9 Milliarden Euro

25. März 2020 16:47; Akt: 26.03.2020 08:23 Print

Luxemburg schnürt historisches Hilfspaket

LUXEMBURG – Der Regierungsrat hat am Mittwoch 9 Milliarden Euro für den Kampf gegen die Auswirkungen des Coronavirus beschlossen.

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(Bild: Editpress/Hmontaigu)

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Angesichts der Coronakrise greift Luxemburg tief in die Tasche. Neun Milliarden Euro will die Regierung investieren, um die Auswirkungen des Virus abzufedern. «Wir haben das Glück, über eine starke Wirtschaft und gesunde Staatsfinanzen zu verfügen – und uns das leisten zu können», erklärte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Mittwochnachmittag im Anschluss an die außerplanmäßige Sitzung des Regierungsrates.

Insgesamt hätten bereits rund 15.000 Betriebe für insgesamt 100.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Der Staat werde den Betroffenen 80 Prozent des Gehalts zahlen, und den Unternehmen «schnell und unbürokratisch» unter die Arme greifen. Allein diese Maßnahme koste den Staat 500 Millionen Euro pro Monat. Die Kosten für den «Urlaub aus familiären Gründen», den Eltern in Anspruch nehmen können, um ihre Kinder einzuhüten, belaufen sich laut des Premierministers auf weitere 200 Millionen Euro pro Monat. Dazu kommen die Ausgaben für das bereits beschlossene Hilfspaket für kleine und mittlere Unternehmen (1,75 Milliarden Euro).

« Die Krise wird kosten, was sie kosten wird. »

Die nun beschlossenen neun Milliarden Euro entsprechen 14 Prozent des Luxemburger Bruttoinlandprodukts. Ein Hilfspaket historischen Ausmaßes. «Die Kosten sind immens, aber es geht um Menschenleben», so Bettel. «Wir gehen damit weiter als andere Länder. Im Zweifelsfall verschulden wir uns. Die Krise wird kosten, was sie kosten wird», erklärte der Regierungschef kämpferisch.

Finanzminister Pierre Gramegna erklärte, dass niemand im Regen stehen gelassen werden dürfe: «Für manche geht es in dieser Krise um ihre wirtschaftliche Existenz. Deswegen haben wir das Hilfspaket heute im Regierungsrat angenommen.» Die Unternehmen müssten nach der Krise wieder schnellstmöglich profitabel wirtschaften können.

Delles ruft zur Solidarität auf

Kleinere Betriebe, die in besonderem Maße mit der Krise zu kämpfen haben, sicherte Gramegna eine Soforthilfe in Höhe von 5000 Euro zu. Davon können Betriebe profitieren, die weniger als zehn Mitarbeiter haben und mindestens einen Umsatz in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr erwirtschaften. Als Beispiel nannte er etwas Friseursalons. Kleinere Lebensmittelgeschäfte, die geöffnet bleiben, erhalten diese Soforthilfe nicht.

Der Minister für Mittelstand, Lex Delles, rief die professionellen Vermieter Luxemburgs zur Solidarität auf. Die Mieten sollten für die Dauer der Krise ausgesetzt werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frustriert am 25.03.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Rettungspakete sind ja ein wirklich gute Idee! Kleinunternehmen Cafés Restaurants alle müssen zu machen aber jeder Politiker verspricht Gelder bloß nirgendwo im Internet kann man herausfinden wo sie beantragt werden können! Alle Behörden haben ja leider zu! Weder auf ADEM.lu, Etat.lu gibt es irgendeine Information! was nützen Hilfen für Unternehmen wenn niemand weiß wie man die bekommt!!

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  • HansHans am 25.03.2020 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ok, alles ist im Moment so wie es ist. Aber was machen wir in ein paar Jahren oder nächstes Jahr wenn Corona2 oder 3 oder 4 kommt? Packen wir dann wieder Milliarden von € aus? Woher denn?

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  • Roland am 25.03.2020 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mit dem first wir, ist die Anspiellung für die Länder in Europa gemeint, und damit nicht anders als Trump in den USA, first the states.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland am 25.03.2020 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Also habe in einem Komentar schon mal geschrieben, von Stahl-, respektive Oelkrise, habe an der Boerse gelesen, dass die Ifo, auch nach nachfragen in die Richtung 70ger Jahre andenkt. Das wuerde vielleicht auch heissen ein Verfall von Immobilienpreisen. Ich will damitkeine Panik machen, aber stelle mir die Frage ob unsere jungen Politiker an solche Perioden denken.

  • Peter Rudewig am 25.03.2020 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Find ich gut. Ich lebe seit 3 Jahren in Scheidung und von meinen Ersparnissen. Ein Nischenleben ohne jegliche Zuwendungen. Mal sehn wie lange die Mittel noch reichen... Danach gibt`s einen Bürger weniger in Luxemburg... Einen Job mit 58? Jetzt?n in der Situation? Nicht sehr realistisch... Hilfe? Alles versucht. Vergessen Sie`s. Vermögen ja... aber ich komm nicht dran. Kann noch Jahre dauern. Ein Mensch an den niemand denkt.... Cèst la vie...

  • Roland am 25.03.2020 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mit dem first wir, ist die Anspiellung für die Länder in Europa gemeint, und damit nicht anders als Trump in den USA, first the states.

  • Roland am 25.03.2020 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Der Ansatz ist gut, dass vieles davon abhängt, wie es international läuft, sehe jedoch grössere Probleme auf Luxemburg zukommen, da das Land ist klein und viel Geld fliest ins Ausland ab, was über die nächsten Jahre in Luxemburg fehlen wird. Viele Gehälter und Renten gehen ins Ausland, was bisher gesehen kein Problem war, nur in dieser Lage ist dies nun nicht mehr gut. Hoffen wir dass es ist zu schlimm kommt, denn auch pitisch gesehen kann noch durch diese Krise schlimmeres kommen und joffen wir dass nicht Europa dadurch zusammen bricht, die Grenzschliessungen zeigen nun schon first wir.

  • Frustriert am 25.03.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Rettungspakete sind ja ein wirklich gute Idee! Kleinunternehmen Cafés Restaurants alle müssen zu machen aber jeder Politiker verspricht Gelder bloß nirgendwo im Internet kann man herausfinden wo sie beantragt werden können! Alle Behörden haben ja leider zu! Weder auf ADEM.lu, Etat.lu gibt es irgendeine Information! was nützen Hilfen für Unternehmen wenn niemand weiß wie man die bekommt!!

    • svendorca am 26.03.2020 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Frustriert,..die falschen werden auch wieder die Rechnung bezahlen müssen.!..wetten

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