Eine Ära ist vorbei

20. November 2013 11:02; Akt: 20.11.2013 11:09 Print

Nokia segnet den Verkauf der Handysparte ab

Die Aktionäre des Telekommunikationskonzerns Nokia stimmten mit grosser Mehrheit für den Verkauf der kriselnden Handysparte an den US-Softwarekonzern Microsoft.

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An der Aktionärsversammlung in Helsinki am Dienstag stimmten 99,7 Prozent dem Verkauf von Nokias Handysparte zu. (Bild: Keystone/AP/Antti Aimo-koivisto)

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Nokia, vor wenigen Jahren noch Handy-Weltmarktführer, will sich nun ab Anfang 2014 auf das Geschäft mit Netzwerkausrüstung konzentrieren.

Die Aktionäre, die bereits vor der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag abgestimmt hatten und die mehr als drei Viertel der Stimmrechte innehaben, votierten mit 99,7 Prozent für den Verkauf der Handysparte an Microsoft. Die Zustimmung war erwartet worden: Der Kurs der Nokia-Aktie hat sich seit Ankündigung des Verkaufs im September verdoppelt.

Microsoft zahlt 5,44 Milliarden Dollar für die Handysparte, Anfang 2014 soll die Übernahme vollzogen sein. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit längerem zusammen, zahlreiche Nokia-Smartphones laufen mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.

Nokias Konzernstruktur wird sich markant verändern

Nach dem Verkauf der Gerätesparte an Microsoft wird sich Nokias Organisationsstruktur dramatisch verändern. Neue Säulen des Konzerns sind der digitale Kartendienst und der Netzwerkausrüster NSN. Nach Zahlen des Jahres 2012 wird rund die Hälfte der Umsätze weg sein und etwa 32'000 Mitarbeiter werden zu dem Software-Riesen wechseln.

Zuletzt arbeiteten für Nokia insgesamt rund 87'100 Beschäftigte - bereits über 18'000 weniger als noch vor einem Jahr. Der Deal hatte in Finnland wegen der grossen Bedeutung von Nokia für Diskussionen gesorgt.

Nokia war einst Handy-Weltmarktführer, verschlief aber den Trend zu Smartphones mit berührungsempfindlichen Bildschirmen und Tabletcomputern.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner liegt das Unternehmen weltweit auf Platz acht der Smartphone-Hersteller, weit hinter den Marktführern Samsung und Apple. Microsoft fällt nun die Aufgabe zu, die Nokia-Modellreihe Lumia rentabler zu machen.

Aufstieg des iPhone war Beginn des Niedergangs

Der Niedergang der Handysparte hatte mit dem Aufstieg des iPhone von Apple 2007 begonnen. Nokia-Ex-Konzernchef Jorma Ollila berichtet in seiner im Oktober veröffentlichten Autobiografie, dass Nokia in den Jahren 2004 und 2005 sehr wohl noch bei der Entwicklung der intelligenten Handys habe mithalten können, 2007 bis 2008 aber den Anschluss verlor.

Die Zusammenarbeit mit Microsoft begann 2011. Neuer Chef in der Konzernzentrale in Espoo bei Helsinki wurde damals Stephen Elop von Microsoft, der das Ruder aber auch nicht herumreissen konnte. Er ging am selben Tag, als der Verkauf der Handysparte verkündet wurde.

In Finnland war Elop zunächst nicht besonders gut angesehen. Mittlerweile aber schart sich das Land hinter der neuen Führung des Konzerns und glaubt an den Erfolg von Nokia als Netzwerkausrüster.

(L'essentiel Online/pru/sda)

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