«Death Stranding»

10. November 2019 15:43; Akt: 10.11.2019 15:48 Print

Unbequemes Meisterwerk belohnt seine Spieler

Spiel des Jahres oder nur Hype? Sicher ist: Das Sci-Fi-Abenteuer «Death Stranding» macht es Spielern nicht einfach. Wer durchhält, wird aber belohnt.

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Welches ist der meisterwartete Titel des laufenden Game-Jahres? Für viele ist die Antwort klar: «Death Stranding». Immerhin stammt das Spiel von Game-Designer Hideo Kojima, der von seinen Fans wie ein Guru verehrt wird. Kein Wunder: Kojima geht unkonventionelle Wege und wagt oft Dinge, die sich kein anderer Game-Designer traut. «Death Stranding» kommt nun, nach über vier Jahren Entwicklungszeit, in die Läden.

Die Prämisse klingt spannend: Die Welt in «Death Stranding» steht vor dem Untergang. Ein mysteriöses Ereignis hat dafür gesorgt, dass die Welt der Toten in die Realität übergreift. Aus Angst vor einem Zeitregen, der Menschen in Sekunden altern lässt, hat sich die Bevölkerung in Bunkeranlagen zurückgezogen. Durch den Kollaps der Infrastruktur kommt auch der Frachtverkehr zum Erliegen. Doch noch immer gibt es mutige Boten, die Medikamente, Lebensmittel und andere Güter unter Einsatz ihres Lebens von A nach B befördern.

Untoter Held

Einer von ihnen ist Sam Porter Bridge (gespielt von Norman Reedus, bekannt aus «The Walking Dead»). Er ist ein sogenannter Wiederkehrer aus dem Reich der Toten: Er kann nicht wirklich sterben und kehrt immer wieder zurück. Deshalb wird er von der US-Präsidentin gebeten, sich einen Weg quer durch die USA zu bahnen und dabei möglichst viele Städte zu überreden, sich den United Cities of America (UCA) anzuschließen. Auf diese Weise soll sich die Menschheit vereinen und ein Neuanfang ermöglicht werden. Wer mitmacht, erhält die Möglichkeit, sich mit dem Datennetzwerk der Regierung zu verbinden. Dieses gestattet unter anderem das 3D-Drucken von lebenswichtigen Objekten.

Eine reichlich abgefahrene Geschichte also, die in der bis zu 50 Stunden langen Kampagne immer wieder für Überraschungen sorgt. In «Death Stranding» haben die Entwickler verschiedene Spielmechaniken kombiniert. Im Zentrum steht die Durchführung von Frachtenlieferungen innerhalb einer schönen, aber sehr gefährlichen Spielwelt. Das sorgt für packende, originelle und innovative Sci-Fi-Unterhaltung.

Mehr als Ballern

Klar ist auch: Kojimas will mehr bieten als nur Shooter-Spaß. Nicht umsonst hat er angekündigt, dass sein Spiel erst nach einer gewissen Zeit funktionieren würde. Tatsächlich ist man die ersten Stunden mit meditativen Wanderungen durch die visuell beeindruckende Spielwelt beschäftigt. Im weiteren Verlauf entfaltet die Story jedoch eine unglaubliche Wirkung, die fast allen Emotionen bedient. Wut, Trauer, Freude, Begeisterung, Erschöpfung, Frust, Faszination, Einsamkeit und Spaß – dieses Game belohnt seine Spieler für ihren Aufwand.

Gelungen sind auch Spielphysik und Online-Komponente. Wenn eine neue City zum Verbund hinzukommt, werden Bauten anderer Spieler sicht- und nutzbar: Leitern, Seile, Brücken oder Warnschilder. Diese können mit Likes (wie bei Facebook) ausgezeichnet werden, hinter denen sich Kojimas Botschaft verbirgt: Miteinander ist besser als gegeneinander, nur gemeinsam kann die kaputte Gesellschaft wieder aufgebaut werden. Dazu passt, dass man Gegner nicht töten soll, denn sonst kehren sie als Untote zurück und schaden mehr als lebendig.

Alles in allem ist «Death Stranding» ein unkonventioneller, aber beeindruckender Trip durch eine postapokalyptische Landschaft, mit dem die Sinne genauso stark stimuliert werden wie die Hirnzellen. Das Warten jedenfalls hat sich definitiv gelohnt.

«Death Stranding», Action-Abenteuer, ab 8. November für PS4 (PC-Version im Sommer 2020), ab 18 Jahren

(L'essentiel/srt)

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  • BoomChuckaluck am 14.11.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    * Sam Porter BridgeS

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  • BoomChuckaluck am 14.11.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

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