«Vielversprechender Zusammenhang»

05. Juni 2020 19:57; Akt: 05.06.2020 20:02 Print

Männer mit Glatze sterben häufiger am Coronavirus

Laut neuer Studie haben glatzköpfige Menschen ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf. Was irre klingt, scheint Hand und Fuß zu haben.

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«Wir gehen davon aus, dass Haarausfall ein Indikator für einen schweren Krankheitsverlauf ist», fasst Forscher Carlos Wambier das Ergebnis seiner Studie gegenüber Telegraph.co.uk zusammen.

Der Zusammenhang zwischen Kahlköpfigkeit und schweren Covid-19-Verläufen ist laut dem Dermatologen der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island so groß, dass er empfiehlt, das Vorhandensein einer Glatze als Risikofaktor anzuerkennen.

Wambier schlägt vor, ihn «Gabrin sign» – nach Frank Gabrin, dem ersten glatzköpfigen Arzt, der in den USA infolge einer Infektion mit Sars-CoV-2 starb – zu nennen.

Männliche Hormone

Seit Beginn der Corona-Pandemie zeigen Daten, dass Männer häufiger von einem schweren Verlauf betroffen sind als Frauen. Über den genauen Grund rätselten Forscher bislang. In Betracht gezogen wurden etwa Faktoren wie häufiges Rauchen oder Unterschiede im Immunsystem.

Nun mehren sich die Hinweise, dass Androgene (männliche Sexualhormone wie Testosteron) nicht nur beim Haarausfall eine Rolle spielen, sondern auch bei der Fähigkeit des Coronavirus, Zellen anzugreifen. «Wir glauben, dass Androgene oder männliche Hormone definitiv das Einfallstor für das Virus sind, um in unsere Zellen einzudringen», so Wambier zum «Telegraph».

Neue Behandlungsansätze

Die Resultate der Studie werden durch andere wissenschaftliche Arbeiten bestätigt. So zeigen Untersuchungen aus Spanien, dass bis zu 79 Prozent aller männlichen Covid-19-Patienten, die hoKrankenhausisiert werden mussten, eine Glatze hatten. Eine ähnliche Korrelation wurde bei Frauen gefunden, die an Haarausfall in Verbindung mit Androgenen leiden.

Sollten sich die Hinweise darauf verdichten, könnte man dort mit der Behandlung ansetzen. So wäre es möglich, diese Hormone zu unterdrücken und so das Wüten des Virus im Körper zu verlangsamen.

Noch sind weitere Studien nötig, so die Forscher, allerdings sei der Zusammenhang sehr vielversprechend. Darauf lässt auch eine Untersuchung aus Italien schließen: Laut dieser haben Männer, die wegen Prostatakrebs Androgen-unterdrückende Medikamente erhalten, ein viermal kleineres Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WhaleWhisperer am 06.06.2020 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Die Glatze ist aber nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht Folge eines erhöhten Testosteronspiegels als solches, sondern die Ursache liegt in einer Sensibilität der Haarwurzelzellen auf dem Kopf gegen das Testosteron. Diese Sensibilität ist ganz klar genetisch bedingt. Daraus folgt, dass ein Mann mit Glatze eventuell nach seiner Menopause wieder Haare bekommt.

  • Theo Kojak am 08.06.2020 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin schon tod...

  • Gérard am 08.06.2020 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alors c'est les chauves qui sourient courage

Die neusten Leser-Kommentare

  • Theo Kojak am 08.06.2020 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin schon tod...

  • Zorro am 08.06.2020 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Normal : les chauves sourient

  • Gérard am 08.06.2020 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alors c'est les chauves qui sourient courage

  • Sepp am 08.06.2020 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Demnach müste also Zink helfen.

  • Testo Bolzen am 08.06.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Quatsch, ich habe 7 mal den "normalen" Testosteron eines normalen Mannes, und alle meine Haare, bin nicht agressiver als ein anderer aber begatte sehr gerne