Neue Flirt-App

05. September 2017 12:18; Akt: 05.09.2017 12:21 Print

Jetzt kommt Tinder für Teenies

Yellow heißt eine neue App, die Flirt-Interessierte verbindet – und auf Snapchat zusammenführt. Doch Experten und Polizei warnen, dass Pädophile so einfach junge Opfer finden.

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Sie wird als Tinder für Teenager bezeichnet und boomt in den USA: Die App heißt Yellow, hat schon mehrere Millionen Nutzer und verbindet Interessierte auf Snapchat. Wie auf Tinder kann man auf Yellow durch Rechts-Wischen neue Freunde finden. Wenn beide nach rechts wischen, verbindet die App die zwei Flirtwilligen miteinander. Einloggen kann man sich mit seinem Snapchat-Profil – und Yellow stellt auch die Verbindung dorthin her.

In den englischsprachigen Ländern hat der Boom der App bereits Polizei und Sicherheitsverantwortliche von Schulen auf den Plan gerufen. Sie warnen, dass hauptsächlich Teenager die App nutzten, aber keine Altersüberprüfung stattfinde. So könnten Pädophile ganz einfach Opfer in ihrer Nähe finden. Denn Yellow greift auf die Ortung des Handys zu und zeigt den Wohnort prominent unter dem Profilbild. Auch bei der Auswahl zeigt die App Flirtwillige in der Nähe. Und: Gibt man bei der Erstellung des Profils an, unter 17 Jahre alt zu sein, verbindet die App einen ausschließlich mit Minderjährigen – eigentlich mit dem Ziel, sie vor älteren Nutzern zu schützen.

Viele junge Männer mit nacktem Oberkörper

In den USA raten Experten Eltern deshalb, Jugendliche, die Yellow nutzen, sehr nah zu begleiten. Sogar das FBI hat sich eingeschaltet. «Seien Sie neugierig, Sie müssen wissen, mit wem Ihre Kinder chatten und welche Informationen sie preisgeben», sagt FBI-Agentin Vicky Anderson im amerikanischen Sender WXYZ.

Kritisiert wird von Eltern und Experten, dass die App keine Möglichkeiten bietet, den eigenen Wohnort zu unterdrücken. Außerdem ermögliche die App nur das eine: Jemanden zu finden, mit ihm zu flirten und vielleicht auch mehr. «Das ist viel zu gefährlich für Teenager», sagt eine Mutter gegenüber der Daily Mail, die die App zwei Monate lang getestet hat.

«In der App geht es um Sex»

Diese Meinung teilen auch Organisationen, die sich für Kinderschutz engagieren. In Großbritannien warnt die Nationale Gesellschaft für Prävention von Kindsmisshandlung vor der App. Auch in Australien sind Experten besorgt. «Ich habe die App getestet – und bereits beim ersten Kontakt wurde ich aufgefordert, Nacktbilder von mir zu verschicken», sagt eine australische Beamtin für Cyber-Sicherheit.

So soll es in Australien auch zwei Fälle von Grooming geben, die über Yellow abgewickelt wurden. «Diesen Fällen geht jetzt die Polizei nach.» Für die Beamtin ist die zunehmende Popularität ein Problem. Den Nutzern der App gehe es um Sex, und das sei eindeutig schwierig im Zusammenhang mit Teenagern.

«Hält man sich an Regeln, ist die App nicht gefährlich»

Weniger besorgt über Yellow ist Laurent Sedano, Verantwortlicher Medienkompetenz bei Pro Juventute. «Wer bei dieser App ein Profil erstellt, muss sich mit seiner Handynummer anmelden, ist über diese also auch identifizierbar.» Außerdem sehe man zwar das Alter der anderen Profilinhaber und die Gemeinden, in denen sie sich befänden. «Es reicht aber nicht, um jemanden zu finden.»

Sedano empfiehlt aber – wie bei allen Apps –, gewisse Grundregeln einzuhalten. Jugendliche sollten nie ihren richtigen Namen, ihre Adresse oder andere persönlichen Daten angeben und auch nie zu Treffen mit jemandem gehen, den sie nicht schon aus dem Offline-Leben kennen. Wenn man sich an diese Regeln halte, stelle die App keine Gefahr dar.

(L'essentiel/ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • john am 06.09.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tummelplatz für Pedophile.Skandal.

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  • john am 06.09.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tummelplatz für Pedophile.Skandal.