Hardware Review

07. November 2018 10:33; Akt: 07.11.2018 10:34 Print

Die Huawei Watch GT ist ein Akku-​​ und Preisbrecher

Mit der Huawei Watch GT haben die Chinesen eine Smartwatch, die die Konkurrenz bei Akku und Preis schlägt.

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Überraschung: Nach der Huawei Watch 2 bringt die neue Huawei Watch GT nicht noch mehr Funktionen und Features, sondern fokussiert sich vor allem auf drei Aspekte: einen günstigen Preis, ein starkes Fitnessprogramm und einen ausdauernden Akku. Zielgruppe ist ganz klar der Träger, der sich viel bewegt und dabei einen verlässlichen Begleiter am Arm dabeihaben will.

Klassische Smartwatch-Träger werden vielleicht enttäuscht sein, dass die Uhr keine digitalen Bezahlmöglichkeiten unterstützt, Offline-Musik und Online-Streaming fallen weg, WLAN-Konnektivität ebenso und auch die breite App-Auswahl der Huawei Watch 2 findet man bei der Watch GT nicht. Das macht sich nicht nur bei den technischen Daten, sondern auch beim Preis und der Ausdauer bemerkbar.

So bietet die Watch GT «nur» 128 MB internen Speicher und 16 MB Arbeitsspeicher (Watch 2: 4 GB, 768 MB), räumt dafür aber die drei großen Mankos der Watch 2 aus. Der Akku hält nun locker zwei Wochen – im Testzeitraum von zwei Wochen samt regelmäßiger Nutzung und durchgehender Pulsmessung waren 70 Prozent der Batterie verbraucht. Und: die etwas schmalen Sportprogramme der Watch 2 wurden für die GT aufgewertet sowie die Bedienung vereinfacht. Geladen wird die Watch über eine magnetische Ladekappe: in 68 Minuten lud die Uhr vom Akkustand bei 10 Prozent auf 100 Prozent.

Starkes Fitnessprogramm

Statt wie die ersten beiden Huawei Watches setzt die Watch GT nicht auf das Betriebssystem Android Wear, sondern bringt ein eigenes System mit sich, das energieschonender funktionieren soll. Es zeigt sich simpel, intuitiv und übersichtlich. Einstellungen nimmt man per Wisch nach unten am Bildschirm (1,39 Zoll AMOLED-Farbbildschirm, 454 x 454 Pixel) vor, per Druck lassen sich verschiedene Ziffernblätter auswählen. Die obere Druck-Krone führt zu den Apps, über die man Nachrichten erhält, Fitnessdaten ausliest oder das Wetter anzeigen lässt.

Die untere Krone löst die Fitnessprogramme aus. Hier sind verschiedenste Sportarten vom Laufen über Schwimmen bis hin zum Radfahren mit zahlreichen Trainingsprogrammen für Einsteiger und Fortgeschrittene zu finden. Apropos Schwimmen: die Watch GT ist bis fünf Atmosphären wasserdicht. Allerdings eignet sich nur die Sport-Variante mit Gummiband zum Schwimmen, die klassische Variante mit Lederband nicht.

Smartwatch als Preisbrecher

Technisch unterscheiden sich Huawei Watch GT Classic und Huawei Watch GT Sport übrigens nicht. Die «Classic» gibt es mit einem braunen Leder-Gummi-Mischband und silbernem Uhrengehäuse, die «Sport» mit einem reinen Plastikband und schwarzem Edelstahlgehäuse. Alle Bänder sind wechselbar. Die «Sport» gibt es bereits um 199,99 Euro, das Lederband bei der «Classic» schlägt da mit 229,90 Euro zu Buche. Die Watch GT ist jedenfalls ein Preisbrecher: sie kostet weniger als typische Sportuhren, hat ein gewaltiges Fitnessprogramm und ist dennoch eine äußerst schicke Uhr mit smarten Funktionen. Konnektivität gibt es aber nur per Bluetooth.

Die Watch trägt sich auch angenehm, mit 46 Gramm und einer Dicke von 10.6 Millimeter sitzt sie prominent am Arm, ohne störend groß oder schwer zu sein. Das AMOLED-Display zeigt sich leuchtstark und scharf und sowohl die Touch- als auch die Kronen-Bedienung funktionieren präzise. Kleinere Aussetzer offenbarte die Pulsmessung über den optischen Herzfrequenzsensor. In einem Testzeitraum von zwei Wochen wurde rund vier Mal ein nicht möglicher Pulswert jenseits der 180 Schläge im Ruhezustand angezeigt. Keine große Sache, denn die Werte korrigierten sich sofort wieder, ein Herzschlag-Zacken in der Aufzeichnung fiel aber auf. Das GPS funktioniert äußerst präzise, selbst kleinste Kurven und Co. werden genau verzeichnet.

Alles schreit nach Premium

Das Design der Huawei Watch GT schreit in der klassischen und der sportlichen Variante «Premium». Das Gehäuse ist eine Kombination aus Keramik und Edelstahl, das sich ebenso wie das Display kratzfest zeigt. Auch das Lederband zeigte im zweiwöchigen Testzeitraum keine Verfärbungen oder Abnutzungserscheinungen. Schön sind die verschiedenen Ziffernblätter gestaltet, die eine Personalisierung je nach Fitness- und Datenvorlieben des Nutzers ermöglicht.

Die größten Abzüge bekommt die Huawei Watch GT wegen der Limitierung des Betriebssystems, wodurch Apps von Drittanbietern bisher nicht unterstützt werden und das Fehlen von Verbindungsmöglichkeiten wie WLAN und NFC. Wer auf diese Features Wert legt, ist mit der Watch 2 weit besser bedient. Sportler und jene, die sich mehr bewegen sowie auf die Funktionen sowieso nicht zugreifen, finden in der Watch GT aber eine tolle Alternative. Besonders stark präsentieren sich der Preis und der Akku sowie die Sportfunktionen.

Nette Draufgabe ist die Schlafanalyse, die REM-, Tief- und leichten Schlaf misst und brauchbare Tipps für besseren Schlaf gibt. Insgesamt wirkt die Watch GT weniger wie ein Konkurrent für die teure Smartwatch-Palette, sondern wie ein starker Gegner für die Fitnesstracker alteingesessener Sportartikelhersteller.

(L'essentiel)

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