Zweite Welle droht

28. Juli 2020 21:07; Akt: 28.07.2020 21:59 Print

So breitet sich Corona wieder in Spanien aus

Die Entwicklung des Coronavirus in Spanien macht große Sorgen. Besonders an der Mittelmeerküste wurden in den letzten Tagen viele Neuansteckungen vermeldet.

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Zuerst Großbritannien, nun Deutschland – die zweite Corona-Welle in Spanien macht den Regierungen in London und Berlin große Sorgen. Briten müssen nach der Rückkehr aus Spanien, den Balearen oder den Kanarischen Inseln für zwei Wochen in Quarantäne. Wie der Daily Mail berichtet, seien kürzlich zehn mit dem Coronavirus infizierte Urlauber zurückgekehrt. Für den britischen Chefarzt Chris Whitty ist diese Zahl «statistisch signifikant». «Nicht zu handeln, ist keine Option», sagt der Epidemiologe.

Auch das deutsche Auswärtige Amt riet von Ferienreisen in bestimmte Regionen Nordspaniens ab. Betroffen sind neben Katalonien mit der Metropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava auch die im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra.

Mit über 6300 Neuansteckungen allein am letzten Wochenende gehört Spanien derzeit zu den am stärksten von der zweiten Corona-Welle betroffenen Ländern in Europa. Doch nicht überall breitet sich das Virus im gleichen Maße aus. Ein Überblick:

Katalonien

Dort ist die Lage besonders kritisch. Die Region verzeichnet laut dem Radiosender Cadena Ser über 91.000 Corona-Infizierte. Besonders in Lleida und an der bei Touristen beliebten Costa Blanca ist das Virus auf dem Vormarsch. So wurden unter anderem ein Baby auf einem Campingplatz in der Ortschaft Sant Joan und ein Kind in Santa Pola positiv getestet. In den Ferienorten L’ Alfàs del Pi und Torrevieja wurden mehrere Neuinfizierte registriert.Auch in der Region Valencia steigt seit dem Wochenende die Zahl der Fälle stetig an. Die meisten Fälle sind auf soziale Kontakte zurückzuführen.

Die katalanische Regionalregierung bedauerte, dass Deutschland von Reisen in das Gebiet abrät. Die Regionalregierung handle verantwortungsvoll und bemühe sich, Leben zu schützen, hieß es am Dienstag.

Aragón

Seit Samstag wurden 738 neue Corona-Infizierte vermeldet, drei Viertel davon aus der Region Zaragoza.

Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera)

Katalonien

Auf den beliebten Urlaubsinseln der Balearen ist die Lage etwas entspannter. Dort wurden seit Freitag lediglich 12 neue Corona-Ansteckungen gemeldet. Erst vor einer Woche hatte die Regierung der Insel Mallorca die Schließung von Bars und Diskotheken in den Party-Hotspots Magaluf und Ballermann beschlossen, weil zahlreiche Touristen, vor allem Deutsche und Engländer, die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus gebrochen hatten.

Kanarische Inseln

Auch hier ist die Lage nicht dramatisch: Die spanischen Gesundheitsbehörden vermeldeten acht neue Ansteckungen in den letzten 24 Stunden.

Madrid

Die spanische Hauptstadt und ihre Umgebung verzeichneten 48 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1200 neue Infektionen registriert. Die Neuansteckungsrate liegt demnach bei 19 pro 100.000 Einwohner.

Auch wenn das nicht alarmierende Zahlen sind, kündigte Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso am Dienstag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an. Dazu zählt eine umfassende Ausweitung der Maskenpflicht. Bars müssen um ein Uhr morgens schließen, auf Restaurantterrassen dürfen sich höchstens zehn Personen gleichzeitig aufhalten. Die Regionalregierung rät zudem dazu, dass auch privat weniger als zehn Personen in den eigenen vier Wänden zusammenkommen. Ferner fordert sie verstärkte Kontrollen an den Flughäfen von Madrid.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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