Norditalien

27. März 2020 09:55; Akt: 27.03.2020 10:24 Print

Noch keine Trendwende in Corona-​​Krise

Die Zahl der Neu-Infektionen sinkt zwar derzeit in Norditalien, aber der Direktor der Gesundheitsbehörde in Bergamo warnt davor einen Trend zu

storybild

Es sei ein erstes «gutes Signal», dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe. (Bild: DPA/Claudio Furlan)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Trotz leicht sinkender Neu-Infektionen mit dem Coronavirus ist Norditalien nach Einschätzung eines Experten noch nicht über den Berg. Der Höhepunkt stehe noch bevor, sagte der Medizinische Direktor der Gesundheitsbehörde der Provinz Bergamo, Carlo Alberto Tersalvi, am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Es sei ein erstes «gutes Signal», dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe.

Die Lage in den sechs Krankenhäusern der Provinz Bergamo sei weiter «sehr kritisch», sagte Tersalvi. Die Kliniken seien voll mit Intensivpatienten und «am Limit». Etwas Entlastung verschaffe die hausärztliche Versorgung. Viele weniger schwer Erkrankte würden zu Hause behandelt. «Das hilft», sagte Tersalvi, der die Zusammenarbeit aller Kliniken in der Provinz steuert.

Zu früh für Fehleranalyse

Welche Fehler in Norditalien zu Beginn der Corona-Krise gemacht wurden, sei noch nicht abschließend zu bewerten. «Das kann man jetzt nur schwer sagen. Wir sind noch zu sehr im Notfallmodus», sagte Tersalvi. Die medizinische Aufnahmekapazitäten seien verdoppelt worden. Man hätte aber schneller mit Ausgangssperren reagieren können.

Die italienische Bevölkerung sei sehr alt, und die Lungenkrankheit Covid-19 betreffe vor allem Alte, sagte Tersalvi. Das habe für «sehr große Probleme und sehr viele Todesfälle gesorgt». Die Versorgung der vielen kleinen Dörfer sei ausgesprochen schwierig; vielen älteren Menschen mache das mache Angst.

Die Schutzmaßnahmen in Deutschland hält Tersalvi indes für angemessen. Wenn man - wie in der Provinz Bergamo - jeden Tag 100 bis 120 Tote zähle, dann seien die in Deutschland verhängten Restriktionen «nicht übertrieben».

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.