfuhrgenehmigungen für in der EU produzierte Impfstoffe beantragen. Wenn Hersteller die EU bei Liefermengen unrechtmäßig benachteiligen, könnten Genehmigungen verweigert werden. Astrazeneca hatte die vertraglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal drastisch gesenkt und damit für großen Unmut gesorgt.

Ausgenommen von dem System sind Exporte in eine Reihe von Partnerländern und in Entwicklungsländer. Zu den Partnerländern zählen die Schweiz, Israel und die Ukraine – nicht aber Großbritannien und Kanada. Zuständig für die Ausfuhrgenehmigungen ist der EU-Mitgliedstaat, in dem die für den Export vorgesehenen Impfstoffe produziert wurden. Die EU-Staaten holen vor Entscheidungen die Stellungnahme der EU-Kommission ein.

Astrazeneca unterliefert die Europäische Union

Im vorliegenden Fall waren sich Rom und Brüssel nach dpa-Informationen einig. Zuvor waren etliche andere Exportanträge anderer Firmen genehmigt worden, die meisten kamen von Biontech/Pfizer, das von Europa aus viele Länder beliefert.

Anders als Biontech/Pfizer und Moderna liefert Astrazeneca der EU bisher nicht die vertraglich zugesagten Mengen Impfstoffe. So reduzierte das Unternehmen die Menge für das erste Quartal von 80 Millionen auf 40 Millionen Dosen. Es stand die Vermutung im Raum, dass in der EU produzierte Vakzine in Drittstaaten gebracht wurden. Das war der Anlass zur Einführung des Exportmechanismus.

Exportbeschränkungen sind für die EU politisch heikel. Denn es ist gewünscht, dass die Pharmafirmen in Europa produzieren und hier neue Standorte aufbauen. Und es wird anerkannt, dass die Konzerne Lieferpflichten gegenüber anderen Ländern haben. Die EU-Kommission betont deshalb die Linie, solange Verträge mit der EU eingehalten würden, würden Ausfuhren nicht gestoppt. Vielmehr werde sehr viel aus der EU in Drittstaaten geliefert, aus den USA und Großbritannien hingegen nichts oder fast nichts.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 04.03.2021 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ein Unternehmen vertraglich etwas zusichert und dann nicht einhält und stattdessen diesen Stoff weiterverkauft, sollte der Stoff nicht nur beschlagnahmt werden, sondern dieses Unternehmen auch empfindlich bestraft werden.

  • verita am 07.03.2021 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ihre Meinung

  • Gaston am 04.03.2021 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für wenn halten sich die Italiener. Haben die kranken Leute aus dritt Ländern nicht auch das Recht um Impfstoff zu erhalten gegen das Virus geimpft werden. Man müsste dasselbe mit den Italiener machen. Ich persönlich finde es, dass das gegen die Menschenrechte verstößt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • verita am 07.03.2021 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ihre Meinung

  • Jos am 04.03.2021 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ein Unternehmen vertraglich etwas zusichert und dann nicht einhält und stattdessen diesen Stoff weiterverkauft, sollte der Stoff nicht nur beschlagnahmt werden, sondern dieses Unternehmen auch empfindlich bestraft werden.

  • Gaston am 04.03.2021 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für wenn halten sich die Italiener. Haben die kranken Leute aus dritt Ländern nicht auch das Recht um Impfstoff zu erhalten gegen das Virus geimpft werden. Man müsste dasselbe mit den Italiener machen. Ich persönlich finde es, dass das gegen die Menschenrechte verstößt.

    • EUROPA am 04.03.2021 20:18 Report Diesen Beitrag melden

      Mir scheint,als hätten sie den Artikel nicht gelesen,oder zumindest nicht viel verstanden.

    • Lulalu am 04.03.2021 22:48 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Gaston, es wäre besser gewesen zu schweigen! Oder wie oben geschrieben den Artikel richtig lesen, denn solch ein Blödsinn zu schreiben ist, schämend!!

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