Datensammlung

05. Juli 2018 13:22; Akt: 05.07.2018 13:26 Print

Wenn dein Handy ohne dein Wissen filmt

Eine neue Studie zeigt, dass Smartphones ihre Nutzer nicht aktiv abhören. Dafür aber stehen sie im Verdacht, das Verhalten ihrer Besitzer heimlich zu filmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Es ist die Verschwörungstheorie schlechthin: Smartphones hören die Gespräche ihrer Nutzer ab, um sie dann mit entsprechender Werbung zu bombardieren. Erst kürzlich wurde diese Paranoia mit einem Artikel von Vice.com geschürt. Der Autor hatte während fünf Tagen von einer Rückkehr an die Universität gesprochen, prompt sah er auf Facebook Werbebanner für Uni-Kurse.

Das ist alles Quatsch, behauptet jetzt eine Studie der Northeastern University aus Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. Während eines Jahres haben Wissenschaftler mehr als 17.000 Apps – unter anderem auch Facebook und Instagram – getestet und untersucht, ob sie heimlich die Telefon-Mikrofone aktivieren, um ihre Nutzer abzuhören.

Keine Audio-Aufnahmen, sondern Videos

Entgegen der allgemeinen Vermutung haben die Forscher bei keiner der untersuchten Apps Beweise für heimliche Audio-Aufnahmen gefunden. Weder aktivierten sich die Handy-Mikrophone unerwartet, noch würden die Apps ohne Aufforderung Tonaufnahmen an Drittparteien weitersenden. Ganz ausschließen wollen sie die Möglichkeit einer möglichen Bespitzelung aber nicht.

Stattdessen machten die Wissenschaftler eine ganz andere Entdeckung. Verschiedene Apps filmen die Bildschirmaktivitäten ihrer Nutzer und senden diese Informationen an Dritte weiter. Das Heikle daran: Ein Bildschirmfoto oder gar ein Video kann private Nachrichten, persönliche Informationen oder sogar Passworteingaben beinhalten.

Unbemerkt ausspioniert

Wie aber merkt man, wenn der eigene Handy-Bildschirm von einer App heimlich gefilmt wird? Vorerst gar nicht. Bis Smartphone-Hersteller die Nutzer nicht informieren, wenn deren Bildschirme missbräuchlich aufgenommen werden oder die Nutzer nicht selbst über eine Möglichkeit verfügen, dies zu unterbinden, bleibt das Risiko vorhanden.

Trotzdem kann aber auch ein wenig Entwarnung gegeben werden: Die Werbung, die einem auf Facebook und anderen Apps gezeigt wird, ist höchstwahrscheinlich nicht das Resultat von Audio- oder Video-Aufnahmen. Vielmehr sind es äußerst genau arbeitende Algorithmen, die das jeweilige Nutzerverhalten gründlich analysieren und auf dessen Basis gezielt Werbung schalten.

(L'essentiel/vhu)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.