Sicherheitsrisiko

19. Juli 2019 19:09; Akt: 19.07.2019 19:18 Print

Datenschutz-​​Bedenken bei Trend-​​App Faceapp

Das Trend-App Faceapp spaltet die Gemüter. Wo landen die Bilder, in denen sich Menschen weltweit altern lassen. Ein US-Senator fordet einen FBI-Einsatz.

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Digitaler Spaß oder Sicherheitsrisiko? Die Smartphone-App FaceApp hat aktuell Hochkonjunktur. Millionen Menschen teilen in Sozialen Medien mit Hilfe der App um Jahrzehnte gealterte Bilder von sich. Unterdessen gibt es jedoch vermehrt auch Sicherheitsbedenken.

So forderte der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, die Bundespolizei FBI zu einer Untersuchung der populären App auf. Die von Russland aus betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Brief.

Drake und Kevin Hart mischen mit

Die Anwendung bearbeitet mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Bilder von Nutzern und zeigt mit einem Filter auch, wie diese als alte Menschen aussehen könnten. Die App der in Sankt Petersburg ansässigen Wireless Lab gibt es bereits seit 2017 für Android und Apples iOS. Mit ihr lässt sich auch die Hautfarbe oder das Geschlecht eines Gesichts verändern.

Nun entwickelt sie sich mit dem neuen Filter allerdings wieder zum Hit in den App Stores. Auf Twitter und Facebook befeuern spezielle «Herausforderungen» (#FaceAppChallenge) den Hype. Auch bekannte Stars wie der kanadische Rapper Drake oder der US-Komiker Kevin Hart machen mit.

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Strong ass old man face and upper body A post shared by Kevin Hart (@kevinhart4real) on Jul 16, 2019 at 8:16am PDT

Daten landen in Russland

Unterdessen wachsen die Bedenken, was mit den hochgeladenen Daten geschieht. Für die Bearbeitung werden die Bilddateien auf Server hochgeladen und dort berechnet.

Die Nutzer müssten dem russischen Unternehmen uneingeschränkten Zugriff auf ihre persönlichen Fotos und Daten gewähren, stellt Schumer in seinem Schreiben heraus. Dies könne aber dazu führen, dass die Bilder künftig öffentlich und privat ohne die Zustimmung der Nutzer benutzt würden.

«Zutiefst beunruhigend»

«Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyber-Angriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist», schrieb Schumer weiter.

Das FBI müsse deshalb untersuchen, ob Daten von US-Bürgern in die Hände der russischen Regierung oder ihr nahe stehenden Stellen gelangten. Der russische App-Anbieter betont, dass jeweils nur die von Nutzern ausgewählten Fotos hochgeladen würden.

Daten auf Servern in USA

Dass die Betreiberfirma ihren Sitz in Russland habe, werfe die Frage auf, ob Daten von US-Bürgern an Dritte oder möglicherweise an ausländische Regierungen weitergegeben würden, schreibt Schumer.

Wie das Magazin Forbes berichtet, landen die Fotos allerdings nicht auf Servern in Russland, sondern auf Servern von Amazon und Google in den USA. Dass die Daten dennoch in Russland ausgewertet werden könnten, sei damit jedoch nicht ausgeschlossen. Auch sei es unklar, wie viel Zugriff FaceApp-Mitarbeiter auf die hochgeladenen Bilder hätten, schreibt Forbes.

FaceApp-Gründer Jaroslaw Gontscharow betonte dem Magazin gegenüber, dass die meisten Bilder innerhalb von 48 Stunden nach dem Upload von den Servern wieder gelöscht würden. Nutzer könnten das automatische Löschen auch in den Einstellungen wählen. Gontscharow betonte zudem, dass sein Unternehmen Nutzerdaten weder verkaufe noch an dritte weitergebe.

(L'essentiel/fss/sda)

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