Digitale Sucht

22. Dezember 2017 13:45; Akt: 22.12.2017 14:34 Print

Wie das Smartphone unseren Alltag beherrscht

In den Industrieländern hat bald jeder ein Handy. Damit steigt laut einer Studie die Zahl der Abo-Abschlüsse – und die Sorgen.

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Für die meisten Menschen ist der Alltag ohne Smartphone kaum mehr vorstellbar. Das wird sich in Zukunft noch verstärken. Bis Ende 2023 dürften mehr als 90 Prozent der Erwachsenen in den Industrieländern ein Smartphone besitzen. Dann sollen die Nutzer im Schnitt 65-mal pro Tag mit ihren Handys interagieren – ein Anstieg von einem Fünftel. Ende nächsten Jahres sollen bereits 800 Millionen Smartphones rund um den Globus im Umlauf sein.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Deloitte. Das Beratungsunternehmen hat für seine Schätzungen umfassende Datenmengen analysiert, hunderte Studien verarbeitet und rund 29.000 Konsumenten weltweit befragt.

Smartphone als Suchtmittel

Mit der Verbreitung des Smartphones wächst die Angst der Handy-Besitzer, dass das Gerät zum Suchtmittel wird. Für das kommende Jahr wollen daher 45 Prozent ihre Nutzung einschränken. Vor allem die Jüngeren machen sich Sorgen: Zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen sehen eine große Abhängigkeit. Über die Hälfte von ihnen wollen den Gebrauch zurückfahren, so die Studie.

Mit dem immer höheren Stellenwert des Smartphones werden digitale Abos für die Mediennutzung immer beliebter. Laut Schätzungen von Deloitte werden Ende 2018 mehr als die Hälfte der erwachsenen Mediennutzer in Industrieländern mindestens zwei Online-Abos abgeschlossen haben. Die Zahl soll sich bis 2020 verdoppeln. Das zeigt: Die Nutzer sind mit der größeren Integration der Smartphones in den Alltag zunehmend bereit, für digitale Inhalte zu zahlen.

Erweiterte Realität als Treiber für die Nutzung

Grund für den Abschluss mehrer Abos ist laut Deloitte etwa die Aufteilung der Sportrechte auf mehrere Anbieter. Zudem müssen die Fans von Serien auf verschiedene Anbieter zurückgreifen, um alle gewünschten Inhalte sehen zu können. Vor allem Abos im Bereich Video und Musik sollen sich stark verbreiten. Ende 2018 dürften laut Deloitte weltweit 350 Millionen Nutzer 680 Millionen Online-Abos abgeschlossen haben.

Immer wichtiger für das Smartphone dürfte die sogenannte Augmented Reality (AR) werden, bei der die echte Umgebung von Inhalten und Informationen auf dem Smartphone überlagert wird. Schon im kommenden Jahr soll die Zahl der AR-optimierten Smartphones stark steigen. AR wird laut der Studie in den kommenden Jahren einer der wichtigsten Treiber für die Gerätenutzung, Smartphone-Verkäufe und App-Downloads sein.

(L'essentiel/dob)

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