Spielzeug-Tester

13. Dezember 2017 07:00; Akt: 12.12.2017 22:25 Print

Er verdient mit Youtube-​​Videos 11 Millionen Dollar

Der sechsjährige Ryan gehört zu den bestbezahlten Youtubern weltweit. Fast jeden Tag spielt er vor der Kamera – seine Eltern filmen ihn dabei.

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Er testet neues Spielzeug und scheffelt dabei Millionen. Der sechsjährige Ryan betreibt mit seiner Youtube-Show «Ryan Toys Review» einen der beliebtesten Kanäle der Videoplattform. Er testet Modelleisenbahnen, Action-Figuren, Brettspiele, geht in Freizeitparks oder kocht gemeinsam mit seiner Mutter klebriges Gelee. Sogar eine mehrteilige Animationsserie, in der er als Hauptfigur wirkt, läuft auf seinem Kanal.

Laut Forbes.com verdiente Ryan damit elf Millionen Dollar pro Jahr. 2017 belegt er Platz acht der bestbezahlten Youtuber. Für den Dreh und das Konzept der Mini-Sendung sind die Eltern von Ryan verantwortlich. Ihre Jobs haben sie zugunsten des Youtube-Kanals an den Nagel gehängt.

Seit 2015 – damals war Ryan vier Jahre alt – nehmen sie mit ihrem Sohn kurze Videos auf. Seither ist die Zahl der Abonnenten stetig gewachsen: Etwas mehr als zehn Millionen Follower zählt der Kanal heute. Das meiste Geld verdient der Junge mit Youtube-Werbung und den Verträgen mit den Spielzeugherstellern.

Auch mit Grippe vor der Kamera

Ständig ist der Knirps begeistert. Ryan reißt Mund und Augen auf, wenn er aufwacht und plötzlich die Power Rangers aus Plastik vor ihm liegen. Dasselbe gilt, wenn er im Freizeitpark vor einer großen Dinosaurierstatue steht oder sich falsche Bärte ankleben darf. Er hat es ja auch gut, der Ryan. Der Junge scheint wortwörtlich in einem Spielzeugparadies zu leben.

Dass er die Spielzeuge kritisch beurteilen würde, wäre krass übertrieben, er ist ja auch erst sechs und so gar nicht wählerisch. Obwohl Ryan schon Hunderte von Toys ausprobiert haben muss, ist seine Begeisterung immer die gleiche: Mit ungläubigem Staunen stellt er täglich fest, wie geil doch diese Sachen alle sind.

Bei näherer Betrachtung hat das auch etwas Gruseliges. Ist das schon Kinderarbeit? Ryans Mutter sagt zu Theverge.com, dass die Familie jeweils an den Wochenenden dreht und ihr Sohn das Filmen jederzeit abbrechen kann. Allerdings scheint er auch dann vor der Kamera zu stehen, wenn er Grippe hat oder sich vor etwas fürchtet.

«Solange er Spaß hat»

Die Grenze zwischen Hobby und tatsächlicher Arbeit ist hier schwammig, gesetzliche Regulierungen gibt es in den USA nur in wenigen Bundesstaaten. Anders als bei professionellen TV-Produktionen oder bei Spielfilmen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, wie viele Stunden ein Kind vor der Kamera verbringen darf. Ryans Eltern meinen dazu: «Wir machen das so lange, wie es ihm Spaß macht», berichtet Theverge.com. Ob der Sechsjährige tatsächlich ausformulieren kann, wie es ihm dabei geht, ständig gefilmt zu werden, ist zumindest fraglich.

Fest steht: Für die Spielzeugindustrie ist Ryans Arbeit Gold wert. In den letzten Jahren ist das Geschäft mit den kindlichen Influencern stark gewachsen. Da andere Kinder diese Videos auf Youtube sehen und den Testern vertrauen, kann deren Einschätzung die Beliebtheit am Markt stark beeinflussen. Auch Ryans Eltern wissen das. Sie haben das Angebot an Videos längst ausgeweitet. Unter «Ryan Family Review» filmt sich die Familie bei Ausflügen ins Disneyland oder in Wasserparks.

Der Kinderstar Ryan kriegt nun selbst Konkurrenz aus der eigenen Familie. Seit ein paar Wochen sind seine zwei Schwestern, Zwillinge, auch mit von der Partie. Und die staunen genauso ungläubig wie Ryan über all die Sachen, die sie in ihre kleinen Hände kriegen. Die Spielzeugindustrie dürfte das freuen.

(L'essentiel/hau)

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