Neue Corona-Studie

30. September 2020 19:06; Akt: 30.09.2020 19:07 Print

Schwerer Corona-​​Verlauf wegen Neandertaler-​​Gene

In Europa hat jeder sechste Mensch Gene vom Neandertaler. Eine Studie ist zum Schluss gekommen, dass sich diese Gene negativ auf den Corona-Krankheitsverlauf auswirken können.

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Einer Studie zufolge gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem uralten Neandertaler-Erbe in unserem Erbgut und schweren Verläufen von Covid-19. Das berichten Forschende im Fachmagazin Nature.

«Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher», erklärte Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (MPI EVA).

Die Variante ist ein weiterer Risikofaktor zusätzlich zu vielen schon länger bekannten wie Alter und manchen Vorerkrankungen. Eine Studie im Sommer hatte ergeben, dass eine Gruppe von Genen auf Chromosom 3 mit einem höheren Risiko einhergehen kann, im Falle von Covid-19 im Krankenhaus behandelt und künstlich beatmet werden zu müssen.

Menschen erbten Genvariante von Neandertalern

Zeberg und sein MPI-Kollege Svante Pääbo haben den Gencluster nun analysiert und gezielt mit dem Erbgut von Neandertalern und Denisova-Urmenschen verglichen. Die DNA-Sequenz in der für ein höheres Risiko sorgenden Variante des Clusters sei den DNA-Sequenzen eines etwa 50.000 Jahre alten Neandertalers aus Kroatien sehr ähnlich.

«Es hat sich herausgestellt, dass moderne Menschen diese Genvariante von den Neandertalern geerbt haben, als sie sich vor etwa 60.000 Jahren miteinander vermischten», sagte Zeberg, der auch am Karolinska-Institut in Stockholm forscht.

Südasiaten tragen Genvariante besonders häufig

Es gebe erhebliche Unterschiede hinsichtlich der regionalen Verbreitung dieser genetischen Variante, erläuterte das Forscherduo weiter. Besonders häufig findet sie sich demnach bei Menschen in Südasien, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung sie im Genom trage, in Bangladesch sogar 63 Prozent. In Europa habe etwa einer von sechs Menschen (rund 16 Prozent) sie geerbt – in Afrika und Ostasien komme die Variante hingegen so gut wie gar nicht vor.

Eine Erklärung dafür, warum Menschen mit der Genvariante ein höheres Risiko haben, gebe es bisher nicht. «Es ist erschreckend, dass das genetische Erbe der Neandertaler während der aktuellen Pandemie so tragische Auswirkungen hat», sagte Pääbo. «Warum das so ist, muss jetzt so schnell wie möglich erforscht werden.»

(L'essentiel/ogi/SDA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bobo am 01.10.2020 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da Zeiteisen ja sicher bald möglich sein werden, werden die Neandertaler rückwirkend geimpft werden können sobald ein wirksamer Impfstoff erarbeitet worden ist und eine neue virusfreie Realität erwartet uns. Nur weiter so. Das gibt Hoffnung !

  • Superjemp am 30.09.2020 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    et get ëmmer besser !!

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  • Ech am 01.10.2020 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat dooten as ewell schon 4 Meint lang gewosst.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gnoaarrk am 01.10.2020 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Oh nee. Net och nach daat!

  • Bobo am 01.10.2020 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da Zeiteisen ja sicher bald möglich sein werden, werden die Neandertaler rückwirkend geimpft werden können sobald ein wirksamer Impfstoff erarbeitet worden ist und eine neue virusfreie Realität erwartet uns. Nur weiter so. Das gibt Hoffnung !

  • tragische Auswirkungen am 01.10.2020 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    also wird nicht massiv getestet wegen Corona, sondern um das Genmaterial aller Menschen zu sammeln, um damit zu experimentieren u zu forschen ...

    • Alles muss gesammelt werden am 01.10.2020 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      Genau und da Projekt heisst Nagoya Protokoll.

    • Christophe am 02.10.2020 00:46 Report Diesen Beitrag melden

      lol, wat ee bloedsinn...ze oft dem Attila nogelauschtert?

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  • Ech am 01.10.2020 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat dooten as ewell schon 4 Meint lang gewosst.

  • Mio am 30.09.2020 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    esou wei verschiddener sech behuelen brauch een dofir keng Studie zemachen ! Daat geseit en Blannen