Neue Corona-Massnahmen

29. Oktober 2020 20:38; Akt: 29.10.2020 20:40 Print

In Frankreich ist Homeoffice jetzt Pflicht

Im Kampf gegen das Coronavirus ergreift Frankreich drastische Maßnahmen und geht ab Freitag in einen zweiten Lockdown.

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Frankreich macht als Teil des neuen Lockdowns die Arbeit von zu Hause zur Pflicht. Ausnahmen seien nur dann zulässig, wenn es technisch nicht anderes gehe, erklärt Arbeitsministerin Elisabeth Borne. Die Regierung stellt auch andere Einzelheiten der bereits verkündeten Verschärfungen vor. Unter anderem gilt die Maskenpflicht jetzt für Kinder ab sechs Jahren statt wie bislang ab elf.

Staatschef Emmanuel Macron kündigte am Mittwochabend in einer Rede an die Nation einen neuen Lockdown ab Freitag an. Unter anderem sollen Bars und Gaststätten geschlossen bleiben, Schulen dagegen offen. Universitäten sollen zudem auf einen Online-Betrieb umstellen.

Flucht aus Paris

Die Idee eines neuen Lockdowns macht vor allem den Großstadtbewohnern Angst. Laut Le Figaro haben viele Menschen in Paris in letzter Sekunde ihre Koffer gepackt, um für ein paar Wochen aufs Land zu ziehen. Die 24-jährige Anna wohnt in einer 60 Quadratmeter großen Wohnung in Neuilly-sur-Seine. «Ich kann mich nicht beklagen, ich habe noch meinen Job. Aber wenn ich denke, dass ich dann rund um die Uhr in meiner Wohnung eingesperrt bin und es dazu noch Polizeikontrollen gibt, dann finde ich das psychologisch sehr belastend.»

Die 30-jährige Julie zog am Donnerstagmorgen zu ihrem Freund nach Barbâtre in der Region Pays de la Loire. Zumindest solange der neue Lockdown dauert. «Dort am Meer wird es nicht nur angenehmer sein als in meiner Wohnung im 17. Arrondissement, ich werde außerdem zur Entspannung der gesundheitlichen Situation beitragen», meint sie. Die Ausgangssperre war ihrer Meinung nach bisher nicht eingehalten worden, weil keine Telearbeit vorgeschrieben war. «Die Menschen drängten sich täglich in der U-Bahn!», so Julie.

Maßnahmen bis Dezember gültig

Ähnlich geht es der 43-jährigen Christine aus dem 13. Arrondissement in Paris. Auch sie wollte noch am Mittwoch die Stadt verlassen und ihren Wohnsitz nach Senonches in der Region Eure-et-Loire verlegen. «Dort hat meine Familie ein Haus mit großem Garten und Blumen», sagt die Kommunikationsberaterin. Auch ihren beiden Kindern werde die frische Luft und die Abwechslung vom städtischem Lärm und dem Verkehr guttun. «Ich werde natürlich von dort aus weiterarbeiten», sagt Christine. Ihr Chef habe bis jetzt nicht viel von Homeoffice gehalten. «Ich musste bis jetzt fast täglich ins Büro. Aber jetzt hat er keine andere Wahl.»

Die Maßnahmen sollen bis Dezember gelten. Allgemein müssen die Menschen zu Hause bleiben, außer um notwendige Einkäufe zu tätigen oder zum Arzt zu gehen.

(L'essentiel/kle/dmo/Reuters)

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