Gestohlene Moves

16. Dezember 2018 16:14; Akt: 16.12.2018 16:16 Print

Droht den Emotes in «Fortnite» das Aus?

Epic Games soll den Tanz von Rapper 2 Milly gestohlen haben. Dieser hat jetzt eine Millionenklage eingereicht. Das könnte Folgen haben.

Erfolg bringt Neider – und Klagen: «Fortnite» Season 7. (Epic)

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Die «Fortnite»-Tänze haben längst weit über die Shooter-Welt hinaus Bekanntheit erlangt. Zig Stars und Fußballweltmeister wie Antoine Griezmann haben sie einem breiten Publikum vorgeführt. Auf Pausenplätzen wird genauso getanzt wie im Büro. Frei von Kontroversen sind sie indes nicht – wie immer, wenn es um viel Geld geht.

Das Problem ist Folgendes: In «Fortnite» können Spieler diese sogenannten Emotes freischalten. Manche lassen sich durch eine In-Game-Währung kaufen, andere sind nur erhältlich, wenn man in einen «Battle Pass» investiert. Dieser schaltet weitere Inhalte frei.

Unerlaubte Nutzung

Einer dieser Emotes ist der «Milly Rock». Im Jahr 2014 wurde der Tanz durch den US-Rapper 2 Milly bekannt. Hip-Hop-Künstler aus aller Welt bauten ihn in ihre Shows ein, und auch Epic Games bediente sich beim Move. Damit jedoch bereichere sich das Unternehmen an seiner Erfindung, sagte der Rapper. 2 Milly will jetzt gegen die Verwendung seines Tanzes vorgehen, wie aus einem Bericht des US-Fachmagazins «Variety» hervorgeht: «Epic Games hat mich nie gefragt, ob sie den Move nutzen dürfen», erklärte der Rapper. Er hat inzwischen Klage eingereicht und fordert zwei Millionen US-Dollar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Epic Games wegen «Fortnite»-Tänzen unter Beschuss gerät. So zeigte sich etwa Schauspieler Donald Faison wenig erfreut, als seine Tanzbewegungen aus der TV-Serie «Scrubs» ohne Nachfrage kopiert wurden. Zudem habe man für das Emote «Tidy» den Song «Drop It Like It's Hot» von Snoop Dogg widerrechtlich übernommen.

Weitreichende Folgen

Rechtsexperten sehen allerdings nur geringe Chancen für die Klage von 2 Milly. Nach US-Recht sei es kaum möglich, einzelne Tanzschritte urheberrechtlich zu schützen; dies sei nur für vollständige Choreografien möglich. Dennoch könnten die immer häufiger auftretenden Klagen weitreichende Folgen haben.

Um juristischen Auseinandersetzungen künftig aus dem Weg zu gehen, könnte Epic die Emotes umbenennen – oder sie irgendwann sogar ganz aus dem Spiel entfernen. Ein solches Vorgehen würde auch viele andere Titel, die sich großzügig in der aktuellen Popkultur bedienen, zum Nachdenken bringen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

(L'essentiel/srt)

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