Sprunghafte Infektionsrate

14. Januar 2021 07:07; Akt: 14.01.2021 09:36 Print

Irland wird plötzlich zum Corona-​​Sorgenkind

Noch Anfang Dezember hatte Irland EU-weit die niedrigste Infektionsrate, zu Beginn des neuen Jahres aber weltweit mit die höchste. Experten machen die Regierung verantwortlich.

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Das bisherige Vorzeigeland Irland hat sich innerhalb weniger Wochen zum Corona-Sorgenkind entwickelt. Der EU-Staat meldet umgerechnet auf die Bevölkerung derzeit hohe Infektionszahlen. Experten machen die Regierung verantwortlich. Der zweite Lockdown sei zu früh beendet worden, außerdem habe es über die Weihnachtsfeiertage zu viele Kontakte gegeben, sagte Tomás Ryan vom Trinity College Dublin der Deutschen Presse-Agentur. «Die Regierung ist vor kurzfristigen Interessen von Unternehmen eingeknickt.»

Irland hatte noch Anfang Dezember EU-weit die niedrigste Infektionsrate, kürzlich aber weltweit mit die höchste. Die Anzahl war von gut 150 neuen Fällen Anfang Dezember zum Jahreswechsel sprunghaft gestiegen und hatte am 8. Januar über 8000 gelegen. Die Behörden machen dafür auch die rasche Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation verantwortlich. Zuletzt verlangsamte sich das Infektionsgeschehen wieder; am Mittwochabend gab die Regierung 3569 Neuinfektionen in Tagesfrist bekannt.

Regierungschef Micheal Martin hatte kurz vor Weihnachten die Schließung von Pubs und Restaurants vom 24. Dezember nachmittags angeordnet. Das sei zu spät gewesen, zumal Reisen innerhalb des Landes noch bis zum 27. Dezember erlaubt waren, kritisierte Ryan.

Intensivbetten werden knapp

Seit dem 1. Januar sind landesweit schärfere Maßnahmen in Kraft, so sind nicht lebensnotwendige Geschäfte und Einrichtungen geschlossen und private Besuche verboten. Ryan forderte: «Wir brauchen eine aggressive Unterdrückung des Virus mit strikten Restriktionen.» Dann sei ein normaler Sommer möglich.

In den kommenden Tagen erwarten die Behörden höhere Todeszahlen. Sie warnten, dass bald die Zahl der Intensivbetten nicht mehr ausreichen könne, um Patienten zu versorgen. Mehr als 7000 Pflegekräfte fallen derzeit aus verschiedenen Gründen aus. Auch deshalb sollen Mitarbeiter, die zwar Kontakt mit Corona-Fällen hatten, aber selbst negativ getestet wurden, wieder zur Arbeit erscheinen.

Bisher hat das Land mit 4,9 Millionen Einwohnern knapp 160 000 Corona-Fälle gemeldet, 2600 Menschen starben. Die Regierung hofft, dass bis Ende März 700 000 Menschen gegen Corona geimpft sind. Experte Ryan sagte, eine weitreichende Impfung der Bevölkerung sei erst im Spätsommer oder Herbst realistisch.

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 14.01.2021 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei eis sinn dZuelen och net richteg well eng „International Conventioun“ festleet, dass all Persoun, dei bis zu 6Wochen no enger Infektioun mam Corona stierft, zu der Corona-Doudeger Statistik zielt. Och wann den vum Auto iwwerannt gett, Trapen eroffällt oder Kriibs am Endstadium hat.

  • Paul am 14.01.2021 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    A Bolivien guff et de selweschten Problem an dei hun alles an de Greff kritt.

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  • mari am 14.01.2021 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe Luxenburg hat nicht zu früh geöffnet.....vielleicht wäre es besser gewesen bis Ende Januar die Geschäfte zu schliessen ...........

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Raisonnable am 14.01.2021 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @jimbo nach méi fake news kann een jo net méi verbreeden. Sou en 'internationalen Konventioun' wéi dir do erwähnt existéiert schlicht and glat net. En plus probéieren die meescht Länner ze fuddelen mat den Zuelen domatter et schéin ausgesäit. Dat ass genau den Géigendeel vum dat, wats du do sou behaaps. Schumm dech mat dengem fake news!

  • mari am 14.01.2021 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe Luxenburg hat nicht zu früh geöffnet.....vielleicht wäre es besser gewesen bis Ende Januar die Geschäfte zu schliessen ...........

    • net scho rem sou een am 14.01.2021 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      Aaaah....en Expert. Wat gitt dir mir all op de Paté mat äre gudde Rotschléi. Losst iech wielen a maacht selwer Politik!

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  • jimbo am 14.01.2021 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei eis sinn dZuelen och net richteg well eng „International Conventioun“ festleet, dass all Persoun, dei bis zu 6Wochen no enger Infektioun mam Corona stierft, zu der Corona-Doudeger Statistik zielt. Och wann den vum Auto iwwerannt gett, Trapen eroffällt oder Kriibs am Endstadium hat.

  • Paul am 14.01.2021 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    A Bolivien guff et de selweschten Problem an dei hun alles an de Greff kritt.

    • @Paul am 14.01.2021 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      ben jo se hun einfach keng Covid Doudeger méi gezielt...Gëtt dach juste nach gefuddelt iwwerall...

    • Heieleikukelei am 14.01.2021 10:34 Report Diesen Beitrag melden

      Bolivien huet well deen höchsten Stand vun Infektionen. 2000 nei Infektionen,pro Daag,10000 Todesfäll.

    • Paul am 14.01.2021 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Google weisst bei Corona Bolivien eppes aaneres. Wei eng Quelle ginn et do mat den 10.000 Doudegen

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  • Lockdownbreaker am 14.01.2021 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Den Lockdown zu früh beendet..... Ich hoffe dass uns so eine Katastrophe erspart bleibt. Solden sind halt auch sehr wichtig ....

    • ohlespeureux am 14.01.2021 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      sperr dich lieber ein, ist sicherer!

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