Corona-Pandemie

27. März 2020 15:58; Akt: 28.03.2020 02:57 Print

«Luxemburg steht das Schlimmste noch bevor»

LUXEMBURG – Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert traten am Freitagnachmittag nach einer Sitzung des Regierungsrates erneut vor die Presse.

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Premierminister Xavier Bettel musste zum Beginn der Pressekonferenz am Freitag traurige Zahlen verkünden: In den vergangenen 24 Stunden ist die Zahl der Menschen, die in Luxemburg an den Folgen von Covid-19 gestorben sind, stark angestiegen. Sechs weitere Patienten sind gestorben, einer davon kam aus Frankreich nach Luxemburg. Damit liegt die Zahl der Gesamtopfer hierzulande nun bei 15. «Die Situation wird in den nächsten Stunden und Tagen nicht weniger angespannt sein. Wir müssen die Disziplin aufrecht erhalten», sagte der Regierungschef.

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat die Regierung in Gesprächen zuvor neue Maßnahmen beschlossen: Ärzte und andere Angestellte im Gesundheitswesen können ab sofort beim Staat eingestellt werden. Darüber hinaus wird die maximale Arbeitszeit für die Dauer des nationalen Notstandes auf zwölf Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche erhöht. Dies gilt für die systemrelevanten Berufe. Wer derzeit den Mindestlohn bekommt und sich in Kurzarbeit befindet, bekomme statt 80 Prozent weiterhin 100 Prozent seines Gehalts. Wie Bettel erklärte, gehe man «bei manchen Maßnahmen weiter als andere Länder». Das sei insbesondere beim Hilfspaket für die Wirtschaft der Fall.

« Es ist jetzt die wichtigste Zeit »

Gesundheitsministerin Paulette Lenert erklärte im Anschluss, dass dem Land «das Schlimmste noch bevorsteht». Der Altersdurchschnitt der durch das Coronavirus verstorbenen Patienten liege bei 80 Jahren. Das jüngste Opfer sei eine 53-jährige Person mit Vorerkrankung gewesen. Luxemburg sei das Land, das bezogen auf die Einwohnerzahl, auf der ganzen Welt am meisten testet. Insgesamt sind laut Lenert 13.800 Personen bereits auf das Virus untersucht worden. Von den nun 1605 Infizierten müssten zurzeit 148 ärztlich behandelt werden. 25 von ihnen bräuchten intensive Betreuung. 40 Patienten hätten sich bisher wieder von der Lungenkrankheit erholt. Ein Patient gilt als geheilt, wenn er 14 Tage in Quarantäne verbracht hat und 48 Stunden symptomfrei ist.

Bis dato könnten die Maßnahmen gegen das Virus nicht gelockert werden. «Es ist jetzt die wichtigste Zeit in dieser Krise. Jeder sollte weiterhin zu Hause bleiben und so wenig Kontakt wie möglich zu anderen haben», sagte Lenert. Derzeit seien Experten damit beschäftigt, wie die Regierung mittelfristig planen und gegebenenfalls die Maßnahmen zurückfahren kann. Die Gesundheitsministerin erwartet in der nächsten Woche Ergebnisse. «Wir arbeiten an verschiedenen Szenarien, um aus der Krise herauszukommen», so Lenert.

« Masken sind kein absoluter Schutz »

Das bestellte Material für Ärzte und Krankenhäuser komme nach und nach an. Die Regierung suche diesbezüglich weiterhin Freiwillige für die Arbeit am Findel. Auch wenn Atemschutzmasken «keinen absoluten Schutz bieten», sind sie nach Angaben der Gesundheitsministerin hilfreich bei der Eindämmung des Virus. Allerdings warnte sie vor einem falschen Sicherheitsgefühl, das durch die Masken entstünde: «Der physische Abstand ist weiterhin entscheidend.»

Neue Tests sollen demnächst feststellen, ob ein Patient immun gegen Covid-19 geworden ist. Stichprobenartige Untersuchungen sollen in der Folge feststellen, ob eine Herdenimmunität erreicht werden kann.

Beim Thema Telearbeit, ließ Bettel durchblicken, dass sie künftig, also auch nach der Krise, stärker eingesetzt werden soll. Sie entlaste auch den Straßenverkehr.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anne am 27.03.2020 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde es nur schade das die Arbeitskräfte die im Privaten Sektor arbeiten, und nicht in Kurzarbeit gehen können, total vergessen werden.

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  • Bibou am 27.03.2020 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache die Produktion bestimmter Betriebe geht weiter damit die Aktionäre ihr Geld kriegen. Ha dass ich nicht lache , soviel zu Disziplin der kleinen Leute.

  • Sylvie am 27.03.2020 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die Corona-Krise ist schlimm, aber diese PANIKMACHE ist noch weitaus schlimmer!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • pastor am 03.04.2020 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei Cargolux kann man jetzt einen haben. Wenn man will. Das könnte villeicht für die Zukunft dann bleiben !!!!! Wenn mam will!!!!!

  • Daweb am 29.03.2020 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Majo fir dass mer endlech ich mol e puer schockéiernd zuelen hun soss glewen d’leit geschwenn net méi un die panik an dann?

  • Peter Petersen am 29.03.2020 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Seit Mitte Jan müsste jedem klar gewesen sein das dieser Virus extrem ansteckend ist. Leider werden die Inf. Ketten nicht unterbrochen aus wirtschaftlichen Gründen. Pos. getestete Fälle werden sogar in der Firma nicht kommuniziert ! Und wenn man im Jan / Feb nicht zum Test zugelassen wurde nur weil man nicht direkt aus Wuhan kam dann war dies verantwortungslos.

  • Frustriert am 28.03.2020 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kann mir irgendjemand an logischen Grund geben warum alle Apotheken in Mondorf le Bar geschlossen sind? Des Weiteren für diejenigen die arbeitslos sind wird das Arbeitslosengeld nicht automatisch verlängert! Es ist im Moment unmöglich einen Job zu bekommen! Was macht die Regierung dafür oder dagegen?

    • club des chômeur am 29.03.2020 06:02 Report Diesen Beitrag melden

      ma,du kans jo bei e bauer hellefen goen dei kreien keen aus dëm ostblock , ma, do ass eng plaatz fir dech , an du kanns vun der behaapten , du hess eppes guddes gemeed vir deng suen , denk emol no!!!!

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  • Daweb am 28.03.2020 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jo gudd nemme weider panik verbreden...