«Corona Chronik»

22. April 2020 17:06; Akt: 23.04.2020 08:52 Print

Saarländerin nimmt uns aus Berlin mit in die Karibik

SAARBRÜCKEN/BERLIN – Weil Schauspielerin Anne Hoffmann und ihrem Lebensgefährten, dem Künstler Moritz Frei, viele Aufträge weggefallen sind, arbeiten sie jetzt zu Hause.

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Alleine auf einer einsamen Insel. Palmen, 25 Grad im Schatten, weißer Sandstrand und ein blauer Himmel, der mit dem Blau des Ozeans verschwimmt. Die Kulisse ist traumhaft und scheint – so wollen uns Anne Hoffmann und Moritz Frei in ihrer ersten Corona-Chronik-Folge weismachen («Endlich mal das richtige Timing») – ganz weit weg von unserem Alltag mit dem Coronavirus.

Pustekuchen: Vor der Fototapete im eigenen Wohnzimmer in Berlin bewegen die Schauspielerin und den freien Künstler freilich die gleichen Probleme wie alle anderen: Die Haare wachsen, aber an einen Frisörtermin ist nicht zu denken. Die Familie oder Freunde sehen? Müssen wir verschieben, wir sitzen ja auf der Insel fest. Und obwohl die karibische Wohnzimmerwand im Grunde nur diese eine Einstellung zulässt, lassen sich die beiden immer wieder etwas einfallen, um die Zuschauer zu überraschen. In einer Folge wird der Hintergrund gespiegelt, während man in der nächsten nur ein Zelt oder den Sternenhimmel sieht.

«Im Prinzip sind es Themen aus unserem Alltag und dem aktuellen Tagesgeschehen, die uns beschäftigen, und die wir versuchen umzusetzen», sagt die gebürtige Saarbrückerin. Ihre Corona-Chronik, in denen sie ihren saarländischen Dialekt auspackt, und er nur seine Mimiken sprechen lässt, schicken die beiden dann als Video-Gruß ins Saarland – und in die ganze Welt. Mal zum Lachen, mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken.

Durch die Coronakrise öffnen sich auch neue Wege

Hinter der Wandtapete aber ist nur wenig von der traumhaften Kulisse übrig, die die Sorgen vergessen macht. Der Schauspielerin, die einen Gastvertrag am Theater Magdeburg hat, sind nicht nur alle Vorstellungen in diesem Sommer weggebrochen, sondern auch alle Lesungen. Die Ausstellung ihres Lebensgefährten Moritz Frei in Leipzig ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Seine Assistenzarbeit bei einem befreundeten Künstler fällt weg, weil diesem wiederum alle Messen weggebrochen sind.

Vor diesem Hintergrund scheint die Situation besonders schwer, vor der Kamera noch witzig sein zu müssen. «Aber gerade in so schwierigen Zeiten ist Humor wichtig», sagt Frei. Zudem würden sich gerade durch die Coronakrise neue Türen öffnen. Aus diesem Grund ist auch die Hamburger Kunsthalle an ihn herangetreten, für die er nun den Instagram-Account pflegt. «Wir haben jetzt keine Existenzängste», sagt Anne Hoffmann. Auch, weil Moritz Frei die Soforthilfe für Soloselbstständige in Berlin erhalten hat. Weil aber Museen und Theater auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben, «arbeiten wir eben zuhause» sagt Hoffmann. Vor dieser traumhaften Kulisse und – für wenigstens zwei Minuten – ganz weit weg vom Alltag mit dem Coronavirus.

(Michael Aubert/L'essentiel)

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