Corona-Pandemie

23. September 2020 13:48; Akt: 23.09.2020 13:55 Print

Regierung will «weder lockern noch verschärfen»

LUXEMBURG – Premierminister Bettel und Gesundheitsministerin Lenert informierten am Dienstagnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz über das Infektionsgeschehen im Land.

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In den letzten Tagen wurden nicht nur in Luxemburg, sondern auf der ganzen Welt wieder steigende Infektionszahlen in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Es gebe deshalb keinen Anlass, an den derzeit geltenden Maßnahmen im Großherzogtum zu rütteln, wie Premierminister Xavier Bettel (DP) am Dienstag zu Beginn der Pressekonferenz erklärte. «Die Maßnahmen können nicht gelockert werden, sie müssen aber auch nicht verschärft werden», sagte der Staatschef.

Hierzulande seien in den vergangenen Wochen der Großteil – etwa ein Drittel – der Neuinfektionen unter den Reiserückkehrern festgestellt worden. «Wir werden unsere Teststrategie und die Kontaktverfolgung weiterhin fortführen und die Lage genau beobachten. Bettel sei überzeugt, dass die Pandemie so wirksam bekämpft werden kann. In den Krankenhäusern bestehe weiterhin kein Problem. «Die Zahl der Patienten ist momentan auch auf den Intensivstationen klein. Dass das so bleibt, ist weiterhin das Hauptziel unserer Corona-Strategie», so der Premier weiter.

Keine größeren Infektions-Cluster

Im Anschluss erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), dass das Infektionsgeschehen in Luxemburg zurzeit unter Kontrolle sei. Allerdings sei es auch Tatsache, dass das Land im EU-Vergleich auf Platz vier stehe, was die Neuinfektionen angeht: In Europa würden nur in Spanien, Frankreich und Tschechien prozentual mehr Menschen positiv getestet. «Das ist nicht gut, aber unser Gesundheitssystem verkraftet das», sagte Lenert. Andere Indikatoren seien allerdings positiv zu bewerten – wie zum Beispiel das deutlich gesunkene Durchschnittsalter der Erkrankten und die damit zusammenhängende niedrige Zahl schwerer Krankheitsverläufe.

Größere Infektionscluster seien nicht festgestellt worden. In acht «Betrieben und Strukturen» seien jedoch mehrere Infektionen nachgewiesen worden. «Infektionsketten rasch zu unterbrechen ist nach wie vor das beste Mittel, um gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen», erklärte die Ministerin und sprach sich damit auch für die Strategie des Large-Scale-Testing und des Contact-Tracing aus. Zudem müsse man weiterhin auf die Schutzmaßnahmen hinweisen.

Situation in Schulen wird «genau beobachtet»

Die Gesundheitsministerin ergänzte, dass sich Personen in Quarantäne ab sofort nach dem sechsten statt dem fünften Tag der zehntägigen Quarantäne testen lassen können. «Dieser Ansatz liefert bessere Ergebnisse, wie unsere Erfahrungen gezeigt haben», so die LSAP-Politikerin. Ob das deutsche Robert-Koch-Institut Luxemburg aufgrund der ansteigende Zahlen erneut als Risikogebiet einschätzen wird, könne die Regierung nicht sagen. Außenminister Jean Asselborn (LSAP) stünde diesbezüglich in Kontakt mit der deutschen Regierung. Mit einer möglichen Neueinstufung sei Ende der Woche zu rechnen.

Zu den Lehrkräften, die zuletzt trotz Quarantäne an der Schule unterrichten durften, erklärte Lenert, dass sie Verständnis für die Verunsicherung habe: «Wir beobachten diese Situation sehr genau und können jederzeit eingreifen, falls ein Problem auftauchen sollte. Sollte es nötig sein können rasch Anpassungen vorgenommen werden.

Xavier Bettel kam noch auf das Thema Telearbeit zu sprechen und sagte, dass die Regierung diese weiterhin als nützlich im Kampf gegen das Virus erachte. «Sie ist aber keine Lösung für alle Probleme», so Regierungschef. So könnte es in Betrieben nicht nur zu Problemen auf menschlicher Ebene, sondern auch auf beruflicher und rechtlicher Ebene kommen. Sollte ein Unternehmen gute Erfahrungen mit dem Homeoffice gemacht haben, sollte es diesen Weg weiterhin verfolgen. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter würden das Thema in Kürze genau beleuchten.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ech64 am 23.09.2020 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    93 Proffen Qurentaine awer schaffen mech honnerten Infizeierter wann e puer den Virus an sech hun Merci Regierung dass dir esou mat der Gesondheet vun eisen Kanner spillt,dei dann hier Elteren Grouselteren ustiechen an ett wahrscheinlech dodurch erem Doudesfäll gin

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  • bnm am 24.09.2020 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es.

