Forschung

24. März 2020 16:44; Akt: 24.03.2020 17:27 Print

Rheumamittel könnte Corona den Schrecken nehmen

Ein Onkologe aus Italien geht im Kampf gegen die sich weltweit rasch ausbreitende Lungenkrankheit Covid-19 ungewöhnliche Wege. Er setzt ein Rheumamittel gegen die Atemnot ein.

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Ein Rheumamittel könnte ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das Coronavirus sein. (Bild: DPA)

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Der Wirkstoff Tocilizumab wird normalerweise eingesetzt, wenn Menschen an rheumatischen Entzündungen leiden. Der italienische Onkologe Paolo Ascierto hat das Medikament nun im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt – offenbar mit Erfolg.

Wie Deutschlandfunk berichtet, habe Ascierto zunächst zehn Patienten Tocilizumab verabreicht. Sieben Patienten mussten zu dem Zeitpunkt künstlich beatmet werden. Bei fünf dieser sieben Patienten mit akuter Atemnot «führte die Behandlung zu sehr deutlichen Verbesserung der Atmung». Die Lungenfunktion der drei Patienten, die kein Atemgerät brauchten, sei ebenfalls viel besser geworden. Eine Patientin, bei der die Krankheit schon zu weit fortgeschritten gewesen sein soll, sei trotz der Behandlung gestorben. Lediglich bei einem der anderen Patienten habe der Wirkstoff keine Verbesserung herbeigeführt.

« Keine Wunderwaffe, sondern ein Schutzschild »

Wie es in den Beitrag von Deutschlandfunk weiter heißt, sei in Neapel bereits eine erste Studie mit dem Wirkstoff angelaufen. Laut Ascierto wurde das Mittel auch «mit guten Ergebnissen» an 21 Patienten in China getestet. Schon Anfang April soll eine weltweite Studie zu der Wirksamkeit von Tocilizumab gestartet werden – an rund 330 Covid-19-Patienten.

Wie der Mediziner aus Italien betont sei das Rheumamittel «keine Wunderwaffe» gegen das Virus. Man könne das Medikament eher «als Schutzschild ansehen», der das Allerschlimmste verhindert: die Überfüllung der Intensivstationen. «Wenn es uns gelingt, diese Komplikation zu blockieren und die Zahl derer, die beatmet werden müssen, zu reduzieren, dann wäre das immerhin ein bedeutendes Ergebnis», sagt Ascierto.

(sw/L'essentiel)

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