Gehackte Kamera

14. März 2013 16:37; Akt: 14.03.2013 16:39 Print

Cyberspanner beglotzen Frauen via Webcam

Sie hacken fremde Computer und spionieren ihre Opfer über deren Webcam aus: Die so genannten Ratter. Die wenigsten dieser Cyber-Spanner wurden je gefasst.

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Ein Bericht über die so genannten Ratter fördert Schockierendes zutage: Die Hacker loggen sich in fremde Computer ein und können so intimste Momente ihrer Opfer mitverfolgen, wie artechnica.com schreibt. In Foren spotten und höhnen sie über ihre «Sklaven» – oder beklagen sich, wenn ihnen jemand auf die Schliche kommt. Im Unrecht scheinen sie sich nicht zu fühlen.

Die Cyber-Spanner gelangen über das so genannte Remote Administration Tool (RAT) in die Rechner ihrer Opfer. Diese Fernwartungssoftware wird eigentlich für Reparaturarbeiten an Computern verwendet – und kann wie vieles andere auch missbraucht werden. Dafür braucht es keine fundierten Kenntnisse in Sachen Software: In einschlägigen Foren und auch auf Youtube werden Anleitungen herumgereicht. Ratter prahlen damit, besonders hübsche Mädchen ausspioniert zu haben und bieten sich ihre Opfer gegenseitig zum Tausch an - manche Zugänge werden sogar für Geld feilgeboten.

«Ich denke, jemand hat unseren Computer gehackt»

Konkret kann ein Angriff auf einen Rechner so aussehen: «Schau mal, dieser Mist erscheint ständig auf meinem Compi», sagt eine blonde Frau, die auf einer Couch sitzt und mit einer Flasche ein Baby füttert. Tausende von Kilometern entfernt wird die Frau von einem Hacker beobachtet. Nachdem die Frau einen Link zuviel angeklickt hatte, konnte der Hacker ihre Maschine mit einem RAT infizieren. So hat er Zugang zu ihrem Bildschirm, ihren Dateien und ihrer Webcam mitsamt dem Mikrofon.

Der Hacker beginnt, auf dem Bildschirm des anderen Computers Porno-Seiten zu öffnen. Die Frau ist verblüfft. Ein Bild von alten, nackten Männern erscheint in ihrem Webbrowser. Im Webcam-Sichtfeld tritt neben der Frau mit dem Baby nun ein junger Mann in Erscheinung. Auch er guckt zunächst ungläubig. Dann sagt er: «Ich glaube, jemand hat unseren Computer gehackt.»

Der Hacker öffnet alsdann seinen «Fun Manager», eine Reihe von Tools, mit denen er seine Opfer narren kann. Er kann ihren Windows «Start»-Knopf verschwinden lassen, die Taskleiste, Uhr oder den Desktop verändern.

Er kann sogar bewirken, dass das CD-Laufwerk sich öffnet. «Wow! Das DVD-Ding hat sich gerade geöffnet», sagt der junge Mann. Der Hacker sendet dem Paar eine Nachricht, der junge Mann lacht ungläubig und sagt: «Trenne die Verbindung mit dem Internet, der Laptop wird in Kürze explodieren.» Das Video friert ein, die Verbindung bricht ab.

Schutz vor potenziellen Angreifern

Vor den Spannern kann man sich aber relativ einfach schützen: Arstechnica.com rät eindringlich zu mehr Vorsicht an den Rechenmaschinen. So seien etwa ein Anti-Virus-Programm sowie regelmäßige Updates wichtig. Zudem solle man keine fragwürdigen Anhänge in E-Mails öffnen, sich nicht in zweifelhaften Foren herumtreiben oder Heikles herunterladen. Viel zu befürchten haben die RAT-Angreifer nämlich nicht: Kaum einer wurde je gefasst.

(L'essentiel Online/sut)

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