«Sayonara Wild Hearts»

13. Oktober 2019 17:50; Akt: 13.10.2019 17:57 Print

Diesen Trip musst du erlebt haben

«Sayonara Wild Hearts» ist mehr audiovisueller Rausch als echtes Videogame. Wir verraten, warum sich das Spielen trotzdem lohnt.

Bunt und abgedreht: «Sayonara Wild Hearts». (Simogo)

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1. Das Konzept

Ein Videogame? Ein Musikalbum? Ein interaktiver Spielfilm? Eines ist klar: «Sayonara Wild Hearts» ist nicht einfach zu beschreiben, denn das Spiel ist ein Mix aus all dem eingangs Erwähnten. Das Game beschreibt sich selbst als «verträumtes Arcade-Spiel über Motorradfahren, Skateboarden, Tanzkämpfe, Laserschießen, Schwerterschwingen und brechende Herzen». Tatsächlich rast man zu einem modernen Soundtrack durch verschiedene Levels. Dabei muss man Punkte einsammeln und Hindernisse vermeiden. Erweitert wird das Gameplay durch Quicktime-Events. Die Steuerung ist eher einfach, was umso besser ist. So kann man sich auf das audiovisuelle Erlebnis konzentrieren – und das lohnt sich!

2. Die Story

Das Gameplay mag eher simpel gehalten sein, doch die Story hat durchaus Tiefgang. Die Handlung dreht sich um eine Hauptfigur, die verletzt wurde und die mit sich selbst kämpft. Man begleitet sie auf ihrer Suche nach Liebe und Glück, was in in den einzelnen Levels durch Events und Soundcollagen eindrücklich dargestellt wird. Das alles ist zunächst sehr geheimnisvoll, doch im weiteren Verlauf wird immer klarer, um was es geht. Besonders reizvoll: Die Musik spiegelt die emotionalen Zustände der Protagonistin.

3. Der Look

Die Farben. Die Formen. «Sayonara Wild Hearts» ist ein visueller Trip, den man erlebt haben muss. Das Setting besteht aus minimalistischen Gebilden im grellen Neon-Look, mit stetig wechselnden Farben und Formen. Alles ist sehr futuristisch gestaltet und sieht schlicht atemberaubend aus. Wer sich an den Filmklassiker «Tron» von 1982 (oder an das Sequel «Legacy» von 2010) erinnert fühlt, liegt sicher nicht ganz falsch. Die einzigartige Computergrafikwelt des Kultfilms stand «Sayonara Wild Hearts» offensichtlich Pate – und das ist durchaus als Kompliment gemeint. Tipp: Am besten in einem dunklen Raum spielen, dann kommt das visuelle Erlebnis am besten zur Geltung.

4. Der Sound

Der Entwickler beschreibt sein Spiel als «interaktives Musikalbum zum Spielen». Stimmt, denn jedes neue Level ist quasi sein eigener Popsong. Und was für einer: Freunde von eingängigem, gut produziertem Elektro-Pop kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten. Die Spielgeschwindigkeit gibt dabei den Takt vor, wobei es meist im Uptempo-Bereich zu und her geht. Zudem erzeugt jeder neue Song eine völlig unterschiedliche Stimmung, bleibt dabei aber stets der Grundtonalität und dem Genre der elektronischen Popmusik treu – so, dass man am Ende wirklich das Gefühl hat, dass man ein Album voller Popmusik «spielt».

5. Der Trip

«Sayonara Wild Hearts» will mehr als nur unterhalten. Es ist kein Shooter, kein Jump and Run, kein RPG. Vielmehr will dieses Game seine Spieler miteinbeziehen und die emotionale Reise der Hauptfigur spielerisch, optisch und musikalisch nachvollziehbar machen. Das funktioniert: «Sayonara Wild Hearts» ist hochgradig originell. Ein audiovisueller Trip, der es in sich hat – und ein echtes Fest für die Sinne.

6. Das Fazit

Das Spiel (das Album? der Film? der Trip?) ist ein Erlebnis. Visuell absolut einmalig und vor allem auch emotional packend. Und das, obwohl es im ganzen Game keine Dialoge gibt. Doch die einzigartige Kombination aus Sound, Visuals und Gameplay sowie das sinnvolle Leveldesign machen Erklärungen zur Story schlicht überflüssig. Abtauchen und genießen – «Sayonara Wild Hearta» muss man selbst gesehen (und gehört) haben.

(L'essentiel/tsr)

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