Proteste auf der Insel

17. August 2020 18:03; Akt: 17.08.2020 18:17 Print

«Reisewarnung schadet Mallorca»

Die deutsche Reisewarnung für Mallorca trifft die Insel hart. Auch deutsche Tourismusunternehmen kritisieren die Maßnahme. Restaurant- und Hotelbetreiber vor Ort fürchten den Ruin.

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Wegen der Reisewarnung des deutschen Außenministeriums für fast ganz Spanien haben Anbieter ihre Reisen nach Mallorca abgesagt. Aus der Branche kommt Kritik, Restaurant- und Hotelbetreiber auf der Insel sind verzweifelt.

Deutsche Tourismusunternehmen haben die Reisewarnung für Mallorca kritisiert. «Sie schadet Mallorca und verunsichert die Verbraucher», bemängelte Mark Tantz, Geschäftsführer von DER Touristik Deutschland, am Montag. «Es ist wichtig, dass Urlauber Klarheit über ihre Reisemöglichkeiten haben. Dafür ist es notwendig, dass zwischen differenzierten Reisehinweisen und Reisewarnungen ganz klar unterschieden wird.»

Auch Branchenprimus Tui bedauerte, dass es eine Reisewarnung für ganz Mallorca gebe statt für die Stadt Palma oder regional betroffene Orte der Insel. «Viele Gäste melden sich bei uns und möchten bleiben», sagte ein Tui-Sprecher.

Im Hotel oder auf einer Finca auf dem Land seien sie weit entfernt von Partys. Der Veranstalter bittet seine Gäste, in den nächsten sieben Tagen die Rückreise anzutreten. Tui hat Reisen nach Mallorca zunächst bis zum 24. August abgesagt, nachdem das deutsche Außenministerium wegen hoher Coronazahlen am Freitag fast ganz Spanien einschließlich Mallorcas – mit Ausnahme der Kanaren – zum Risikogebiet erklärt hatte.

Demonstrationen aus der Tourismusbranche

Auf der Urlaubsinsel demonstrierten Unternehmer und Angestellte der krisengeschüttelten Tourismusbranche für mehr Unterstützung. In der Stadt Calvià hielten mehrere Dutzend Teilnehmer Transparente mit Aufschriften wie «Wenn Corona uns nicht tötet, bringt uns der Hunger um», «Wir lieben Touristen» oder «Wir haben ein Recht auf Arbeit» hoch, wie die Zeitung Diario de Mallorca berichtete.

Unter anderem forderten sie eine Ermäßigung der Müllgebühren und der Grundsteuer sowie staatliche Beihilfen zu laufenden Kosten wie Miete und Wasser. Viele Inhaber von Lokalen und Hoteliers fürchten den wirtschaftlichen Ruin, weil nun kaum noch Urlauber kommen.

Bei DER Touristik gilt der Stopp für das spanische Festland und die Lieblingsinsel der Deutschen bis vorerst 21. August. Gäste vor Ort können entscheiden, ob sie frühzeitig die Heimreise antreten oder den Urlaub fortsetzen wollen. Nicht betroffen sind die Kanarischen Inseln, für die es keine Reisewarnung gibt.

Viele Gäste wollen bleiben

Auch die FTI Group lässt Pauschalurlaubern die Wahl, ob sie vorzeitig die Heimreise antreten möchten. «Viele Gäste haben sich aber dafür entschieden, ihren Urlaub wie geplant fortzusetzen», sagte der Geschäftsführer der FTI Group, Ralph Schiller.

«Die erneute Reisewarnung für das spanische Festland und die Balearen trifft Urlauber, Hoteliers und natürlich auch uns als Veranstalter hart», sagte er. Der Veranstalter hat zunächst Reisen nach Mallorca bis zu diesem Dienstag (18. August) abgesagt. An dem Tag soll das weitere Vorgehen überprüft werden.

Alltours lässt die Kunden entscheiden, wie sie vorgehen möchten. «Wir überlassen es den Kunden, ob sie ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten», hatte Alltours-Inhaber Willi Verhuven am Wochenende gesagt. Er verwies auf Äußerungen von Außenminister Heiko Maas, wonach eine Reisewarnung kein Reiseverbot sei. Im Allgemeinen sagen Veranstalter geplante Pauschalreisen nach einer Reisewarnung ab.

(L'essentiel/SDA/fur)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 17.08.2020 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisewarnung schued och Lëtzebuerg...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 17.08.2020 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisewarnung schued och Lëtzebuerg...

    • @jimbo am 18.08.2020 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Em Lëtzebuerg geet et awer elo net an deem Artikel.

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