Coronavirus

24. Juni 2020 16:43; Akt: 24.06.2020 16:45 Print

Südkorea wird von zweiter Welle erfasst

Südkorea, das gelobte Musterbeispiel in der Krise, wappnet sich mit neuen Maßnahmen, sollten die Infektionszahlen noch weiter steigen.

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Südkorea wird gerade von einer zweiten Infektionswelle überrascht. (Bild: istock)

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Südkorea war nach China einer der ersten Infektionsherde. Das Land galt mit seinen Methoden der Nachverfolgungs- und Teststrategie für viele Nationen als beispiehaft reagierend im Umgang mit dem Coronavirus. Nun ereilt die asiatische Nation gerade eine zweite Infektionswelle, wie die südkoreanische Gesundheitsbehörde KCDC am Montag, dem 22. Juni 2020 mitteilte.

Diese kommt überraschend. Mit einem erneuten Ausbruch wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet. «Wir hatten ursprünglich prognostiziert, dass die zweite Welle im Herbst oder Winter ausbricht», zitiert die Nachrichtenagentur Yonhap Jeong Eun-kyeong, Direktorin der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention in Seoul gegenüber Reuters. «Unsere Prognose erwies sich als falsch. So lange Menschen engen Kontakt zu anderen haben, glauben wir, dass die Infektionen weiter anhalten werden.»

Zweite Welle in der Hauptstadt

Schwerpunkt sei laut der Wissenschaftlerin die Hauptstadt und die Umgebung, wo die Hälfte der südkoreanischen Bevölkerung (Einwohnerzahl Südkorea gesamt: 51,6 Millionen Einwohner) lebt. Der Bürgermeister von Seoul Park Won-soon sieht den Zusammenhang der steigenden Infektionszahlen vor allem in der vermehrten Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Jeong datiert den Anfang der zweiten Welle im Mai beginnend mit den Lockerungen der Maßnahmen. «Die erste Welle ging von März bis April sowie von Februar bis März», sagte er am 22. Juni 2020. «Und wir sehen, dass die zweite Welle, die durch die Ferien im Mai verursacht wurde, andauert», sagte die Direktorin. Ende Mai war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Daraufhin wurden zwei Wochen sämtliche Museen und Parks geschlossen und frühere Restriktionen teilweise wieder eingeführt.

Am Samstag wurden 67 Neuinfektionen, am Sonntag 48 weitere und am Montag 17 neue Corona-Fälle registriert. Strengere Maßnahmen in Seoul sind möglich, wie der Bürgermeister ankündigte. Sollte in den kommenden Tagen die Anzahl der Fälle 30 pro Tag überschreiten und die Betten in Krankenhäusern zu 70 Prozent ausgelastet sein, würde man die Corona-Maßnahmen dort wieder einführen. Bei Hitze sollte es jedoch erlaubt sein, die Masken wegzulassen, solange der Abstand von zwei Metern eingehalten würde. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In sagte, er sei «zuversichtlich», dass das Virus «immer noch kontrolliert werden kann».

Kein Einzelfall

In Tokio sind erstmals seit Wochen wieder mehr als 50 Neuinfektionen binnen eines Tages mit dem Coronavirus bestätigt worden. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Mittwoch berichtete, wurden 55 Menschen positiv auf das Virus getestet. Das ist die höchste Zahl seit dem 5. Mai. Kürzlich hatte die Gouverneurin der Hauptstadt, Yuriko Koike, das Alarmsystem «Tokio Alert» wieder aufgehoben. Doch stieg die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den vergangenen Tagen wiederholt auf über 40 Fälle, was die Sorge vor einer zweiten Corona-Infektionswelle schürt.

(L'essentiel/ga)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Pan am 24.06.2020 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Eher ein "Wellchen"...

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  • pasvrai am 25.06.2020 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    hört doch auf mit dieser Panikmacherei es wird so langsam lächerlich!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • pasvrai am 25.06.2020 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    hört doch auf mit dieser Panikmacherei es wird so langsam lächerlich!

    • Phil am 28.06.2020 10:54 Report Diesen Beitrag melden

      Es werden hier nur Nachrichten aus aller Welt veröffentlicht. Wenn Sie dadurch in Angst und Entsetzen verfallen, so ist es Ihr eigenes persönliches Problem... aber das Ganze als Panikmacherei abzustempeln ist doch wohl sehr weit hergeholt!

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  • Peter Pan am 24.06.2020 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Eher ein "Wellchen"...

    • Kleeschen am 24.06.2020 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      In Wuhan fing es auch als "Wellchen" an.

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