Sars-CoV-2

04. April 2020 20:22; Akt: 04.04.2020 20:25 Print

So lange bleibt das Virus in der Luft nachweisbar

In feinsten Partikeln kann das neue Coronavirus Sars-CoV-2 mehrere Stunden in der der Luft überleben. Das zeigen US-Laborexperimente.

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Forscher der amerikanischen National Institute of Health (NIH) haben untersucht, wie lange Sars-CoV-2 in der Luft als Aerosol überleben kann. Das bedeutet, wie lange die Viren in der Luft schweben können. Zu diesem Zweck haben sie das Virus durch einen Vernebler in eine enge Trommel gesprüht. Danach massen sie in regelmäßigen Abständen insgesamt drei Stunden lang die Entwicklung der Viruskonzentration in diesem Behälter.

Viren konnten bis zum Ende des Experiments nachgewiesen werden und waren in der Lage, Zellen zu infizieren. Ihre Konzentration nahm aber über die Zeit stark ab. Die Halbwertzeit des Virus als Aerosol betrug 2,7 Stunden. Das bedeutet, dass nach 2,7 Stunden nur noch die Hälfte der anfänglichen Virenmenge in der Luft nachgewiesen werden konnte. Der Rest hatte sich abgesetzt. Die Menge an Viren in der Luft halbiert sich also laut der Studie alle 2,7 Stunden. Für die Forscher sind die Resultate ein Beleg dafür, dass eine Übertragung des Virus durch die Luft in der Theorie denkbar ist, da die Viren als Aerosolteilchen mehrere Stunden nachweisbar waren.

Übertragungsrisiko unklar

Allerdings erlauben die Laboruntersuchungen keine Schlüsse auf das genaue Übertragungsrisiko über die Luft, da die Experimente unter kontrollierten Laborbedingungen durchgeführt wurden. Es sei zudem unklar, welche Konzentration von Sars-CoV-2 zu einer Infektion bei einem Menschen führe, sagte Studien-Co-Autor Dylan Morris von der Princeton University zu Livescience.com. Morris und seine Kollegen testeten, ob die Viren aus dem Aerosol im Labor erzeugte Zellen infizieren können. Es gab keine Tests an Menschen. Über welche Distanzen sich das Virus als Aerosol verbreiten kann, wurde ebenfalls nicht untersucht.

Die Studie der NIH-Forscher ist im Fachjournal «New England Journal of Medicine» erschienen. Laut aktuellem Wissensstand gehen Forscher davon aus, dass die Übertragung in erster Linie über Tröpfcheninfektion geschieht. Das heißt, die Viren werden in ausgehustetem oder ausgeniestem Sekret weitergegeben. Das Gute daran ist, dass diese Tröpfchen zu groß und schwer sind, um sich in der Luft zu halten, und relativ schnell zu Boden fallen. Die Tröpfchen fliegen nicht weiter als etwa zwei Meter.

Mögliches Problem für Pflegepersonal

Die NIH-Forscher gehen denn auch nicht davon aus, dass Sars-CoV-2 unter Alltagsbedingungen zum Aerosol wird. Das sieht auch der Epidemiologe Michael Vasseur von der Drexel University so. Könnte das Virus tatsächlich leicht als Aerosol existieren, wäre die Infektionsrate viel höher, wie er zu Statnews.com sagte. Und man würde andere Ansteckungsmuster sehen. Bei der Tröpfcheninfektion geschehe es hauptsächlich über enge Kontakte. Wenn aber ein Virus leicht als Aerosol existierte, könnte man es von Leuten bekommen, die vor einem den Lift benutzt hätten.

Wenn überhaupt, könnte das Virus am ehesten in Einrichtungen des Gesundheitswesens zum Aerosol werden, wie Morris sagt. Aerosole könnten bei der Intubation entstehen, also wenn eine Röhre zur Beatmung in die Luftröhre eingeführt wird oder wenn einem Patienten Medikamente mit einem Inhalator verabreicht werden. Dann könnte es zu einer Gefährdung des medizinischen Personals kommen. Die WHO empfiehlt deshalb, dass es sich bei einer Intubation von Covid-19-Patienten mit Atemschutzgeräten und Schutzkleidung schützen solle.

Nachdem die Studie Mitte März veröffentlicht worden war, gibt es inzwischen neue Erkenntnisse. So wurden dutzende Mitglieder eines großen Chors im US-Bundesstaat Washington nach einer Probe positiv auf das Coronavirus getestet, wie Livescience.com schreibt. Das deutet darauf hin, dass eine Übertragung über die Luft auch außerhalb von Einrichtungen des Gesundheitswesens denkbar ist.

Studien-Co-Autor Dylan Morris erklärte daraufhin in einem Twitter-Thread: Es sei nun klar, dass ein Übertragungsrisiko über die Luft auch im Alltag nicht vernachlässigt werden dürfe, besonders in schlecht belüfteten Innenräumen. Allerdings gebe es in Krankenhausumgebungen weiterhin ein besonders hohes Risikio für eine Übertragung über die Luft.

(L'essentiel/jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dusninja am 05.04.2020 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Da keine Rückschlüsse möglich sind, ist auch die Überschrift falsch, es müssten Worte vorraussichtlich, wahrscheinlich und bis zu eingebaut werden. In der Luft gibt es je nach Ort verschiedene Temperaturen, Luchftfeuchten, nur dann wäre das Ergebnis interessant und nicht für das Presseloch wichtig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dusninja am 05.04.2020 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Da keine Rückschlüsse möglich sind, ist auch die Überschrift falsch, es müssten Worte vorraussichtlich, wahrscheinlich und bis zu eingebaut werden. In der Luft gibt es je nach Ort verschiedene Temperaturen, Luchftfeuchten, nur dann wäre das Ergebnis interessant und nicht für das Presseloch wichtig.