Corona-Risikogebiete

30. September 2020 07:14; Akt: 30.09.2020 07:35 Print

Österreicher zittern vor deutschen Reisewarnungen

Deutschland hat die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol vor einer Woche als Risikogebiete eingestuft. Mit der Reisewarnung hagelt es Abreisen und Stornierungen.

storybild

In Tirol und Vorarlberg fürchtet man ausbleibende Touristen durch die Reisewarnungen (Bild: DPA/Felix Hörhager)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Abreisen und Stornierungen deutscher Urlauber machen dem Westen Österreichs große Sorgen. Die Reisewarnung, die Deutschland vor einer Woche erst für das Bundesland Vorarlberg und dann für Tirol ausgesprochen hat, zeigten sofort Auswirkungen - Wirtschaftsvertreter warnen vor Existenznöten. Tirol landete gleichzeitig mit Luxemburg auf der Liste der Risikogebiete.

«Wir brauchen dringend den deutschen Markt. Ein Tourismus mit Reisewarnung wird nicht stattfinden können», sagte der Tourismusvertreter in der Tiroler Wirtschaftskammer (WKÖ), Mario Gerber, der Deutschen Presse-Agentur. «In sämtlichen Destinationen sind Abreisen da, in allen Betrieben, überall», sagte Vorarlbergs WKÖ-Tourismussprecher Markus Kegele. «Es gibt viele Orte, die haben null Infizierte, und trotzdem reisen die Gäste ab. Das ist eigentlich der Schaden.»

Kaum Infektionen im ländlichen Raum

Für die beiden Bundesländer stellt sich mit der Reisewarnung eine Zwickmühle: Die Pandemie will nach den Massenansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl niemand verharmlosen. Doch die Ansteckungen, die die Zahlen auf den für Deutschland kritischen Sieben-Tages-Schnitt von über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner bringen, finden derzeit kaum in den ländlichen Regionen statt. Auch Hotels in Teilen von Tirol, die keine Fälle registriert hätten, berichteten ihm von 50 Prozent Stornierungen, sagte Gerber. «Das ist für uns ein ganz schwerer Schlag.»

Deutsche machen einen sehr großen Teil der Urlauber der beiden Bundesländer aus, die an den Bodensee und Bayern grenzen. In Tirol wird nach Angaben der Wirtschaftskammer jeder dritte Euro direkt oder indirekt mit dem Tourismus verdient. In der Wintersaison 2018/2019 kam die Hälfte aller Tirol-Besucher aus Deutschland, davon ein Drittel direkt über die Grenze aus Bayern. Auch in Vorarlberg machten Deutsche deutlich mehr als die Hälfte der Ankünfte aus, davon wiederum gut die Hälfte aus Baden-Württemberg und Bayern.

Hoffnung auf sinkende Zahlen

In beiden Ländern wird nun gehofft, dass sich die Ansteckungszahlen so weit erholen, dass die Reisewarnung rechtzeitig zur Wintersaison wieder fallen könnte. «Beim Winter merken wir eine extreme Nachfrage, aber keine Buchungen. Die Gäste rufen an, informieren sich, aber die Buchungen bleiben aus, weil zu viel Unsicherheit herrscht», beschrieb Gerber die Lage in Tirol.

Für Vorarlberg berichtete Kegler schon von Stornierungen für den Winter. Er hoffe auf eine Wirkung der Maßnahmen - sowohl der vom Land geplanten Sicherheitskonzepts für den Winter, als auch der in Vorarlberg, Tirol und Salzburg eingeführten Sperrstunde von 22 Uhr. Tatsächlich lag in Vorarlberg der Sieben-Tages-Durchschnitt der Infektionen nach Angaben der Landesregierung seit Montag wieder unter dem entscheidenden Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Auch in Tirol sank die Zahl der aktiven Fälle im Vergleich zu vor einer Woche etwas, dort galten rund 500 Menschen als aktiv erkrankt.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärliner am 30.09.2020 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Seid froh dass die Deutschen nicht kommen. Bei den wenigen Tests die die machen, würden die garantiert das Virus mitbringen.

  • packtiech am 30.09.2020 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser ganze Schwachsinn trägt nur zur Vernichtung tausender Arbeitsplätze in der Tourismusbranche in ganz Europa bei! Bravo!

  • Anton am 30.09.2020 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Waat en Quatsch. Mussen déi Leit lo all Faillite goen. Ween Stecht sech schon an der Natur un????

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • packtiech am 30.09.2020 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser ganze Schwachsinn trägt nur zur Vernichtung tausender Arbeitsplätze in der Tourismusbranche in ganz Europa bei! Bravo!

  • Meinung am 30.09.2020 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Feststellung ist, Deutschland scheint nur an sich zu denken, oder will Deutschland uns alle schützen, da die Infektionsrate höher ist als das was angegeben ist. Kontraproduktiv ist jedoch dass z. B. eine Einreise für Deutsche in manchen Bundesländern von 72 Stunden ins Nachbarland erlaubt. Ich kann nur dies sagen nun aus Erfahrung, Deutschland setzt Lissabon auf die rote Liste, jedoch war ich nun selbst schon zweimal unten, es ist nicht anders als hier, aufpassen ist alles und Regeln befolgen, Hygiene einhalten und Masken tragen. Man muss sich nicht dort bewegen wo viele Menschen sind.

  • Bärliner am 30.09.2020 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Seid froh dass die Deutschen nicht kommen. Bei den wenigen Tests die die machen, würden die garantiert das Virus mitbringen.

  • Anton am 30.09.2020 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Waat en Quatsch. Mussen déi Leit lo all Faillite goen. Ween Stecht sech schon an der Natur un????

    • @Anton am 30.09.2020 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      richteg! Vollkommenen Blödsinn!

    einklappen einklappen