Labor in Finnland

27. November 2017 10:04; Akt: 27.11.2017 10:08 Print

Hier foltert Huawei sein denkendes Smartphone

Wie lernen die neuen Smartphones von Huawei zu sehen, frieren und denken? Die Spurensuche führt nach Helsinki und Tampere.

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Was für eine Tortur Handys unterzogen werden, bevor sie auf den Markt kommen, zeigt ein Ausflug in das sogenannte Reliability Competence Center von Huawei in Helsinki. Dort werden neue Geräte auf Herz und Nieren geprüft. In der Praxis sieht man hier unter anderem, wie Maschinen die Touchbedienung am Display simulieren.

Die Handys müssen auch weitere Folter aushalten, ohne dabei aufzugeben. In Hunderten Durchläufen werden die Modelle in Kälteschock- und Hitzekammern gesteckt, aus über einem Meter Höhe fallen gelassen sowie Biege- und Scherkräften und UV-Strahlung ausgesetzt.

Nach der Tortur entscheidet sich, ob die Prototypen eine Chance auf den Verkaufsstart haben oder zurück ins Entwurfstadium müssen. Mit Mikroskopen, Infrarot- und Superzeitlupenkameras sowie Röntgengeräten wird jeder noch so kleine Riss und Schaden dokumentiert. Perlt nur ein Tropfen Flüssigkeit am Display falsch ab oder hinterlässt er eine Tröpfchenspur, fällt der Testkandidat durch und der Testzyklus beginnt mit einem neuen Modell von vorn.

Tonprüfungen in Tampere

Während man sich in Helsinki der Folter verschrieben hat, dreht sich im Huawei Multimedia Laboratories in Tampere alles um den Ton. Hätten Sie gewusst, dass sich Audiomodule von Handys bis auf 80° Celsius und unter Maximallast auch weit darüber hinaus aufheizen können? Eine besondere Herausforderung, denn im Gegensatz zu Computern gibt es keine Lüfter, die Wärme ableiten.

Die Hitze muss per Software-Algorithmen kontrolliert werden – etwa indem die Audioqualität qualitativ heruntergeregelt wird, ohne dass es der Nutzer bei der Tonausgabe merkt.

Im stillen Kämmerlein

Huawei verlässt sich bei den Audioprüfungen aber nicht allein auf Datenauswertungen. Während Antennen- und Tonausstrahlungs-Daten in abgeschirmten Räumen gesammelt werden, müssen auch menschliche Ohren entscheiden, ob die Qualität stimmt. Dazu werden in eigens eingerichteten Zimmern Tonschnipsel eingespielt, bei denen Mitarbeiter etwa entscheiden, ob und in welchem Grad eine Umgebungsgeräuschunterdrückung passt.

Dabei gibt es regionale Unterschiede. Während im asiatischen Raum Wert auf eine intensive Geräuschunterdrückung gelegt wird, empfänden es Europäer als natürlicher, zumindest einen gewissen Teil der Umgebungsgeräusche bei Anrufen zu hören.

(L'essentiel)

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