  • J. Weber am 23.09.2020 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Säit Wochen honnerten nei Positiver, déi meescht ouni Symptomer, 20 Leit an der Klinik, Léierpersonal dierf/muss während enger Quarantän Schoul hale goen. 42% symptomatesch, Symptomer huet een och bei enger Gripp, da bleift een 2 Deeg am Bett a gutt as. Dat Ganzt deit eendeiteg drop hin, dass dee Virus bei wäitem net (oder net méi) sou geféierlech as wéi en duergestallt gëtt (oder vläit war). Länner mat villen Doudegen si Länner mat engem schlechten Gesondheetssystem an iwerlaaschte Kliniken, sou dass Kranker net kënne behandelt gin. Wat mir hei opféieren kann ech iergendwéi net novollzéien.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bnm am 24.09.2020 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es.

  • J. Weber am 23.09.2020 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Säit Wochen honnerten nei Positiver, déi meescht ouni Symptomer, 20 Leit an der Klinik, Léierpersonal dierf/muss während enger Quarantän Schoul hale goen. 42% symptomatesch, Symptomer huet een och bei enger Gripp, da bleift een 2 Deeg am Bett a gutt as. Dat Ganzt deit eendeiteg drop hin, dass dee Virus bei wäitem net (oder net méi) sou geféierlech as wéi en duergestallt gëtt (oder vläit war). Länner mat villen Doudegen si Länner mat engem schlechten Gesondheetssystem an iwerlaaschte Kliniken, sou dass Kranker net kënne behandelt gin. Wat mir hei opféieren kann ech iergendwéi net novollzéien.

    • packtiech am 23.09.2020 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      @J.Weber: dir soot et, de Virus a sëch as net de Probleem mais vun Ufank un déi falsch Thérapie'n ( ok am Ufank wosst och kee wéi ee sou richteg mam Virus soll ëmgoën), en ënnerfinanzéierten Gesondheetssystem a ville Länner ( do gouf jo lo, hoffen ech, eppes ënnerholl) a Lait ab engem gewëssen Alter, déi matt oder ouni Covid gestuerwe wieren ( haate meeschtens och nach méi Virerkrankungen). Ech fannen mir missden den schwedëschen Model applizéieren ( wéinst mënger och nach matt Masque) an ophaalen matt deene Quarantain'en,Reconfinementer a soss onnëtz Répressiounen!

    • duda am 24.09.2020 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      An Schweden sinn prozentual dei meeschte Leit an Europa gestuewen esou weit ech wees wann daat Leisung as sin ech mir awer net secher

    • packtiech am 24.09.2020 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      @duda: kaabes!Dorënner sin d'halschent vulnérable Lait de se net genuch geschützt haaten, hu se selwer zougin an Pandemie ass nach lang net riwer an eise Länner, do komme nach Doudeger dobei. Si hu vill méi Lait, déi immun sen wéi mir.Resultater gesin mer a puer Joër!

    • De Jang am 25.09.2020 04:32 Report Diesen Beitrag melden

      @packtiech "do komme nach Doudeger dobei" Weiterer Todesfall in Köln - Stadt kündigt Konsequenzen an [...] Der 97-jährige Mann litt [...] an Vorerkrankungen. Damit ist die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 117 gestiegen. Schudder, Graus .... alles an d'Bommekelleren!!!!

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  • Jos. am 23.09.2020 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt millionen Euro an Steuergelder mit unwissenschaftlichem large scale Testing zu verbrennen und in Zeiten der Rezession, dem Bevölkerungszuwachs überproportional, 600 Polizisten einzustellen müssen dringenst die Krankenhaus- und Pflegekapazitäten substantiell erhöht werden. Hier wurden jahrelang die falschen Prioritäten gesetzt. Ich verstehe nicht wieso eine Linksregierung genauso handelt wie man es von einer stramm rechten erwarten würde?

  • ech64 am 23.09.2020 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    93 Proffen Qurentaine awer schaffen mech honnerten Infizeierter wann e puer den Virus an sech hun Merci Regierung dass dir esou mat der Gesondheet vun eisen Kanner spillt,dei dann hier Elteren Grouselteren ustiechen an ett wahrscheinlech dodurch erem Doudesfäll gin

    • @ech64 am 23.09.2020 15:13 Report Diesen Beitrag melden

      Wann eis Regierung dat esou mecht, dann well d'Situatioun am Grëff as. Un all deenen Infizéierten déi mer hun, ouni dass ee stierft, gesäit een dass eist Gesondheetssystem fonktionnéiert. An un all deenen honnerten Infizéierten déi mer hun, an et leien der just 20 an der Klinik, gesäit een, dass dee Virus ofgeschwächt as, oder ni richteg geféierlech war. Eng Mogripp oder eng Gripp mecht och kee Spaass, awer déi mannst stierwen drun.

    • @@ech64 am 23.09.2020 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      eben! An ouni Impfstoff brauche mir eng Herdenimmunitéit, wéisou verstin daat souvill Lait net?

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