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07. April 2020 21:47; Akt: 07.04.2020 22:02 Print

Millionenschwerer Betrug mit Masken fliegt auf

Die Täter versprachen 10 Millionen Schutzmasken für 15 Millionen Euro zu liefern. Nachdem eine Anzahlung gemacht wurde, stellte sich heraus, dass die Masken nicht existierten.

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Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern aus Bayern aufgedeckt worden. Geschädigte seien zwei Vertriebsfirmen mit Sitzen in Hamburg und Zürich, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mit. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern.

Die Vertriebsfirmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet, nach geschickten Täuschungsmanövern der Täter. Als die Masken nicht wie geplant ankamen, hätten die Käufer am 30. März Anzeige erstattet. Offenbar noch rechtzeitig: mehr als zwei Millionen des überwiesenen Geldes seien inzwischen auf Konten im Ausland entdeckt und eingefroren worden, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt – rund 14,7 Millionen Euro an das Vertriebsunternehmen in der Schweiz. Davon seien 12,3 Millionen Euro schon wieder zurückbezahlt worden.

Betrüger gingen auf Vertreiber zu

Die Vertriebsfirmen hatten laut Mitteilung Mitte März von den Betrügern Angebote für die Schutzmasken erhalten. Die Landesregierung in Düsseldorf hatte großes Interesse und orderte rund zehn Millionen Stück. Über mehrere europäische Zwischenhändler sollte die Ware in den Niederlanden übergeben werden. Rund 52 Lieferfahrzeuge standen den Ermittlern zufolge schon bereit, um die dringend benötigten Schutzmasken aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen zu bringen, ab der Grenze in Deutschland sogar mit Polizeieskorte.

Derzeit laufen noch Ermittlungen in mehreren Ländern. Die Täter hätten die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert, so die Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben machte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. In Traunstein ist eine Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung der grenzüberschreitenden Kriminalität befasst. Auch Beamte der Kriminalpolizei sowie Ermittlungsbehörden in mehreren europäischen Ländern sind im Einsatz.

(L'essentiel/las/sda)